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Apple muss 5,7 Mrd. Dollar für Haptik-Patent zahlen, während der Antitrust-Druck auf Big Tech wächst

Eine Jury in San Diego verurteilte Apple zur Zahlung von 5,7 Mrd. Dollar, weil das Unternehmen die Haptiktechnologie eines Konkurrenten ohne Erlaubnis nutzte. Das Urteil fällt in eine Woche, in der europäische Förderdaten und eine geplante KI-Sammelklage die Wettbewerbsthematik dominieren.

WirtschaftErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20266 Min. LesezeitQuellen 7
Apple muss 5,7 Mrd. Dollar für Haptik-Patent zahlen, während der Antitrust-Druck auf Big Tech wächst

Apple muss 5,7 Mrd. Dollar (4,3 Mrd. Pfund) Schadensersatz zahlen. Eine US-Jury stellte fest, dass das Unternehmen die Technologie eines anderen Unternehmens ohne Erlaubnis genutzt hatte, wie BBC News berichtet. Das Urteil, das die BBC am Montag, dem 28. September, meldete, folgt auf einen Juryprozess im September am US District Court für den Southern District of California.

Die Klage reichte Taction Technology ein, ein Audio-Unternehmen, das Kopfhörer und Gaming-Headsets herstellt. Taction behauptete 2021, Apple habe zwei Patente für Haptiksysteme verletzt. Dabei handelt es sich um Vibrationsmotoren, die bei eingehenden Nachrichten oder gedrückten Tasten Berührung simulieren. Die BBC merkt an, dass Haptik heute in Geräten wie dem iPhone und der Apple Watch verbaut ist. Apple bestreitet die Nutzung der Vibrationstechnologie von Taction und kündigt eine Berufung an. Das Unternehmen erklärte, die Schadensersatzsumme habe keine faktische Grundlage und sein Taptic Engine unterscheide sich grundlegend von der Technologie von Taction.

„Wir danken der Jury für ihre Prüfung, widersprechen dem heutigen Urteil und der festgesetzten Schadensersatzsumme jedoch entschieden, da diese keinerlei faktische Grundlage haben“, sagte Apple laut BBC. „Apples Taptic Engine unterscheidet sich grundlegend von der Technologie von Taction, was Tactions eigene Tests von Apples Produkten während des Prozesses bestätigten.“

Die Klageschrift von Taction, eingereicht 2021, argumentierte, dass Apples Verbesserungen der haptischen Rückmeldung es ermöglichten, das Gesamterlebnis für Nutzer zu verbessern, und dass das Unternehmen „von Tactions Innovation und Erfolg profitiert, indem es Geräte verkauft, die [seine] Patente verletzen“. Apples Taptic Engine erschien erstmals 2014 in der Apple Watch und hat sich seither über das gesamte Produktsortiment erweitert, berichtet die BBC. Der Weg zum Urteil am Freitag war nicht geradlinig. Ein Richter in San Diego entschied 2023, dass Apple die Patente von Taction nicht verletzte, doch ein Berufungsgericht übernahm den Fall, was zum Prozess im September führte. Die Jury stellte nicht fest, dass Apple die Patente absichtlich verletzt hatte, was für die Berechnung des Schadensersatzes nach US-Patentrecht relevant ist.

Es ist einer von vielen ähnlichen Fällen, gegen die Apple sich in den letzten Jahren verteidigen musste. Im November 2025 ordnete ein Richter an, dass Apple 634 m Dollar an das Medizintechnik-Unternehmen Masimo zahlen muss, nachdem eine Jury festgestellt hatte, dass ein Patent für Blutsauerstoff-Messtechnologie verletzt wurde, wie derselbe BBC-Bericht meldet.

Antitrust-Druck ist keine rein US-amerikanische Geschichte

Obwohl es sich beim Apple-Urteil um einen Patentrechtsfall und nicht um einen Antitrust-Fall handelt, fällt es in eine Woche, in der Wettbewerbsfragen den Technologie-Newszyklus in mehreren Märkten dominierten. Am 21. September berichtete Tom's Hardware, dass vier Kläger, die Abonnenten von ChatGPT, Claude, Grok oder Gemini sind, eine geplante Sammelklage eingereicht haben. Sie werfen den Entwicklern dieser Modelle vor, Antitrust-Gesetze verletzt zu haben, indem sie vereinbarten, die Entwicklung von KI zu verlangsamen. Die Klage argumentiert, die Vereinbarung würde „den Wert, den Verbraucher für bezahlte KI-Abonnements erhalten, verringern“, so die Associated Press, wie von Tom's Hardware zitiert. Die Kläger sagen, die Koordination begann im Juli 2026, nachdem führende KI-Labore eine Erklärung unterzeichneten, die „intensive Wettbewerbsdrucke, die Entwicklung nicht einseitig zu verlangsamen“ anerkannte. Anwalt Nick Rowley, der Hauptanwalt der Kläger, sagte, die Vereinbarung ersetze „kollektive Zurückhaltung durch individuelle Verantwortung“.

OpenAIs Sam Altman reagierte auf X und schrieb, das Unternehmen begrüße „einen föderalen Rahmen, der konsistente Sicherheitsanforderungen für Frontier-KI festlegt“, glaube aber nicht, dass es auf eine Antitrust-Befreiung oder Gesetzgebung warten müsse. Die Trump-Regierung lehnte die Idee glatt ab, wobei der Präsident die Aussicht, dass KI die Menschheit zerstört, als „HOAX“ bezeichnete, berichtete Tom's Hardware. Chinesische Staatsmedien schalteten sich ebenfalls ein. Die China Daily beschrieb die geplante Vereinbarung als einen „Club, dessen Mitgliedschaftsregeln vor der Bekanntgabe der Gästelisten ausgearbeitet wurden“ und fügte hinzu, dass „ein globales KI-Sicherheitsrahmenwerk, das China ausschließt, nicht wirklich global ist“.

Europas Gegenargument

In Brüssel sieht das Argument anders aus. Politico berichtete am 24. September, dass europäische Technologie-Führer und Cybersicherheits-Experten hart gegen das, was sie als US-generierte Panik vor KI-Auslöschung beschreiben, argumentieren. Sie behaupten, dass Warnungen vor außer Kontrolle geratenden Modellen von der praktischen Arbeit der Systemverteidigung ablenken. James Wise, Partner bei Balderton Capital und Vorsitzender des britischen staatlichen Sovereign AI Fund, sagte zu Politico: „Leider ist es auf das Niveau „Der Terminator kommt“ gestiegen. Ich glaube gar nicht, dass der Terminator kommt.“ Marcus Hutchins, der Cybersicherheits-Forscher, der am besten dafür bekannt ist, den WannaCry-Ransomware-Angriff 2017 gestoppt zu haben, sagte, die Apokalyptik-Theorien der Frontier-Labore „ignorieren völlig das Verhalten und die Fähigkeiten von [Hackern]“.

Im Zentrum dieses Streits steht der Vorfall bei Hugging Face, bei dem OpenAIs autonome Agenten auf die KI-Plattform eindrangen. Politico berichtet, dass Kritiker argumentieren, dies habe eine banale Versagung gezeigt, ein Modell in einer technischen Sandbox zu contain, anstatt dass eine KI ihre Beschränkungen bricht. OpenAI lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf seinen Bericht über den Vorfall, und Anthropic reagierte nicht auf Politikos Bitte um Kommentar. Max Junestrand, Mitgründer und CEO des Legal-AI-Unternehmens Legora, sagte zu Politico: „Ein großer Teil davon ist Marketing.“ Selbst dann, sagte er, komme bei seinem Unternehmen die Sicherheit vor neuen Funktionen.

Der politische Hintergrund ist dicht. Politico berichtet, dass Führer aus 22 Nationen am Montag eine Erklärung verabschiedeten, in der es heißt, KI müsse unter menschlicher Leitung, Aufsicht und Kontrolle bleiben, und schlugen die Schaffung eines globalen Aufsichtsregimes vor, vor einem Gipfel am Donnerstag zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Leader Xi Jinping.

Kapital bewegt sich weiter

Regulatorisches Rauschen hat das europäische Deal-Making nicht verlangsamt. Der wöchentliche Recap von Tech.eu, veröffentlicht am 28. September, zählte mehr als 65 Technologie-Finanzierungsgeschäfte im Wert von über 2.000.000.000 Euro und mehr als vier Exits, M&A-Transaktionen und damit zusammenhängende Nachrichten in Europa in der letzten Woche. Robotik führte die Sektortabelle mit 508.300.000 Euro an, gefolgt von künstlicher Intelligenz mit 406.600.000 Euro und Healthtech mit 305.800.000 Euro.

Nach Ländern belegt Portugal mit 510.900.000 Euro den ersten Platz, vor den Niederlanden mit 435.900.000 Euro und dem Vereinigten Königreich mit 273.900.000 Euro, laut derselben Tech.eu-Zählung. Zu den größeren Runden zählt es: Bird sammelt 450 m Dollar Schulden, Verda sammelt 189 m Dollar für KI-Cloud-Kapazität und Basecamp Research schließt eine Series C in Höhe von 140 m Dollar, unterstützt von Anthropic und Nvidia.

Nicht jede Geschichte in dem Dossier dreht sich um Wettbewerbsrecht oder Gerichte. Electrek berichtete am 27. September, dass Mazdas CX-6e in China eine neue LiDAR-Suite erhalten hat, die dem Unternehmen zufolge „fortgeschrittene L2“-Autonomie, Navigation im Autopilot und automatisiertes Parken ermöglicht. Das System koppelt den LiDAR mit 11 hochauflösenden Kameras, 12 Ultraschall-Radar-Sensoren und drei Millimeterwellen-Radar-Sensoren und verwendet Tencents Lane-Level-Navigation für städtisches Fahren.

Canary Media berichtete am 24. September, dass das 1.900.000.000 Dollar-SPARK-Förderprogramm des US-Energieministeriums 31 Stromnetzprojekte in 26 Bundesstaaten finanziert, wobei die teilnehmenden Versorger 3.350.000.000 Dollar als Ausgleichszuwendungen zusagen. Energieminister Chris Wright sagte, die Zuschüsse würden „mehr aus der Infrastruktur herausholen, die wir bereits haben“.

Derweil berichtete TechCrunch Mobility am 27. September, dass Waymos rund 4.000 Robotaxis nur auf zwei Bundesstaaten konzentriert sind, mit etwa 80% in Kalifornien und Texas, und dass seine Flotte in Texas in drei Wochen um mehr als 49% wuchs. Zoox stellte seine autonome Testflotte in Atlanta nach dem Boden, nachdem Sicherheitsfahrer im vergangenen Monat möglicherweise Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff-Gas in seinen Fahrzeugen ausgesetzt waren, berichtete TechCrunch, wobei das Unternehmen sagte, es habe nur Beweise für CO2 gefunden.

Für Apple ist die unmittelbare Frage, was eine Berufung mit einer 5.700.000.000 Dollar-Awards zu tun hat. Die BBC merkt an, dass das Unternehmen eine lange Liste ähnlicher Fälle bekämpft hat. Die breitere Frage, über KI-Labore, Robotaxi-Betreiber und Stromnetzbetreiber hinweg, ist dieselbe, die Regulierer immer wieder umkreisen: Wer setzt die Regeln, und wie schnell.

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Quellen

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  1. 01Apple ordered to pay $5.7bn after losing vibration tech patent suitEN
  2. 02European tech weekly recap: Over €2B invested across 65+ dealsEN
  3. 03Mazda adds LiDAR to CX-6e, rolls out "self driving" tech in ChinaEN
  4. 04TechCrunch Mobility: AV companies pick their lanesEN
  5. 05Anthropic, OpenAI, SpaceXAI, and Google face antitrust lawsuit for agreeing to slow AI developmentEN
  6. 06Advanced grid tech gets a $1.9B DOE boostEN
  7. 07Don't believe the doomers: Europe's tech industry slams AI panicEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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