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Roscosmos nimmt Tests für lange verzögertes bemanntes Raumschiff wieder auf und hält an Start 2028 bis 2029 fest

Die staatliche russische Raumfahrtgesellschaft beginnt in diesem Herbst mit Fallschirmabwürfen ihres bemannten Raumschiffs der nächsten Generation, berichtete Ars Technica am 30. September. Ein erster bemannter Start ist weiterhin für 2028 oder 2029 vorgesehen.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 1. Oktober 20263 Min. LesezeitQuellen 5
Roscosmos nimmt Tests für lange verzögertes bemanntes Raumschiff wieder auf und hält an Start 2028 bis 2029 fest

Seit der Projektierung im Jahr 2009 hat das Raumschiff mindestens vier Namen getragen: PPTS, PTK NP, Federatsija und ab September 2019 Orel oder Eagle. Ars Technica berichtete am 30. September, der amtierende Roscosmos-Chef Dmitri Bakanow habe die von seinem Vorgänger Dmitri Rogosin bevorzugte Marke Eagle offenbar fallen gelassen. Ein aktueller Interfax-Artikel, auf den sich Ars beruft, nennt das Fahrzeug wieder PTK NP.

Laut den von Rob Mitchell für Ars Technica übersetzten Interfax-Kommentaren sagte Bakanow, der erste Schritt sei der Start und die Erprobung eines neuen, vielversprechenden, wiederverwendbaren bemannten Transportraumschiffs. Im Herbst werde es im Fernen Osten einen Fallschirmabwurf und Tests geben. Derselbe Bericht nennt Tests in Notrettungsmodi bei einem Notfall an der Startrampe noch in diesem Jahr sowie 2027 Tests im Bereich des maximalen Staudrucks.

Was die Herbsttests tatsächlich sind

Ars Technica merkt an, aus dem Bericht gehe nicht hervor, ob an den Tests echte Flughardware, Attrappen oder Mockups beteiligt seien. Der Verweis auf den Bereich des maximalen Staudrucks bedeutet vermutlich Max-Q, was auf eine Art Startabbruchtest hindeutet. Das wäre ein bedeutender Schritt in Richtung Raumflug.

Derselbe Artikel schreibt, russische Raumfahrtvertreter hielten derzeit an einem ersten bemannten Start 2028 oder 2029 fest, wahrscheinlich auf der Rakete Angara A5M. Ars warnt, dieses Datum dürfte man wohl noch nicht in Tinte festhalten. Vor vier Jahren sprach der russische Präsident Wladimir Putin zuversichtlich über das Eagle-Raumschiff und die Wiederaufnahme des russischen Mondprogramms.

An der vorgesehenen Rolle hat sich in zwei Jahrzehnten wenig geändert. Wie auch immer das Fahrzeug am Ende heißt, es soll das Sojus-Raumschiff ablösen, um Kosmonauten in den niedrigen Erdorbit zu bringen, und vielseitig genug sein, um Menschen zum Mond zu fliegen. Die Europäische Weltraumorganisation und Russland begannen vor etwa zwanzig Jahren über eine Zusammenarbeit an einem bemannten Raumschiff der nächsten Generation zu sprechen; Europa hätte ein Servicemodul für eine Kapsel mit bis zu sechs Passagieren beigesteuert. Europa zog sich zurück, und Roscosmos machte allein weiter. Ars beschreibt das Projekt als stets eher ein Potemkinsches Dorf denn eine Anstrengung mit echter Hardware.

Weitere Missionswissenschaft und Hardware-Nachrichten dieser Woche

Am selben Tag, an dem Ars sein Russland-Update veröffentlichte, kamen zwei weitere Raumfahrtmeldungen mit konkreten Zahlen. Tech.eu berichtete am 30. September, das litauische Unternehmen Blackswan Space, 2019 gegründet, habe eine Runde von 2,5 Millionen Euro unter Führung von Iron Wolf Capital abgeschlossen. Damit hat es insgesamt 3,2 Millionen Euro eingeworben. Sein RPO Kit, eine Plug-and-play-Nutzlast für autonome Rendezvous- und Annäherungsmanöver, soll im vierten Quartal 2027 fliegen, vor der ersten europäischen Betankungsmission im Weltraum, ASTRAL, die für 2028 geplant ist und mit bis zu 3,3 Millionen Euro von der britischen Raumfahrtagentur und der ESA unterstützt wird.

Jake Geer, Geschäftsführer von Orbit Fab UK, sagte in dem Tech.eu-Artikel, Blackswan sei ausgewählt worden, eine der kritischsten Komponenten, das RPO Kit, für die ASTRAL-Betankungsdemonstration zu liefern. Viktoras Jucikas, Gründungspartner von Iron Wolf Capital, sagte, ein heute im Orbit befindlicher Satellit sei ohne Bodenstation blind und taub. Er könne nicht erkennen, was sich neben ihn gesetzt habe, einem Zusammenstoß nicht selbst ausweichen und auch nicht leicht repariert oder betankt werden.

Endpoints News berichtete am 30. September, Varda, ein kalifornisches Start-up für pharmazeutische Fertigung im Weltraum, habe in einer Serie D 251 Millionen Dollar eingeworben. Die Publikation bezeichnet das Feld als seit Langem nächsten Schritt der Arzneimittelproduktion.

Nicht alle Hardware-Nachrichten dieser Woche drehen sich um den Orbit. PV Magazine berichtete am 30. September, der belgische Föderale Öffentliche Dienst Wirtschaft habe 2024 in einer Kampagne 10 Photovoltaikkabel nicht genannter Hersteller getestet. Nur eines erreichte die vom Hersteller angegebene Brandklasse Cca; die anderen neun stufte das Labor ISSeP als Dca ein. Die Behörde forderte daraufhin Nachweise von den Herstellern. Nachdem diese zusätzliche akkreditierte Labortests aus denselben Produktionschargen vorgelegt hatten, entschied der FÖD Wirtschaft, die Fälle nicht weiterzuverfolgen.

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Quellen

5
  1. 01So what's happening with Russia's new, long-delayed crewed spacecraft?EN
  2. 02Blackswan Space raises €2.5M to take autonomous spacecraft navigation into orbitEN
  3. 03Varda gets $251M to make medicines in space, a long-sought area for drugsEN
  4. 04Belgium reveals results of PV cable assessmentEN
  5. 05Launching Vespper DOCX MCP: 3× faster, 2× cheaper, more accurateEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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