Konsortium mit Bezos kauft Minderheitsanteil am FC Liverpool für 5,5 Mrd. Pfund
Ein Konsortium unter Beteiligung von Jeff Bezos hat sich am 14. August bereit erklärt, einen Minderheitsanteil am FC Liverpool zu kaufen. Der Klub wird dabei laut Berichten mit 5.500.000.000 Pfund (7.450.000.000 Dollar) bewertet. Die Beteiligung soll Berichten zufolge 30 bis rund 40 Prozent betragen.

Die Fenway Sports Group teilte am 21. Juli mit, ein von Amit Bhatia geführtes Konsortium habe Interesse an einer strategischen Minderheitsbeteiligung am FC Liverpool bekundet. Am 14. August meldete sie eine verbindliche Vereinbarung über den Verkauf eines Minderheitsanteils an die 1892 Holdings, zu der Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört. Der Klub wird dabei laut Berichten mit 5.500.000.000 Pfund (7.450.000.000 Dollar) bewertet. Die FSG behält die Mehrheit und die operative Kontrolle. Der Abschluss braucht noch die Genehmigung der Aufsichtsbehörden, was laut FourFourTwo bis zu drei Monate dauern kann.
Wie groß der Anteil genau ist, ist umstritten. SportsPro und FourFourTwo nannten 30 Prozent, was 1.650.000.000 Pfund entspräche, eine Quelle sagte gegenüber beIN Sports, es sei etwa ein Drittel. IBTimes berichtete unter Berufung auf The Athletic und Sky Sports von rund 38 Prozent, Goal hielt einen Wert näher an 40 Prozent für wahrscheinlich. Damit blieben der FSG etwa 60 bis 62 Prozent des Klubs.
Vorstand und Kontrolle
Wird der Deal genehmigt, rückt Amit Bhatia als Vizepräsident des FC Liverpool in den Vorstand, zusammen mit Elaine Saverin von EE Capital und Bryan Baum von K5 Sports, wie beIN Sports berichtete. Bezos übernimmt keinen Sitz im Vorstand und soll sich nicht ins Tagesgeschäft einmischen. CNBC berichtete, Bezos habe mehr als 1.000.000.000 Dollar in den AnfangsFonds eingebracht. IBTimes bezeichnete den Deal als erste größere Investition von Bezos im Profisport. Bhatia ist Schwiegersohn des Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, und zum Konsortium gehören laut beIN Sports die Mittal Family Trusts. Der Name stammt vom Gründungsjahr des FC Liverpool, wie SportsPro berichtete.
FSG-Präsident Mike Gordon sagte, die Investoren teilten die langfristige Ausrichtung der Gruppe. „Liverpool wurde immer aufgebaut, indem man über eine Saison hinausdachte und Entscheidungen im langfristigen Interesse des Klubs traf“, sagte er. Bhatia sagte, das Konsortium sei „unglaublich stolz“, an der Seite der FSG zu investieren.
Warum die Bewertung zählt
Die FSG zahlte 2010 300 für Liverpool und rettete den Klub damit unter Tom Hicks und George Gillett vor der Insolvenz. Die Bewertung von 5.500.000.000 Pfund liegt rund 18 Mal so hoch. Sportico nannte sie einen Rekord für eine Investition in einen Fußballklub und damit höher als der Unternehmenswert von rund 5.800.000.000 Dollar, der sich aus dem Anteilskauf von Jim Ratcliffe bei Manchester United 2024 ergab, wie IBTimes berichtete.
Forbes bewertete Liverpool vor dem Verkauf mit 4.600.000.000 Dollar. Der Umsatz stieg von 195 Pfund in der Saison 2009/10 auf 703 Pfund im Jahr 2025, der höchste aller englischen Klubs, wie SportsPro berichtete.
Was sich beim Klub ändert
Der Klub erklärte, die Transaktion habe keinen Einfluss auf sein Vorgehen auf dem Transfermarkt. Die FSG hat schon früher Anteile verkauft, ohne die Kontrolle abzugeben: Dynasty Equity übernahm 2023 zwischen 1,9 und 3,8 Prozent des FC Liverpool, wie SportBible berichtete. Bei Manchester United dagegen kauften Ratcliffe und INEOS einen ähnlichen Anteil und übernahmen die Führung des Klubs, einschließlich personeller Änderungen im oberen Management, wie FourFourTwo berichtete.
Wie es weitergeht
Laut SportsPro hat das Konsortium eine Option auf die vollständige Übernahme, falls die FSG sich künftig zum Verkauf entschließt. IBTimes berichtete unter Berufung auf CNBC, die Gruppe habe eine Option, innerhalb von 12 Monaten Mehrheitsgesellschafter zu werden; bei Ausübung würde der FC Liverpool mit etwa 8.000.000.000 Dollar bewertet. The Guardian schrieb, die Option auf eine vollständige Übernahme laufe bis August 2027. Die FSG bezeichnet den Verkauf nicht als Ausstiegsstrategie; laut SportsPro braucht die FSG das zusätzliche Kapital nicht, was auf einen Liquiditätsschritt hindeutet.
Die Squad Cost Ratio der Premier League, ab der Saison 2026/27 in Kraft, begrenzt die Ausgaben für die Mannschaft auf 85 Prozent der Fußballumsätze plus Nettoertrag aus Spielerverkäufen, wie FourFourTwo berichtete. Geld der Eigentümer zählt nicht auf diese Obergrenze, deshalb deutet das neue Kapital auf Infrastruktur und kommerzielle Einnahmen hin, nicht auf das Transferbudget.
Quellen
12- 01Jeff Bezos Joins Liverpool Ownership as Bhatia-Led Group Buys 38% Stake With Option to Take Control of ClubEN
- 02Bezos-backed consortium buys into LiverpoolEN
- 03Official: Jeff Bezos buys minority stake in LiverpoolEN
- 04Jeff Bezos Liverpool takeover explained: FSG leaving, transfer budget and All or Nothing documentaryEN
- 05FSG cashes in but what next for Liverpool after Bezos consortium's UK£1.65bn deal?EN
- 06Everything we know about Jeff Bezos to Liverpool as FSG stance emerges and investor steps downEN
- 07Jeff Bezos to become Liverpool co-owner as FSG agree to sell HUGE stake in clubEN
- 08'Don't expect Kylian Mbappe to rock up at Anfield!' - What 1892 Holdings' 1.65 billion investment in Liverpool means for the fans, FSG, Jeff Bezos and Amit BhatEN
- 09Liverpool handed Jeff Bezos investment verdict as former CEO shares theory on FSG takeover plan - Liverpool EchoEN
- 10Liverpool owner FSG holds talks over buying majority stake in Cadillac F1 teamEN
- 11Liverpool Owners FSG Reportedly in Talks Over Cadillac F1 StakeEN
- 12Liverpool owners FSG in talks to buy majority stake in Cadillac F1 team for over £2bnEN
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