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Schwarzer Block in Lyon: Zusammenstöße bei Frankreichs viertem Herbststreik

Am 5. November fand in Frankreich der vierte landesweite Streik des Herbstes statt. Das Innenministerium schätzte 575.000 Menschen bei rund 200 Demonstrationen und meldete 448 Festnahmen. In Lyon kam es zu Zusammenstößen mit einem Schwarzen Block, die Polizei setzte Tränengas ein und ging mit Sturmangriffen vor.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20263 Min. LesezeitQuellen 31
Schwarzer Block in Lyon: Zusammenstöße bei Frankreichs viertem Herbststreik

Landesweite Beteiligung und Sicherheitslage

Innenminister Laurent Nuñez sagte, 70.000 Polizisten seien im Einsatz, und versprach eine "extrem entschlossene Antwort" auf Gewalt. Das Ministerium meldete zunächst 600.000 Demonstranten, korrigierte die Zahl dann auf 575.000, darunter 65.000 in Paris. 448 Menschen seien festgenommen worden. Die Feuerwehr rückte zu 86 Bränden aus, darunter einer in einem Aufenthaltsraum einer Schule in Toulouse. In Straßburg wurde eine Puppe eines Polizeibeamten der Bereitschaftspolizei verbrannt.

Sophie Binet von der CGT sagte, bis 13 Uhr seien mehr als 250.000 Menschen in fast 70 Städten auf die Straße gegangen, und nannte den Tag "nur den Anfang". Laut Ministerium verliefen die Märsche überwiegend friedlich. Zusammenstöße zwischen Polizei und "Gruppen radikaler und linksextremer Aktivisten" gab es in Rennes, Nantes, Lyon und Marseille.

Zusammenstöße mit dem Schwarzen Block in Lyon

In Lyon formierten sich mehrere Hundert Menschen in Schwarz mit verdeckten Gesichtern zu einem Schwarzen Block nahe der Gallieni-Brücke über die Rhône. Sie warfen Gegenstände und Feuerwerkskörper auf die Bereitschaftspolizei, die mit Tränengas und Sturmangriffen antwortete. Nahe der Brücke wurde ein Auto in Brand gesetzt.

Die Präfektur von Lyon zählte nach Angaben von voz.us 40 Verletzte, darunter 34 Polizisten und sechs Demonstranten, sowie 24 Festnahmen. Sie gab die Beteiligung mit 30.500 an, die CGT mit 55.000. Die Behörden hatten Demonstrationen in weiten Teilen der Innenstadt verboten; die Gewerkschaften klagten dagegen ohne Erfolg. Die Zusammenstöße legten Metro und Standseilbahnen der Stadt lahm.

Das Büro von Nuñez räumte "Spannungen in Lyon" ein, wo sich mehrere Hundert Personen zu einem Schwarzen Block zusammengeschlossen hätten. Die Märsche landesweit beschrieb es zugleich als "im Allgemeinen gut" verlaufend.

Auswirkungen und Forderungen

Der Streik führte zur Schließung von Schulen und störte Krankenhäuser und den öffentlichen Nahverkehr. Das Bildungsministerium erklärte, 16 Prozent der Lehrkräfte hätten gestreikt; die Gewerkschaften sagten, der Ausfall habe mehr als jedes vierte Lycée und die meisten Universitäten getroffen. Etwa 40 Prozent der geplanten Zugverbindungen fielen aus, und der Eiffelturm blieb den ganzen Tag geschlossen.

Zum Streik aufgerufen hatte L'intersyndicale, der Zusammenschluss aller großen französischen Gewerkschaften. Sie forderte höhere Löhne und bessere öffentliche Dienste; Studierendenverbände unterstützten den Aufruf. Die CGT verlangte eine sofortige Erhöhung des Mindestlohns um 10 Prozent, die CFDT 100 Euro im Monat. Beide wiesen die Erhöhung zurück, die die Regierung am 1. November eingeführt hatte und die nach ihrer Rechnung 15 Euro auf ein Monatsgehalt aufschlägt. Studierendenorganisationen forderten mehr als 10.000.000.000 Dollar im Bildungsbudget, 1.500.000.000 Dollar für die Schulinfrastruktur und 250.000 zusätzliche Studienplätze.

Die Bewegung ging aus einem Streik von Schülern und Lehrern an einem Gymnasium im Pariser Umland im September hervor, bei dem es um Personal und Ausstattung ging. Ihre Forderungen wurden erfüllt, der Streik endete. Die Bewegung breitete sich jedoch landesweit aus und erfasste Gewerkschaften und Gelbwesten-Protestierende.

Wie es weitergeht

Premierminister Sébastien Lecornu will am kommenden Montag eine "Sozialkonferenz" mit Arbeitgebern und Gewerkschaften abhalten, wie sein Büro mitteilte; Thema seien "Kaufkraft und Löhne". Die Gewerkschaften gelobten, die im September begonnene Protestwelle "auf die nächste Stufe" zu heben. Die wieder erstarkten Gelbwesten riefen für Freitag und Samstag zu weiteren Blockaden und Protesten auf.

Frankreich geht im April in eine Präsidentschaftswahl, in den Umfragen führt Marine Le Pen.

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Quellen

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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

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Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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