RFK Jr. will US-Gesundheitsdaten bündeln und per KI durchsuchen lassen
Robert F. Kennedy Jr. hat am Montag bei einer Veranstaltung des Maha Institute gefordert, medizinische Daten und Lebensstildaten zusammenzuführen und Regierung und unabhängigen Forschern zugänglich zu machen. Eine KI soll darin nach Zusammenhängen zwischen Impfungen und Krankheiten wie Autismus und Sterblichkeit suchen.

Der US-Gesundheitsminister stellte den Plan bei einer Veranstaltung des Maha Institute vor. Dessen Direktor Mark Gorton hatte sich zwei Wochen zuvor selbst als "der kühnste Impfgegner auf der Impfgegner-Konferenz" bezeichnet. Das geht aus einem Bericht des Guardian hervor, der die Montagsveranstaltung begleitete. Dem Guardian zufolge sahen etwa zwei Dutzend Menschen den Livestream.
Kennedy begründete die Datensammlung mit dem Ziel, chronische Krankheiten zu untersuchen. "Wir müssen Amerikas Gesundheitsdaten nutzen, um festzustellen, ob die Lebensmittel, die wir essen, die Chemikalien, denen wir ausgesetzt sind, die Impfstoffe, die wir verabreichen, und die anderen Umwelt- und Lebensstilfaktoren auf die eine oder andere Weise zur Epidemie chronischer Krankheiten beitragen", sagte er.
Die Maschinerie, die er beschrieb, existiert in Teilen bereits. Kennedy sagte, sein Ministerium führe Daten aus der FDA, den CDC und den Centers for Medicare and Medicaid Services zusammen. Medicaid und Medicare nannte er die reichsten Quellen: Hunderte Millionen Menschen in Medicaid, darunter Dutzende Millionen Kinder, die zehn oder zwanzig Jahre lang eingeschrieben seien, sowie Medicare-Daten über ältere Amerikaner und Menschen mit Behinderungen. Neben dieser Aussage steht eine eigene Arbeitsspur zur Umweltbelastung. Am Mittwoch veröffentlichte die Environmental Justice Foundation eine Zusammenfassung ihres Poison-Plastics-Berichts. Sie beruht auf einer neuen Auswertung der PlastChem-Daten und argumentiert, dass Kunststoffchemikalien in Alltagsgegenständen von Lebensmittelverpackungen bis zu Kinderspielzeug ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen. Der Bericht formuliert deutlich: Produkte sollten "sicher durch Konstruktion" sein, und heute sind sie es nicht. Kennedy nannte den Bericht nicht, und die beiden Datenvorhaben sind in dem Dossier nicht miteinander verbunden.
Dünner wird Kennedys Argument bei den Bundesstaatsdaten, die er einbeziehen will. Datensätze der Bundesstaaten, die an die CDC gemeldet werden, nannte er "unbrauchbar", weil sie oft unterschiedliche Datenpunkte erfassen. Er sagte: "Zu viele dieser Systeme bleiben isoliert und können uns nicht die Echtzeitinformationen liefern, die wir brauchen, um Gesundheit in großem Maßstab zu verstehen." Ein breiterer Zugang würde es Behörden nach seiner Argumentation ermöglichen, Impfregister, klinische Daten, Laborergebnisse, Apothekeninformationen und Versicherungsansprüche zu verknüpfen, "um ein vollständigeres Bild vom Gesundheitszustand eines Patienten über einen langen Zeitraum zu schaffen".
Auf Impfstoffe kam er wiederholt zurück. Bei den CDC, so sagte er, verglichen Mitarbeiter mit dem Vaccine Safety Datalink die Gesundheitsergebnisse geimpfter und ungeimpfter Menschen. Sie untersuchten Aluminium-Adjuvantien, den Zeitpunkt der Hepatitis-B-Impfung im Säuglingsalter, Lebend- gegenüber abgeschwächten Impfstoffen sowie Influenza-, Covid- und HPV-Impfstoffe bei Kindern.
Auf der KI-Seite sagte Kennedy, Bundesbeamte nutzten die Technologie bereits zur Verarbeitung der Daten. "Studien, die früher Jahre dauerten, kann man buchstäblich in Sekunden erledigen", sagte er. Er sagte außerdem, der OpenAI-Mitgründer Sam Altman habe ihn diese Woche getroffen und ihm erzählt, das HHS setze generative KI stärker ein als jede andere Bundesbehörde. Kennedy nannte sie "Superintelligenz".
Der Guardian wies darauf hin, dass OpenAI-Agenten in diesem Sommer US-Regierungswebsites und die australische Medicare-Website gehackt haben, wie kürzlich bekannt wurde. Dieser Kontext zählt für jeden, der abwägt, wie viele sensible Gesundheitsdaten in Systeme fließen sollten, die auf derselben Klasse von Werkzeugen aufbauen.
Verbraucher-Scans bringen weiter Geld
Während Washington über die Zusammenführung von Datensätzen debattiert, verkauft der private Markt Scans direkt an Einzelpersonen. Am Mittwoch veröffentlichte TechCrunch eine Folge des Equity-Podcasts mit der Frage, ob sich der Körperscan von Neko Health lohnt. Das vom Spotify-Mitgründer Daniel Ek mitgegründete Start-up hatte 700.000.000 Dollar eingesammelt und ist in den USA gestartet.
In der Folge, moderiert von Dominic-Madori Davis mit dem Gründer von Preface Ventures, Farooq Abbasi, heißt es, Neko sei nicht allein: Midjourney baut einen eigenen Körperscanner, und Function Health hat erhebliches Kapital für eine Präventionsplattform eingesammelt. Die Diskussion dreht sich darum, was geschehen muss, damit Körperscans Teil des breiteren Gesundheitssystems werden und nicht nur eine Premium-Zusatzleistung bleiben.
Am anderen Ende der Altersspanne kamen diese Woche auch die Belege zu Bildschirmen. CNN berichtete am Mittwoch über eine Auswertung jahrzehntelanger Forschung mit fast drei Millionen Kindern bis 18 Jahre in 64 Ländern. Danach ging mehr Bildschirmzeit mit schlechteren Ergebnissen beim Denken, Lernen, Sprechen, Verhalten und bei der Emotionsregulation einher.
Die Letztautorin Sheri Madigan, Psychologieprofessorin an der University of Calgary, sagte CNN, die Zusammenhänge seien "relativ klein, wie die meisten anderen Prädiktoren der kindlichen Entwicklung, aber klein heißt nicht bedeutungslos". Sie sagte außerdem, Eltern sollten nicht schlussfolgern, Bildschirme seien grundsätzlich schlecht, und neuere Studien zeigten stärkere Zusammenhänge als ältere.
Zwei Forscherinnen, die nicht beteiligt waren, stützten die Studie mit Einschränkungen. Tatiana Íñiguez Berrozpe von der University of Zaragoza nannte sie "methodisch sehr solide" mit einer "extrem großen" Stichprobe. Esther van Sluijs von der Loughborough University sagte, sie lasse keine starken Schlüsse über bestimmte Arten der Bildschirmnutzung wie soziale Medien oder Gaming zu, weil die Datenlage nicht ausreiche.
Wer die Gesundheitsnachrichten der Woche als eine Geschichte lesen will, wird feststellen, dass die Teile nicht sauber zusammenpassen. Kennedy will mehr Verknüpfung und mehr KI-Auswertung von Datensätzen, die in Bundesprogrammen bereits existieren. Neko und seine Konkurrenten wollen, dass Menschen einen Scan kaufen, bevor etwas schiefgeht. Die Bildschirmzeit-Auswertung legt nahe, dass die universellste digitale Belastung im Leben von Kindern auch die am schwersten zu isolierende ist, weil die Forschung korrelativ ist und die Wirkungsrichtung offen bleibt.
Nicht jeder akzeptiert die Zahlen zum Ride-Hailing
An anderer Stelle der Verbraucherdaten in dieser Woche berichtete Business Insider am Mittwoch über eine Analyse von Len Sherman, Executive in Residence an der Columbia Business School. Danach wuchs die Zeit zwischen der Zuordnung eines Uber-Fahrers zu einem Fahrgast und dessen Ankunft zwischen dem ersten Quartal 2023 und dem gleichen Zeitraum dieses Jahres um 19 Prozent. Der Preis pro Meile stieg im Durchschnitt um 53 Prozent.
Sherman untersuchte 37.500 Fahrten in sechs US-Städten mit Daten von GigU, einer App, die Fahrern ihren erwarteten Verdienst zeigt, bevor sie eine Fahrt annehmen. Die Wartezeiten stiegen in fünf der sechs Städte, darunter Atlanta, Dallas und Houston, und sanken in Tampa, Florida, leicht. Sherman sagte, die Zahlen ließen die Zeit unberücksichtigt, die Fahrgäste auf die Zuordnung eines Fahrers warten, und nannte sein Maß "per Definition" eine Unterschätzung.
Uber bestritt die Ergebnisse. "Diese Analyse stützt sich auf eine Reihe von Ungenauigkeiten, die wir öffentlich widerlegt haben", sagte ein Sprecher zu Business Insider und lehnte eine konkrete Stellungnahme zu den Wartezeit- und Pro-Meile-Zahlen ab. Der Bericht zitiert außerdem den Axios Harris Poll 100 aus dem Jahr 2026, in dem Uber auf Platz 72 landete, nach Platz 58 im Jahr 2025.
Die Uber-Studie ist keine Gesundheitsgeschichte, aber sie ist dasselbe Argument, das Kennedy in einem anderen Register vorbringt: dass große Plattformen Daten darüber besitzen, wie ein Dienst tatsächlich funktioniert, und dass externe Forscher die Behauptungen überprüfen können sollten. Ob dieser Zugang von Regulierern gewährt, von Verbrauchern gekauft oder von Wissenschaftlern erzwungen wird, lässt die Berichterstattung der Woche offen.
Quellen
5- 01RFK Jr outlines expansive vision for collecting US health data at Maha eventEN
- 02Is Neko Health's body scan worth it? Spotify billionaire's startup has come to AmericaEN
- 03More screen time is linked to poorer child development, study showsEN
- 04Uber Wait Times Rise 19% as Prices Climb 53%: StudyEN
- 05Poison Plastics: How chemicals in everyday plastics are harming your healthEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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