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Studie mit 20 Teilnehmern verbindet stark verarbeitete Lebensmittel mit Depressionen, während Science sich der Frauengesundheit zuwendet

Wer stark verarbeitete Lebensmittel um mehr als 85 Prozent reduziert, verbessert drei Depressionsmaße deutlich. Das zeigt eine Pilotstudie mit 20 Teilnehmern, die am 23. September erschien. In derselben Woche widmete die Zeitschrift Science der Gesundheit von Frauen eine Sonderausgabe, und Forschende trieben die Überwachung chronischer Beckenschmerzen per Wearable voran.

GesundheitErklärtHanna VogtVeröffentlicht: 2. Oktober 20267 Min. LesezeitQuellen 15
Studie mit 20 Teilnehmern verbindet stark verarbeitete Lebensmittel mit Depressionen, während Science sich der Frauengesundheit zuwendet

Die Studie kommt von der UC San Francisco und wurde von den National Institutes of Health finanziert. Ihre Autoren bezeichnen sie als die erste, die Depressionssymptome bei denselben Teilnehmern vor und nach dem Abrücken von der üblichen stark verarbeiteten Ernährung vergleicht. Sie erschien am 23. September in JAMA Psychiatry, wie aus einer am 1. Oktober von ScienceDaily veröffentlichten Zusammenfassung hervorgeht.

Zwanzig Personen machten mit. Das Durchschnittsalter lag bei 44 Jahren, 70 Prozent waren weiblich. Vierzehn hatten zusätzlich eine Angststörung, und jeder Teilnehmer hatte einen hohen BMI sowie mindestens eine Stoffwechselstörung wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhtes LDL-Cholesterin. Die Teilnehmer reduzierten ihre Aufnahme stark verarbeiteter Lebensmittel um mehr als 85 Prozent. Die Angstwerte verbesserten sich neben den Depressionsmaßen leicht.

Der Letztautor Andrew Krystal, Professor in den Abteilungen für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften sowie für Neurologie der UCSF, sagte, die Pilotstudie habe „erfolgreich die Machbarkeit einer Durchführung dieser Forschung in einer größeren Studie belegt". Das Team plant eine größere Phase-2-Studie, deren Rekrutierung bald beginnen soll.

Was der Darm mit der Stimmung zu tun hat

Die korrespondierende Autorin Nyasha Chagwedera, die das UCSF Metabolic and Mental Health Program gegründet hat, bot einen Mechanismus statt einer Heilung an. „Den Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel in unserer Ernährung zu senken, kann schwierig sein, weil sie sehr schmackhaft, billig und praktisch sind", sagte sie. „Stark verarbeitete Lebensmittel setzen Dopamin frei, das Glückshormon, und das verstärkt das Verlangen. Lebensmittelunternehmen arbeiten mit Wissenschaftlern zusammen, um genau die richtige Menge Zucker, Salz und Fett zu finden, die einen immer mehr essen lässt."

Ihre Hypothese dreht sich um das, was sie einen „undichten, aus dem Gleichgewicht geratenen Darm" nennt. Danach schädigen stark verarbeitete Produkte die Schutzschicht des Darms. Dieser Schaden erzeugt eine chronische Entzündung niedriger Intensität, die Depressionen entweder direkt verursacht oder Menschen dafür anfälliger macht. „Mit anderen Worten: minderwertige Verarbeitung kann dem Darm auf eine Weise schaden, die bis ins Gehirn durchschlägt", sagte Chagwedera.

ScienceDaily weist darauf hin, dass die Studie klein und die Ergebnisse vorläufig sind. Dieser Vorbehalt ist wichtig, denn dieselbe Woche brachte einen weit größeren Beleg dafür, wie sich Diagnosen im Laufe der Zeit verschieben. Er zeigt in eine andere Richtung.

Eine dänische Studie mit mehr als 2.100.000 Kindern und Jugendlichen ergab, dass junge Menschen mit einer ADHS- oder Autismusdiagnose der Allgemeinbevölkerung heute stärker ähneln als jene, die ein Jahrzehnt zuvor diagnostiziert wurden. Die in JAMA Psychiatry veröffentlichte Arbeit wurde vom Barcelona Institute for Global Health gemeinsam mit der Universität Aarhus geleitet. Sie verglich mehr als 71.000 diagnostizierte junge Menschen zwischen 2012 und 2022 mit mehr als 713.000, die keine der beiden Diagnosen erhalten hatten.

Der Unterschied beim niedrigen Geburtsgewicht ist das deutlichste Beispiel. Zu Beginn des Zeitraums war bei Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht die Wahrscheinlichkeit, später eine ADHS- oder Autismusdiagnose zu erhalten, um 54 Prozent höher. Am Ende war dieser Unterschied auf 17 Prozent gefallen. Ähnliche Rückgänge zeigten sich bei Frühgeburten und mehreren Maßen sozioökonomischer Benachteiligung.

„Die Kernbotschaft ist nicht, dass diese Risikofaktoren nicht mehr wichtig sind", sagte Magnus Elias Tarp, Doktorand an der Universität Aarhus und Erstautor der Studie. „Wir haben festgestellt, dass Menschen, die in den letzten Jahren diagnostiziert wurden, der Allgemeinbevölkerung stärker ähneln als jene, die dieselben Diagnosen ein Jahrzehnt zuvor erhielten."

Science widmet der Gesundheit von Frauen eine eigene Ausgabe

Am Donnerstag veröffentlichte die Zeitschrift Science eine Sonderausgabe zur Gesundheit von Frauen, herausgegeben von einem rein weiblichen Team: Yevgeniya Nusinovich, Sacha Vignieri, Joana Osório und Sarah Ross. STAT berichtete am 1. Oktober, die Herausgeberinnen hätten politische Angriffe auf die Rechte und die Gesundheitsversorgung von Frauen sowie Mittelkürzungen für die Forschung in diesem Bereich als dringende Motive für die Ausgabe genannt.

„Die Bedeutung klinischer Studien speziell mit Frauen hat über die Jahre Anerkennung gewonnen, und das sollte weiter gestärkt werden, auch weil Kürzungen der Forschungsmittel genau auf diese und andere frauenspezifische Forschung zielen und die Qualität der künftigen Gesundheitsversorgung von Frauen bedrohen", sagten die Herausgeberinnen.

Die Übersichtsarbeiten der Ausgabe behandeln geschlechtsabhängige biologische Unterschiede jenseits der Fortpflanzung, die Rolle der XX- und XY-Chromosomen bei Alterung und Krankheit sowie den Stand der Menopauseforschung. Eine der Arbeiten stellt fest, dass Frauen funktionelle Schmerzen etwa doppelt so häufig erleben wie Männer, wobei anhaltende Beckenschmerzen oft lähmend werden. „Frauen warten verzweifelt auf konkrete Antworten, die helfen könnten, die verbreitete Haltung ‚alles nur im Kopf' gegenüber ihren Erkrankungen zu beenden", schrieben die Autoren der Übersichtsarbeit.

Nusinovich, leitende Redakteurin bei Science, zog eine Grenze zwischen reproduktiver und postreproduktiver Forschung und sagte, der Fokus der letzteren liege nicht auf der Verbesserung des Fortpflanzungserfolgs, sondern auf der Gesundheit der Frau selbst.

Frauen erleben funktionelle Schmerzen etwa doppelt so häufig wie Männer, und die Science-Übersicht benennt ein Defizit bei den Bemühungen, weiblichen Schmerz zu verstehen.

Dieses Defizit ist der Hintergrund für eine separate Arbeitsrichtung zu Wearables. Forschende am Mount Sinai haben Wearable-KI genutzt, um langes Sitzen bei Frauen mit chronischen Beckenschmerzen vorherzusagen. Darüber berichteten Medical Xpress am 30. September und Digital Journal am 1. Oktober. Die zugrunde liegende Arbeit zur Vorhersage von Sitzphasen, gerichtet auf On-Device-Lernen und Echtzeiteinsatz, wurde am 30. September in einer Nature-Zeitschrift veröffentlicht.

Das größere Bild der Finanzierung digitaler Gesundheit ist gemischt. Endpoints News berichtete am 1. Oktober exklusiv, dass Parakeet Health, ein Start-up, das KI einsetzt, um Patienten anzurufen, ihnen zu schreiben und E-Mails zu senden, 10.000.000 Dollar eingesammelt hat. Dasselbe Medium berichtete, dass das Versicherungs-Start-up Devoted Health fast 1.200.000.000 Dollar eingesammelt hat, nachdem es Hunderttausende neue Senioren als Mitglieder gewonnen hatte.

Nicht jeder Dollar fließt in die Versorgung. CNBC berichtete am 1. Oktober, die Blue Cross Blue Shield Association schätze, dass die Nutzung KI-gestützter medizinischer Kodierung durch Krankenhäuser zwischen 2023 und 2025 zusätzliche Kosten von nahezu 1.000.000.000 Dollar, genauer 942.000.000 Dollar, für ihre Gesundheitspläne verursacht habe. Die BCBSA gab an, rund 70 Prozent dieser Summe, also 653.000.000 Dollar, hingen mit zusätzlichen Diagnosen zusammen, die ohne eine Änderung der Behandlung gestellt wurden. Das sagte Luke Chalker, Senior Vice President für Produkt und Datenwissenschaft des Verbands.

Chalker vermied es, die KI für den gesamten Anstieg verantwortlich zu machen. „Auch wenn mehrere Faktoren zur Kodierungsintensität beitragen, legen die Ergebnisse nahe, dass KI-gestützte Kodierungs- und Dokumentationswerkzeuge eine Rolle spielen", sagte er zu CNBC. Christopher Whaley, Gesundheitsökonom an der Brown University, der die Kodierung in Krankenhäusern untersucht, sagte, KI scheine „die bestehenden und zugrunde liegenden Abrechnungsanreize im System zu beschleunigen und gewissermaßen leichter erfassbar zu machen". Er merkte an, dass die zusätzlichen Diagnosen in vielen Fällen legitim seien und früher schlicht nicht erfasst worden seien.

Zwei weitere Datenpunkte aus demselben 24-Stunden-Fenster liegen weiter entfernt von der Klinik. Das National Center for Health Statistics der CDC schlug im August eine Überarbeitung des National Health Interview Survey vor. Danach würde der Fragebogen für Erwachsene von 482 auf 150 Fragen gekürzt, und Punkte zu Hörgeräten, Erschöpfung, Kognition sowie Mobilitätshilfen wie Rollstühlen und Rollern würden gestrichen. STAT berichtete am 1. Oktober, Fürsprecher warnten, die Änderung würde Menschen mit geistiger und entwicklungsbedingter Behinderung zu wenig erfassen. Diese Gruppe wird nach einem kürzlich erschienenen, von CDC-Statistikern mitverfassten Beitrag womöglich bereits mit einer Quote von 75 Prozent übersehen. Ein Sprecher des HHS lehnte es ab zu erklären, warum die Fragen zur Behinderung gestrichen wurden, deutete aber an, die Änderungen gingen auf das Bestreben zurück, die Kosten der Datenerhebung zu senken.

In Deutschland ist das Führungszeugnis ab dem 1. Oktober als PDF verfügbar, das in das BundID-Postfach geliefert wird, zum selben Preis von 13 Euro wie die Papierfassung, mit einem qualifizierten elektronischen Siegel und einem QR-Code zur Prüfung. Heise berichtete, nötig seien ein BundID-Konto, ein Ausweis mit Online-Funktion und ein NFC-fähiges Smartphone. Das Bundesamt für Justiz behebe noch Probleme der Prüf-App auf einigen Samsung-Modellen.

Für die Wearable- und Ernährungsforschung ist der rote Faden derselbe, den die Science-Herausgeberinnen benannt haben: Die Beweislage ist dünner als die Begeisterung. Eine Crossover-Studie mit 20 Teilnehmern und ein Wearable-Vorhersagemodell sind frühe Signale, keine gesicherte Wissenschaft. Beide erscheinen in einem Förderklima, das die Science-Herausgeberinnen als aktiv feindlich gegenüber frauenspezifischer Forschung beschreiben.

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Quellen

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  1. 01Could quitting ultra-processed food boost your mental health?EN
  2. 02Top journal's special issue on women's health casts spotlight on menopause and painEN
  3. 03ADHD and autism diagnoses have surged. A massive study may help explain whyEN
  4. 04Health insurer points finger at AI as nearly $1 billion in questionable hospital charges appearEN
  5. 05As CDC redesigns annual health survey, it removes questions about disabilitiesEN
  6. 06Führungszeugnis seit 1. Oktober auch digital bestellbarEN
  7. 07Parakeet Health raises $10M to automate patient outreachEN
  8. 08Insurer startup Devoted Health raises $1.2B as it revs up growthEN
  9. 09Is AI jacking up healthcare costs?EN
  10. 10China is excelling in health tech. That's good news for the worldEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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