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EZB lässt Zinsen unverändert und verweist auf Dezember-Daten

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag den Einlagensatz bei 2,5% belassen. Ob sie ihn erhöht, sollen die Daten bis Dezember entscheiden, sagte Präsidentin Christine Lagarde. Die Inflation liegt bei 4%, doppelt so hoch wie das Ziel. Die Zinsentscheidung fiel nur Stunden, nachdem Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt angekündigt hatte.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 27
EZB lässt Zinsen unverändert und verweist auf Dezember-Daten

EZB hält Zins und verweist auf Dezember

Lagarde sprach auf einer Konferenz zur Finanzbildung in Mailand, die das italienische Osservatorio organisiert hatte. Die Reihe der Indikatoren vor der nächsten Sitzung des EZB-Rats werde die Frage klären, sagte sie. „Wir werden zwischen jetzt und Dezember viele Indikatoren haben, die uns wirklich helfen werden zu bestimmen, ob eine Erhöhung nötig ist.“

Die EZB ließ den Einlagensatz bei 2,5%, den Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und den Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,9%. Der EZB-Rat habe auf seiner Oktober-Sitzung über eine Zinserhöhung beraten, sich aber einstimmig für das Abwarten weiterer Belege entschieden, sagte Lagarde. Die EZB hat die Zinsen in diesem Jahr zweimal erhöht. Sie will verhindern, dass ein durch den Iran-Krieg ausgelöster Energiesprung bei den Preisen sich festsetzt. Weitere Schritte hat sie signalisiert, ohne es jedoch eilig zu haben, solange keine Belege für gefährliche Zweitrundeneffekte bei der Inflation vorliegen.

Die Zinsentscheidung wurde nur Stunden veröffentlicht, nachdem Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt angekündigt hatte. Sie will am 7. Februar 2027 zurücktreten, Monate vor dem förmlichen Ende ihrer Amtszeit. Viele Entscheidungsträger, darunter die einflussreichen Chefs der deutschen und der italienischen Zentralbank, haben signalisiert, dass ein weiterer Schritt im Dezember wahrscheinlich sein könnte.

Inflation und Energie

RTE berichtete, die Inflation im Euroraum sei im Oktober auf ein Dreijahreshoch von 4% gestiegen, getrieben von Lebensmittel- und Energiekosten. Analysten erwarten, dass sie in den kommenden Monaten weiter klettert. Lagarde sagte, die Zahlen seien „überwiegend energiegetrieben“, und die Energiekosten „drückten das Wachstum und trieben die Preise“. Die EZB erklärte, die Energiepreise seien weiter gestiegen, was Aufwärtsrisiken für den Inflationsausblick und Abwärtsrisiken für das Wachstum berge.

Lagarde sagte, die Zentralbank beobachte genau mögliche Zweitrundeneffekte des durch den Iran-Krieg ausgelösten Energieschocks. Der Konflikt hat die Preise für Diesel für Autos und Kerosin für Flugzeuge erhöht, mit Folgewirkungen über die direkten Kraftstoffrechnungen hinaus. Die Kerninflation sei weitgehend stabil geblieben, und die Löhne hätten keine „wesentliche Reaktion“ auf höhere Preise gezeigt, sagte sie. Doch „das größere Ausmaß und die längere Dauer des Energieschocks“ dürften die Inflation nach oben treiben und das Wachstum schwächen.

Wachstum, KI und Anleihemärkte

In der EZB-Erklärung hieß es, die Finanzierungsbedingungen hätten sich seit der letzten Sitzung des EZB-Rats verschärft, was wahrscheinlich auf Inflation und Wachstum drücke. Lagarde sagte, es sei sehr schwierig, angebotsgetriebene von nachfragegetriebenen Schocks zu trennen. Investitionen in KI treiben die Nachfrage und machen die Wirtschaft des Euroraums zugleich widerstandsfähiger. „Die aktuelle Lage wird dadurch erschwert, dass der Energieschock und die KI in entgegengesetzte Richtungen ziehen“, sagte sie.

Die EZB dürfe das Zinsinstrument nicht „wie einen Hammer“ einsetzen, könne aber ebenso wenig zulassen, dass die Inflationserwartungen davonlaufen, sagte Lagarde. Reuters berichtete, Frankreich zahle für zehnjährige Kredite einen Aufschlag von 155 Basispunkten gegenüber Deutschland, den höchsten seit Jahrzehnten. Lagarde sagte, die Anleiherenditen dürften für hoch verschuldete Mitglieder des Euroraums hoch bleiben, was die EZB berücksichtigen müsse.

Die EZB habe Instrumente, um zu reagieren, falls Marktentwicklungen die reibungslose Übertragung der Geldpolitik bedrohten, auch durch „ungerechtfertigte und ungeordnete Marktbewegungen“, sagte sie. Ökonomen haben gewarnt, der Anstieg der Kreditkosten dürfte den Kreditfluss bremsen und die Wirtschaft verlangsamen.

Wie es weitergeht

Die EZB-Mitarbeiter werden nächsten Monat neue Konjunkturprojektionen veröffentlichen, vor der letzten Sitzung der Zentralbank in diesem Jahr im Dezember. Lagarde nannte die sechs Wochen vor der Sitzung „informationsreich“. Die Daten würden helfen zu bestimmen, ob sich die Lage bestätige, die eine Erhöhung hätte rechtfertigen können. „In diesem Fall ist die Richtung ziemlich klar“, sagte sie.

Die große Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen rechnet mit nur einer oder zwei weiteren Erhöhungen, bevor der aktuelle Straffungszyklus endet. Lagarde sagte: „Was uns antreibt, ist das Preisstabilitätsmandat, das wir haben.“

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Quellen

27
  1. 01ECB keeps December rate hike on table amid mounting inflation risksEN
  2. 02ECB's Lagarde Says December Data Will Determine Need for Rate Hike, Warns of Persistent Energy ShockEN
  3. 03ECB's Lagarde warns inflation risks persist as energy and AI trends divergeEN
  4. 04Lagarde Signals December Rate Decision Hinges on Incoming Data as Euro Zone Inflation Hits 4%EN
  5. 05ECB's Lagarde says data will tell if December rate hike neededEN
  6. 06Christine Lagarde Says ECB Keeps Rates Unchanged, Citing Rising Energy Prices And Inflation Risks: how 9 outlets framed itEN
  7. 07ECB rate hike looks nearly certain after inflation rises to 3-year highEN
  8. 08Lagarde downplays inflation risk as ECB holds, announces her early exitEN
  9. 09ECB President Lagarde announces resignation after months of speculationEN
  10. 10ECB weighs December rate hike as policymakers assess inflation signalsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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