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US-Aufsicht nimmt Rechenzentrum in New Jersey zum Anlass für schärfere Kontrolle von Gaskraft vor Ort

New Jersey hat ein KI-Rechenzentrum in Vineland mit 1.070.000 Dollar bestraft, weil es 62 Erdgasgeneratoren ohne Genehmigung betrieb. Data Center Knowledge berichtete am 30. September über den Fall und liest ihn als Warnung für die ganze Branche.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 30. September 20266 Min. LesezeitQuellen 10
US-Aufsicht nimmt Rechenzentrum in New Jersey zum Anlass für schärfere Kontrolle von Gaskraft vor Ort

Das Umweltministerium von New Jersey erklärte, der Betreiber DataOne habe 62 Erdgasgeneratoren ohne die nötigen Genehmigungen installiert und betrieben. Ein Beamter des Bundesstaats verkündete die Maßnahme am 22. September. DataOne bestritt die Feststellung des Ministeriums zu den temporären Generatoren, wie der New Jersey Monitor laut Data Center Knowledge berichtete. Das Unternehmen kündigte an, Luftgenehmigungen zu beantragen und mit den Aufsichtsbehörden in Kontakt zu bleiben.

Dieser eine Fall ist wichtig, weil er die Vorlage abgibt. Der KI-Ausbau überholt den Netzanschluss, deshalb stellen Betreiber die Erzeugung hinter den Zähler. Lärm und Abgase landen dann in der Nachbarschaft statt zu verschwinden.

Hinter dem Zähler ist kein Freibrief

„KI-Rechenzentren werden zunehmend auch zu Kraftwerken und nicht nur zu Rechenanlagen“, sagte Abhijit Sunil, Senior-Analyst bei Forrester, zu Data Center Knowledge. Die KI-Infrastruktur lasse sich „inzwischen schneller errichten, als die herkömmlichen Genehmigungs- und Prüfverfahren sie überhaupt erfassen sollten“. Im selben Beitrag zitiert ihn der Bericht mit den Worten: „Den Druck vom Netz zu nehmen beseitigt keine Umweltkosten.“

Den Druck vom Netz zu nehmen beseitigt keine Umweltkosten.

Für die Anwohner zählen laut Bericht Verbrennungsrückstände wie NOx, CO und Feinstaub sowie Dauerlärm oder häufige Lärmspitzen. Sunil empfiehlt eine Bewertung, die Stromverbrauch, Netzausbau, Wasser, Fläche, Emissionen und Lärm abdeckt und gegen den wirtschaftlichen Nutzen des Projekts abwägt. Diese Liste ist deutlich länger als die, mit der die meisten Projektprüfungen arbeiten. Sie trifft Betreiber, die jahrelang argumentiert haben, Erzeugung hinter dem Zähler sei eine private Sache zwischen einem Unternehmen und seinen Gerätelieferanten.

In Texas ist der Streit am schärfsten. Inside Climate News berichtete am 30. September, dass Verwaltungsrichter der Public Utilities Commission of Texas am Mittwoch einen Entscheidungsentwurf zum Antrag von El Paso Electric auf den Bau eines Erdgaskraftwerks mit 366 Megawatt vorgelegt haben. Die Anlage McCloud soll Metas 10.000.000.000 Dollar teures Rechenzentrum mit 1 Gigawatt im Nordosten von El Paso versorgen.

Die Richter stellten fest, dass das Versorgungsunternehmen Alternativen nicht ausreichend geprüft und keine Ausschreibung an Auftragnehmer gestellt hat. Sie empfehlen eine Genehmigung nur unter der Bedingung, dass El Paso Electric keine Kapital- und Betriebskosten auf die Tarifkunden abwälzt. Ohne diese Bedingung empfehlen sie die Ablehnung. Die fünf Kommissionsmitglieder haben noch keine Abstimmung angesetzt.

Das Detail ist unangenehm für das Versorgungsunternehmen. El Paso Electric behauptete zunächst, Solar werde den Standort versorgen, und beantragte im Dezember den Bau einer Anlage mit 813 modularen Erdgasgeneratoren des Auftragnehmers Enchanted Rock, jeder mit 450 Kilowatt, zu geschätzten Gesamtkosten von 499.000.000 Dollar. Die Richter fanden, El Paso Electric habe Enchanted Rock vorgeschlagen, nachdem Meta das Unternehmen empfohlen hatte, und andere Auftragnehmer nicht geprüft. Eine Kosten-Nutzen-Analyse, ob Gas die wirtschaftlichste Option ist, habe es nicht gegeben. Die Richter schrieben, Wurldwide, eine im Antrag genannte Meta-Tochter, habe „den Prozess vorangetrieben“.

El Paso Electric antwortete in dem Bericht von Inside Climate News nicht. Auch Meta äußerte sich dort nicht. Verónica Carbajal von der Sembrando Esperanza Coalition, die mehr als 1.000 Stellungnahmen gegen den Antrag einreichte, sagte der Redaktion: „Wir sind enttäuscht. Wenn der Bundesstaat es ernst meinen würde, würde die Kommission alles ablehnen, was mit Rechenzentren zu tun hat.“

Missouri plant 5.400 MW neue Gaskraft

Am 29. September reichte Ameren Missouri bei der Missouri Public Service Commission einen langfristigen Energieplan ein, der die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhöhen würde, wie CleanTechnica berichtete. Der Plan sieht 5.400 MW neue Gaskraft bis 2032 vor, ein Plus von 1.700 MW, verschiebt die Schließung des Kohlekraftwerks Sioux auf 2035 und zweier Blöcke in Labadie um sechs Jahre auf 2042, kürzt die Solarleistung vor 2030 um 900 MW auf 1.300 MW und streicht neue Windkraft vor 2030, während die Windleistung insgesamt um 500 MW sinkt. Ameren strich zudem sein Ziel zur Reduzierung von Kohlendioxid aus den Werbematerialien zum Plan.

Jenn DeRose von der Sierra-Club-Kampagne Beyond Coal in Missouri sagte, das Versorgungsunternehmen „gräbt mit seinem stark verschmutzenden Plan weiter, obwohl es einräumt, dass extreme Wetterereignisse zunehmen“. Der Sierra Club weist außerdem auf Amerens eigene Aussage hin, wonach das Unternehmen die Folgen der von ihm gebauten Erzeugung für die öffentliche Gesundheit nicht berücksichtigt und auch nicht das entweichende Methan aus Förderung und Transport von Gas.

Europas Problem ist die Offenlegung. Lighthouse Reports reichte am Montag bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde nach der Aarhus-Konvention ein. Die EU habe einen „Mantel des Schweigens“ um Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren gelegt, berichtete POLITICO am 30. September. Nach den eigenen Zahlen der Kommission kommen Europas Rechenzentren 2025 auf 20,7 Terawattstunden Strom und mehr als 8.000.000 Kubikmeter Wasser, ein Plus von 26 Prozent und 52 Prozent gegenüber 2024. Die Summen stammen jedoch aus unvollständigen Daten und werden nur als Gesamtwert veröffentlicht.

Ein Gesetz von 2024 verbietet Brüssel und den EU-Hauptstädten, Informationen und zentrale Leistungskennzahlen einzelner Rechenzentren offenzulegen. Die Kommission antwortete nicht auf die Anfrage von POLITICO. In der vergangenen Woche stellte sie ein Transparenzlabel vor, Mindeststandards für die Leistung sollen folgen.

Die nationale Berichterstattung erzählt dasselbe. NL Times berichtete am 30. September, dass weniger als ein Viertel der größeren niederländischen Rechenzentren Strom- und Trinkwasserzahlen veröffentlicht. Der Dutch Datacenter Association zählte Ende des vergangenen Jahres 186 gewerbliche Standorte mit mindestens 500 kW. Die Netherlands Enterprise Agency, die die Daten für die EU sammelt, hat Unterlagen zu 104 davon, öffentliche Zahlen zum Stromverbrauch liegen für 44 vor, zum Wasserverbrauch für 47. Statistics Netherlands beziffert den Stromverbrauch niederländischer Rechenzentren 2024 auf 5.100.000.000 kWh, das sind 4,6 Prozent des nationalen Verbrauchs. Der Netzbetreiber TenneT erwartet bis 2030 einen Anteil von 10 bis 15 Prozent.

Das Land darunter

Die Erzeugung rückt auch auf öffentliches Land vor. NPR berichtete am 30. September, dass Valar Atomics das Projekt Beehive auf mehr als 9.000 Acres Land des Bureau of Land Management nahe Price in Utah vorgeschlagen hat. Rund 456 kleine Reaktoren sollen etwa 9,6 Gigawatt für Rechenzentren liefern, dazu Brennstoffproduktion und Abfalllagerung. Zum Vergleich: Utah erzeugt im Mittel etwa 4 Gigawatt, mit Sommerspitzen nahe 10 Gigawatt. Der nichtnukleare Bau könnte noch in diesem Jahr beginnen, die ersten Reaktoren sollen 2028 ans Netz gehen.

Das Utah-Büro des Bureau of Land Management bestätigte gegenüber NPR, dass der Antrag vorliegt und auf Vollständigkeit geprüft wird. Neal Clark von der Southern Utah Wilderness Alliance nannte den Plan besorgniserregend. Lexi Tuddenham von der Healthy Environment Alliance of Utah sagte, ihr Hauptziel sei Aufmerksamkeit. Die Salt Lake Tribune berichtete vergangene Woche zuerst über den Teil des Projekts auf Staatsland, während NPR über die größere Bundesfläche anhand von Dokumenten berichtet, die die Redaktion geprüft hat.

Das Muster ist überall dasselbe: Der Strom rückt näher an die Menschen, die Informationen darüber entfernen sich weiter von ihnen.

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Quellen

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  1. 01Data Center On-Site Power Brings Pollution Risks Closer to HomeEN
  2. 02Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10B Meta Data CenterEN
  3. 03Ameren Missouri Proposes Pollution-Heavy Future to Power Data CentersEN
  4. 04EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
  5. 05Most data centers refusing to say how much water, electricity they useEN
  6. 06A startup wants to build a massive nuclear-powered data center on public land in UtahEN
  7. 07Digital Realty Plans Cable Landing Station at Los Angeles Data CenterEN
  8. 08Globe Telecom bets $1B on data centers as the Philippines positions for hyperscale boomEN
  9. 09Chinese firms trail global peers on profits, but AI power boom offers bright spot: NatixisEN
  10. 10Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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