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Kia führt EU-EV-Wachstum an, während Brüssel Batterieregeln prüft

Kia wurde mit 377.078 Neuzulassungen in den ersten acht Monaten 2026 zur am schnellsten wachsenden Top-10-Marke in Europa. Die E-Auto-Zulassungen stiegen laut ACEA um 58 % im Jahresvergleich.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 2. Oktober 20266 Min. LesezeitQuellen 15
Kia führt EU-EV-Wachstum an, während Brüssel Batterieregeln prüft

Das ist die Kernzahl aus dem ACEA-Datensatz, den Electrek am 2. Oktober berichtete. Der Marktanteil von Kia erreichte bis August 4,1 %, was die Marke auf den neunten Platz bringt. Der Gesamtmarkt für Pkw in EU+EFTA+UK wuchs im selben Zeitraum um 5,8 %. Kia hält nun 4,8 % des europäischen E-Auto-Marktes und belegt damit den siebten Platz. Diese Zahlen fallen in die Mitte eines politischen Streits darüber, wie viel dieses Wachstums in Europa produziert werden muss.

Kias Zuwächse waren am stärksten in Frankreich (+120 %), Deutschland (+112 %), Großbritannien (+66 %), Spanien (+60 %) und Italien (+41 %), laut denselben ACEA-Daten. Der EV3 blieb eines der beliebtesten E-Modelle, während die neueren EV2, EV4 und EV5 ebenfalls beitrugen. Das Einstiegsmodell EV2 startet in Deutschland bei 26.600 € und in Großbritannien bei 22.245 £ und wird in der Slowakei zusammen mit dem EV4 gebaut. Kia hat keine Pläne, den EV2 in die USA zu bringen.

Der politische Hintergrund ist das EU-UK Trade and Cooperation Agreement, das verlangt, dass E-Autos europäische Batterien und Kathoden verwenden, um zollfrei importiert zu werden. In einem Brief an EU-Führungskräfte, den CleanTechnica am 1. Oktober veröffentlichte, argumentiert Transport & Environment, dass diese Regeln ein Litmus-Test dafür sind, ob die europäische Industriepolitik ernst genommen wird. EU und Großbritannien haben sie im Dezember 2023 um drei Jahre verschoben, mit der expliziten Aussage, dass keine weitere Verschiebung in Betracht gezogen werden sollte.

ACEA selbst räumt ein, dass der Sektor des Handelns in bösem Glauben bezüglich einer integrierten Batterie-Wertschöpfungskette in Europa beschuldigt werden könnte.

Eine separate T&E-Analyse, die von CleanTechnica am 1. Oktober veröffentlicht wurde, zeigt, dass ein Viertel der seit 2022 angekündigten EU-Batterie-Zellkapazitäten storniert oder auf Eis gelegt wurde. Die deutsche Projektpipeline für 2035 hat sich halbiert. Nicht-europäische Akteure, vorwiegend südkoreanische Hersteller, machen mehr als 72 % der aktiven Batteriezellfertigung in Europa aus. Die gleiche Analyse besagt, dass heute mehr als die Hälfte der Zellen in auf dem EU-Markt verkauften E-Autos bereits in der EU hergestellt werden. Bis 2030, so die Analyse, werden genügend Made-in-EU-Zellen für den Geltungsbereich des Industrial Accelerator Act verfügbar sein, wenn die Projekte realisiert werden.

Bei Kathoden-Aktivmaterialien prognostiziert T&E eine EU-Kapazität von 121.000 Tonnen im Jahr 2027 gegenüber einer geschätzten Nachfrage von 52.000 bis 75.000 Tonnen, um die TCA-Anforderungen zu erfüllen. Xavier Sol, Leiter nachhaltige Investitionen und Batterien bei T&E, sagte in der Analyse vom 30. September, dass die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas davon abhängt, ob hochqualifizierte Clean-Tech-Jobs nach Europa kommen oder in Asien bleiben. T&E kritisiert auch eine von ACEA in Auftrag gegebene Mobility Global-Studie, die eine Batterie-Lücke von 150 GWh bis 2028 behauptet.

LKW, Häfen und Netzwarteschlangen

Eine zweite Front eröffnete sich am 1. Oktober, als EV100-Mitglieder wie IKEA, EDF, Geopost und DFDS in einem Brief an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die EU aufforderten, die CO2-Standards für schwere Nutzfahrzeuge nicht zu schwächen, wie CleanTechnica berichtete. Die Regeln verlangen derzeit einen 43-prozentigen Rückgang der CO2-Emissionen gegenüber dem Niveau von 2019 bis 2030, 64 % bis 2035 und 90 % bis 2040. Die Unterzeichner argumentieren, dass ein Schwächen der Standards oder eine Vorverlegung der geplanten Überprüfung 2027 die regulatorische Stabilität untergraben würde, von der Investitionen abhängen.

Marion Labatut von EDF sagte in einer Erklärung, dass Unternehmen bereits Maßnahmen ergreifen, um ihre schweren Flotten zu elektrifizieren, und dass das Beibehalten ambitionierter und stabiler CO2-Standards den Unternehmen das Vertrauen geben wird, weiter in großem Maßstab zu investieren. Dominic Phinn, Leiter Transportation bei Climate Group, sagte, Unternehmen bräuchten Sicherheit, nicht das Schwächen der Regeln, die Investitionsentscheidungen stützen. Ein separater Brief europäischer Transportunternehmen, den CleanTechnica am 1. Oktober veröffentlichte, warnt, dass eine gezielte Änderung für 2025-2030 zu 200.000 weniger Elektro-LKW auf Europas Straßen im nächsten Jahrzehnt führen könnte.

Lade- und Netzkapazität liegen unter beiden Debatten. CleanTechnica berichtete am 1. Oktober, dass 375 GW sauberer Energieprojekte und 455 GW Batteriespeicherprojekte auf Netzanschlussgenehmigung warten, während Nachfrage-Seiten-Standorte die gleiche Schlange sehen. Die EU hat die Gesamtemissionen von Treibhausgasen seit 1990 um 30 % reduziert, aber Emissionen aus internationalem Luft- und Seeverkehr stiegen um 29 % bzw. 26 %, so derselbe Bericht. AFIR verlangt, dass Container- und Passagierschiffe in EU-Häfen bis 2030 an Landstrom angeschlossen werden und große Flughäfen ab 2025 stehende Flugzeuge an Kontaktständen und ab 2030 an Fernständen mit Strom versorgen.

Finanzierung bewegt sich parallel. Der französische Flotten-Management-Start-up Voltaback hat 2.800.000 € von Serena und Business Angels, einschließlich Electra-Mitgründer Aurélien de Meaux, eingesammelt, wie tech.eu am 1. Oktober berichtete. Voltabacks Plattform rekonstruiert Heimlade-Sitzungen aus Stromrechnungen, Zählern und verbundenen Fahrzeugdaten, um Erstattungsbelege zu erzeugen, die von URSSAF akzeptiert werden; das Unternehmen sagt, Mitarbeiter verlieren 600 € pro Jahr, wenn Heimladen nicht erstattet wird, während dieselben Ladungen Unternehmen bis zu 2.000 € pro Jahr kosten. Im KI-Bereich hat das in Berlin ansässige Deepslate 7.700.000 € in einer Seed-Runde eingesammelt, angeführt von 42CAP, mit Beteiligung von Alstin Capital und SIVentures, wie tech.eu am 1. Oktober berichtete. Deepslate sagt, sein Speech-to-Speech-Modell habe eine Reaktionszeit von 440 Millisekunden in einem unabhängigen Artificial Analysis-Benchmark erzielt.

Souveränität, Weltraum und Software

Zwei europäische Fonds schlossen am 1. Oktober. Die Schlagzeile meldete Headline EU VIII, ein 400.000.000 $-Fahrzeug für Seed- und Series-A-Unternehmen in ganz Europa mit Fokus auf KI, wie tech.eu berichtete. Headline verwaltet mehr als 5.000.000.000 $ und hat Mistral im Seed 2023 und in jeder Runde seitdem unterstützt, zuletzt die Series D. DIG Ventures schloss seinen dritten Fonds mit 120.000.000 $ für pre-seed- und seed-stage KI-native Enterprise- und Cloud-Infrastruktur, mit Plänen, etwa 30 europäische Unternehmen zu unterstützen, laut tech.eu.

Das Souveränitäts-Thema zieht sich auch durch öffentliche Beschaffung. Orange Business wurde als vertrauenswürdiger Netzwerkpartner für TESTA-EIRIS ausgewählt, das EU-Backbone für den sicheren Datenaustausch zwischen Institutionen und Mitgliedstaaten, wie Light Reading am 29. September berichtete. Die Architektur umfasst mindestens 12 Präsenzen in fünf europäischen Regionen und zielt auf 99.999 % Verfügbarkeit. Auf der Pretzl Connect 2026-Veranstaltung sagte Kate Underhill, zukünftige Weltraumtransport-Antriebsarchitektin bei der Europäischen Weltraumagentur, EE Times am 1. Oktober, dass Europa von ausländischen Halbleitern abhängt, dass Weltraumelektronik typischerweise mindestens 10 Jahre hinter Konsumelektronik operiert und dass die ESA einmal versuchte, 20 Laserdioden von einem deutschen Lieferanten zu bestellen, der eine Mindestbestellung von 10.000 Einheiten erforderte.

Die Omdia-Ausblick, veröffentlicht von Light Reading am 30. September, ergänzt die Nachfrageseite: 59 % der Organisationen erwarten, dass KI-Budgets 2027 um 10 % oder mehr steigen, Hardwareverzögerungen betreffen bereits 60 % der PC-Kanalpartner, mehr als 100 Länder verfolgen digitale Souveränitätsinitiativen und die globalen humanoiden Roboterlieferungen sollen bis 2030 700.000 Einheiten überschreiten. Europas Rolle in der KI-Sicherheit bleibt umstritten: In einer Guardian-Analyse, veröffentlicht am 18. September, sagte ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, Europa müsse seine eigene KI aufbauen, um das Ökosystem zu stärken und Talente zu halten, während sie anerkannte, dass existenzielle Bedrohungen eine globale Lösung erfordern.

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Quellen

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  1. 01Kia emerges as Europe's fastest-growing top 10 car brand after EV sales surge 58%EN
  2. 02The Litmus Test for "Made in Europe"EN
  3. 03Leveraging the IAA to Build Europe's Battery Value ChainEN
  4. 04European Businesses in the Transport Sector Call for EU to Maintain Stability & Ambition on Decarbonising Heavy-Duty Vehicles (HDVs)EN
  5. 05Grid Connection at European Ports & Airports: Solutions to Accelerate Transport ElectrificationEN
  6. 06European Fleet Operators Urge EU Commission Not To Weaken Truck Emissions PolicyEN
  7. 07Ready to Scale: Europe Will Have Enough Cells to Meet Demand and Grow Its Domestic Battery Value Chain IndustryEN
  8. 08Voltaback raises €2.8M to scale EV charging reimbursement across EuropeEN
  9. 09Mistral and Black Forest Labs backer Headline closes $400M European fundEN
  10. 10Deepslate secures €7.7M for its European voice AI platformEN
  11. 11DIG Ventures closes $120M Fund III to back Europe's AI infrastructure startupsEN
  12. 12Orange Business to provide European Union's backbone network for trusted data exchangeEN
  13. 13Four forces set to reshape technology in 2027 – OmdiaEN
  14. 14Europe's Space Industry Seeks Greater Supply Chain ControlEN
  15. 15Why Europe has been absent from the great AI safety debateEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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