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Microsoft-Modell meldet Netzrisiko durch Weltraumwetter an 66.935 Umspannwerken

Eine Machine-Learning-Pipeline von Microsoft Research kann Netzbetreiber 30 bis 60 Minuten vor Weltraumwetter warnen, das einzelne Umspannwerke bedroht. Das geht aus einem Forschungsbeitrag des Unternehmens vom 30. September hervor.

WissenschaftErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 30. September 20263 Min. LesezeitQuellen 10
Microsoft-Modell meldet Netzrisiko durch Weltraumwetter an 66.935 Umspannwerken

Das System erfasst 66.935 Umspannwerke in den zusammenhängenden Vereinigten Staaten. Microsoft gibt an, während des Auswertungszeitraums fast 80 Prozent der schweren Weltraumwetterereignisse erkannt zu haben. Die Einzelheiten veröffentlichte das Unternehmen am 30. September in einem Forschungsblog, der eine Arbeit aus einem Sommerpraktikum beschreibt.

Beobachtungen des Sonnenwinds speisen die Pipeline. Sie nutzt außerdem Vorhersagen zweier geomagnetischer Indizes, des Auroral Electrojet und der Disturbance Storm Time. Hinzu kommen Daten zur lokalen geografischen Breite, zum Grundgestein und zur Bodenleitfähigkeit. Daraus entstehen Risikoschätzungen für einzelne Standorte. Der Beitrag erklärt, dass widerstandsfähiges Grundgestein stärkere geomagnetisch induzierte Ströme erzeugen kann als leitfähige Geologie. Deshalb trifft derselbe Sturm zwei Umspannwerke unterschiedlich. Induzierte Ströme in Übertragungsnetzen können Transformatoren beschädigen und das Betriebsrisiko erhöhen.

Die Schwierigkeit liegt nicht darin, zu wissen, dass ein Sturm kommt. Es geht darum, einzuschätzen, wann und wo die Auswirkungen am schlimmsten sind, solange noch Zeit zum Handeln bleibt.

Microsofts Darstellung passt zum Verhalten der Versorgungsunternehmen während des geomagnetischen Sturms im Mai 2024. Damals erschienen Polarlichter weit außerhalb ihres üblichen Bereichs, und Betreiber in ganz Nordamerika bereiteten sich auf mögliche Folgen vor. Der Sturm beeinträchtigte die GPS-Genauigkeit und den Satellitenbetrieb. Landmaschinen in Nordamerika und Europa bekamen die Folgen zu spüren, wie aus dem Forschungsbeitrag hervorgeht.

Die Weltraumwetterforschung ist ein dicht besetztes Feld, und dies ist ein Beitrag unter vielen. Was der Auswertungszeitraum umfasste und wie die 80-Prozent-Zahl gemessen wurde, steht nur im Blog selbst. Die vorliegende Zusammenfassung nennt beides nicht. Das Unternehmen sagt auch nicht, wann das System von der Forschung in den operativen Betrieb übergehen könnte oder welche Netzbetreiber es gegebenenfalls testen.

Andere aktuelle Arbeiten im selben Dossier zeigen, wie schnell sich die kommerzielle Seite des Weltraums bewegt. Am 30. September berichtete Tech.eu, dass das litauische Unternehmen Blackswan Space eine Runde von 2.500.000 Euro abgeschlossen hat, angeführt von Iron Wolf Capital. Damit erreicht die Gesamtfinanzierung 3.200.000 Euro. Das Geld soll autonome Navigationshardware im Jahr 2027 fliegen lassen und ein Jahr später Europas erste Weltraum-Betankungsmission unterstützen. SpaceNews berichtete am selben Tag, dass AstroForge im nächsten Jahr ein Raumfahrzeug starten will, das mit künstlicher Intelligenz vollständige Autonomie testet.

Auch Russlands lange verzögertes bemanntes Raumfahrzeug tauchte diese Woche wieder auf. Ars Technica berichtete am 30. September, dass der Roskosmos-Chef Dmitry Bakanov den Namen Eagle fallen gelassen hat und das Fahrzeug nun als PTK NP bezeichnet. Fallschirmabwurftests stehen im Herbst im Fernen Osten an. Derselbe Bericht besagt, dass russische Vertreter an einem ersten bemannten Start im Jahr 2028 oder 2029 festhalten, wahrscheinlich mit einer Angara A5M. Ähnliche Termine wurden schon früher verschoben.

Nichts davon ändert das grundlegende Netzproblem. Ein Sturm braucht kein neues Raumfahrzeug, um Schaden anzurichten, und das von Microsoft beschriebene Warnfenster ist kurz: eine halbe Stunde bis eine Stunde. Ob das für die Betreiber zum Reagieren reicht, beantwortet der Forschungsbeitrag nicht.

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Quellen

10
  1. 01Forecasting space weather risks on power gridsEN
  2. 02Blackswan Space raises 2.5M euro to take autonomous spacecraft navigation into orbitEN
  3. 03AstroForge to test full spacecraft autonomy using AIEN
  4. 04So what's happening with Russia's new, long-delayed crewed spacecraft?EN
  5. 05Quantum Space Executes Launch Processing Agreement with All Points Logistics for Prime MissionEN
  6. 06Varda gets $251M to make medicines in space, a long-sought area for drugsEN
  7. 07$500M Gift Will Fuel Next Era of Computer Science at Carnegie MellonEN
  8. 08Quote Origin: Computer Science Is Not About Computers, Any More Than Astronomy Is About TelescopesEN
  9. 09Join Ordering, Part 1: The Shape of the Search SpaceEN
  10. 10Helheim-Emacs: Helheim to Helix is what Spacemacs and Doom are to VimEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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