ACER: Netzinvestitionen in Europa von 2019 bis 2025 im Schnitt um 155 Prozent gestiegen
Die EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) hat am Freitag mitgeteilt, dass die jährlichen Investitionen in die Stromnetze in 24 europäischen Ländern von 2019 bis 2025 im Durchschnitt um 155 Prozent gestiegen sind, etwa das 2,55-Fache des Niveaus von 2019. Das dürfte die Netzentgelte erhöhen.

ACER, die Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden, veröffentlichte am Freitag ihren Monitoringbericht „Energy infrastructure development in Europe 2026“. Der Bericht untersucht 24 Länder, darunter Norwegen. In 22 von ihnen stiegen die jährlichen Netzinvestitionen 2025 gegenüber 2019. Nur Luxemburg und Norwegen senkten ihre Ausgaben. Die größten Zuwächse verzeichneten Deutschland, Griechenland und Schweden mit 505 Prozent, 327 Prozent und 310 Prozent.
Die 155 Prozent sind ein Durchschnitt über die 24 Länder. Verglichen wird das Investitionsjahr 2025 mit 2019, nicht ein Sprung innerhalb eines Jahres. Laut Bericht haben sich die jährlichen Investitionen seit 2019 mehr als verdoppelt, und die meisten europäischen Länder erwarten bis 2030 höhere Ausgaben für ihre Netzinfrastruktur. ACER rechnet damit, dass die Investitionen in die Stromnetze bis 2030 weiter steigen. Verzögerungen und Engpässe könnten die Kosten für Verbraucher nach oben treiben. Oilprice berichtete, dass die Stromnachfrage in Europa trotz schwacher Industrieaktivität und hoher Energiekosten steigt und dass mehr Solar- und Windstrom die Netze belastet.
15 von 18 Ländern wollen bis 2030 mehr ausgeben
18 der 24 untersuchten Länder legten Schätzungen vor. Davon erwarten nach Angaben von ACER 15 höhere Netzinvestitionen im Jahr 2030 als 2025, im Schnitt um 134 Prozent. Das sind 83 Prozent der Länder, die Schätzungen abgaben. Die Niederlande rechnen mit einem Anstieg um fast das Fünffache gegenüber dem Niveau von 2025. Unter den 18 Ländern sagen Estland, Lettland und Zypern Rückgänge voraus. ACER schrieb, die Schätzungen „sollten mit Vorsicht bewertet werden, angesichts der wiederholten Verzögerungen und Verschiebungen von Übertragungsprojekten“.
Kosten für Verbraucher und Netzentgelte
Höhere Netzinvestitionen dürften nach Einschätzung von ACER die Netzentgelte steigen lassen. Die Agentur verwies auf Branchenschätzungen, wonach die Netzkosten für Verbraucher bis 2050 um 50 bis 100 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau steigen könnten. Laut Bericht zählen steigende Herstellerpreise und höhere Netzinvestitionen zu den wichtigsten Treibern. Die Gasnachfrage in der EU soll bis 2030 um etwa 18 Prozent gegenüber 2025 sinken, um die Klimaziele zu erreichen. Dann teilen sich weniger Kunden die festen Netzkosten, was die Entgelte weiter nach oben treibt.
Kommission schätzt Bedarf bis 2050
Die Europäische Kommission schätzt, dass bis 2050 für die Netze 2.000.000.000.000 bis 2.300.000.000.000 Euro (2.250.000.000.000 bis 2.600.000.000.000 Dollar) nötig sind. Das geht aus einer Prüfung des Europäischen Rechnungshofs hervor, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Bis zum Ende des Jahrzehnts bräuchte die EU nach Angaben der Kommission 584.000.000.000 Euro (656.000.000.000 Dollar). Sie gibt an, dass 40 Prozent der Verteilnetze älter als 40 Jahre sind und sich die grenzüberschreitende Übertragungskapazität bis 2030 verdoppeln soll.
Quellen
32- 01CATF Recommendations for the Upcoming Grid PackageEN
- 02Data centres increase pressure on Portugal's power system as ACER calls for improved planningEN
- 03EU grid investment to keep rising toward 2030, ACER saysEN
- 04Europe's Grid Spending Is Up 155% Since 2019EN
- 05ACER: Hydrogen progress hampered by high costs and slow transposition - INSIGHT EU MONITORINGEN
- 06Smart meter penetrations lagging in eight EU countries - Enlit WorldEN
- 07Virtual power plants can help avoid overbuilt grid if AI boom goes bustEN
- 08UK ministers seek powers to investigate when AI agents are let off the leashEN
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