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Blue Origins erste externe Runde ist überzeichnet, AMD zahlt 8,2 Milliarden Dollar für World Labs

Blue Origins erste Finanzierungsrunde von außen ist "überzeichnet" und noch offen, sagte CEO Dave Limp am Dienstag. In derselben Woche erklärte sich AMD bereit, World Labs für 8,2 Milliarden Dollar zu kaufen.

WirtschaftNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 30. September 20267 Min. LesezeitQuellen 4
Blue Origins erste externe Runde ist überzeichnet, AMD zahlt 8,2 Milliarden Dollar für World Labs

Blue Origins erste Kapitalerhöhung von außen ist nicht abgeschlossen und stößt auf großes Investoreninteresse. CEO Dave Limp sagte das am Dienstag auf dem Tech-Gipfel "Hello, America" der Trump-Regierung in Washington, D.C. Er nannte die Runde "überzeichnet".

Für ein 26 Jahre altes Unternehmen ist das eine bemerkenswerte Verschiebung. Amazon-Gründer Jeff Bezos hat es seit der Gründung im Jahr 2000 allein finanziert. Limp bestätigte weder die endgültige Höhe der Runde noch, wie viel Bezos eingezahlt hat. "Ich bin erstaunt, wie sehr die Investorengemeinschaft den Weltraum umarmt", sagte er laut CNBC, das seine Äußerungen am 30. September meldete. In der vergangenen Woche berichtete das Wall Street Journal, Blue Origin habe bereits 10 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 140 Milliarden Dollar eingesammelt. Davon habe Bezos 2 Milliarden Dollar beigesteuert, seit der Gründung seien 30 Milliarden Dollar investiert worden. Limp wollte diese Zahlen nicht bestätigen. Die Lücke ist wichtig: Eine überzeichnete Runde kann am Ende höher oder niedriger schließen als die Zahl, die eine Zeitung nannte, bevor das Buch geschlossen wurde.

Weltraumkapital ist nicht das einzige Geld, das sich bewegt

Dieselbe Woche brachte eine viel größere und konkretere Transaktion im Bereich KI. AMD und World Labs erklärten, AMD werde das Unternehmen für Weltmodelle bis Ende des Jahres übernehmen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung. Der Deal hat ein Volumen von 8,2 Milliarden Dollar. Ars Technica berichtete am 29. September über die Vereinbarung.

World Labs wurde 2024 von der Computer-Vision-Wissenschaftlerin Fei-Fei Li zusammen mit Justin Johnson, Christoph Lassner und Ben Mildenhall gegründet, mit 230 Millionen Dollar Finanzierung, teilweise von AMD. Die Modelle des Unternehmens sollen die physische Welt so gut simulieren, dass sie für Vorhersagen nützlich sind. Das erste öffentliche Werkzeug, Marble, erzeugt kleine 3D-Räume mit Gaußschen Splats, die sich als Assets für Film- und Spielproduktion exportieren lassen. Spätere Modelle und Werkzeuge, darunter Atlas, verlagerten den Schwerpunkt. Die kommerzielle Zugkraft hinter dem Sektor sind synthetische Daten für das Training von Robotern. In diesem Feld hält Nvidia, der direkte Konkurrent von AMD, eine starke Führung. AMD hat eigene KI-Modelle ausgeliefert, darunter das Open-Source-Modell Micro-World. Ars Technica merkt jedoch an, dass AMD keinen Stack hervorgebracht hat, der mit Nvidias Cosmos-Reihe konkurriert. Nach dem Deal wird Fei-Fei Li Executive Vice President und Chief Scientist bei AMD. Johnson und Mildenhall führen das World-Labs-Team weiter, das zu AMD stößt. AMDs Ankündigung rahmt den Kauf um Reasoning, Robotik, Simulation und physische KI.

Zwei Deals, zwei sehr unterschiedliche Finanzierungsmomente. Der eine ist eine private Runde, die noch nicht bewertet ist. Der andere ist eine unterzeichnete Übernahme mit einer konkreten Zahl.

Bezos' Raketenunternehmen und seine Reparaturarbeit

Blue Origins Kapitalerhöhung fällt in einen operativen Hintergrund, der alles andere als geklärt ist. Ende Mai erlitt New Glenn eine katastrophale Explosion auf dem Startplatz des Unternehmens in Cape Canaveral, die erheblichen Schaden verursachte. Limp sagte am Dienstag, der Plan sei weiterhin, dass New Glenn noch vor Ende dieses Jahres wieder fliegt. Am Startplatz arbeiten 1.000 Menschen, 500 in der Tagesschicht und 500 in der Nachtschicht. Die Bilanz der Rakete ist gemischt. New Glenn erreichte auf ihrem ersten Flug Anfang letzten Jahres die Umlaufbahn und landete ihren Booster bei der zweiten Mission im letzten Herbst. Bei einer dritten Mission im April landete der Booster, aber die Nutzlast, ein Satellit für AST SpaceMobile, wurde in der falschen Umlaufbahn ausgesetzt und ging verloren.

Investoren sollen außerdem zwei Satellitenkonstellationen bewerten, die noch nicht existieren. TeraWave, im Januar vorgestellt, ist ein geplanter Kommunikationsdienst für Unternehmens-, Rechenzentrums- und Regierungskunden, nicht für Verbraucher, mit mehr als 5.400 Satelliten im niedrigen Erdorbit. Project Sunrise, im März bekannt gegeben, würde etwa 56.000 Satelliten einsetzen, die KI-Berechnungen aus dem Weltraum bewältigen können.

Limp äußerte sich so detailliert wie noch nie zuvor zur Strategie der orbitalen Rechenzentren. Er sagte, viele schwere Rechenzentren würden in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht, wo die Solarenergie konstant ist, gestartet mit New Glenn. Diese Zentren hätten begrenzte Kommunikationsfähigkeiten und würden sich mit TeraWave verbinden, um Ergebnisse zur Erde zu liefern. Laut Limp ermöglicht das den Zugang zu "effektiv unendlicher Rechenleistung". Das Unternehmen strebt eine Startfrequenz an, die von Hunderten auf Tausende von Missionen pro Jahr steigt. Auf die Frage, warum Blue Origin jetzt externe Investoren einbezieht, nannte Limp eine "Kombination von Dingen": die Flüge von New Glenn, die beiden Konstellationsankündigungen und die Notwendigkeit, Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. "Großartige Talente zu gewinnen ... ist in einer wettbewerbsintensiven Welt schwierig, und offensichtlich ist eine externe Bewertung des Unternehmens, die den Mitarbeitern zeigt, was der Wert ist, sehr hilfreich", sagte er. Er fügte hinzu: "Ich bin fest davon überzeugt, dass dies die beste Investition sein wird, die Jeff je gemacht hat, und übrigens hat er einige gute in seiner Erfolgsbilanz."

Der Börsengang von SpaceX im Juni gab dem Sektor einen öffentlichen Maßstab und lenkte mehr Aufmerksamkeit auf den kommerziellen Weltraum. Blue Origins Runde ist das Echo davon im Privatmarkt.

Wohin das neueste Geld fließt

KI bleibt das dominierende Ziel. AMDs Scheck über 8,2 Milliarden Dollar für World Labs, ein Unternehmen, das vor kaum zwei Jahren gegründet wurde, ist das klarste Signal dieser Woche dafür, was Chiphersteller zahlen, um eine Lücke zu Nvidia zu schließen. Ars Technica merkt an, dass die Übernahme für ein so junges Unternehmen früher kam als erwartet. Die frühere AMD-Investition macht sie allerdings weniger überraschend.

Nuklear- und Fusions-Start-ups ziehen Kapital aus einem anderen Grund an: Strom für Rechenzentren. NPR berichtete am 30. September, dass Valar Atomics "Project Beehive" auf mehr als 9.000 Acres Land des Bureau of Land Management bei Price, Utah, plant, mit Rechenzentren und etwa 456 kleinen Kernreaktoren, plus Anlagen zur Produktion von Kernbrennstoff und zur Lagerung von Abfällen. Die Dokumente wurden exklusiv von NPR eingesehen. Die Gesamtleistung würde bei etwa 9,6 Gigawatt für die Rechenzentren liegen, plus mehr Wärme für industrielle Nutzung. Zum Vergleich: NPR merkt an, dass der gesamte Bundesstaat Utah im Durchschnitt nur etwa 4 Gigawatt Strom produziert, mit einer Sommer-Spitzenkapazität von nahezu 10 Gigawatt. Der Zeitplan sieht vor, dass der nichtnukleare Bau bereits Ende dieses Jahres beginnt, mit den ersten Reaktoren irgendwann im Jahr 2028 am Netz. Valar hat auch etwa 650 Acres Staatsland beantragt; die Salt Lake Tribune berichtete letzte Woche erstmals über diese staatliche Landnutzung, aber nicht über den größeren föderalen Vorschlag.

Das Utah-Büro des BLM bestätigte gegenüber NPR, dass es einen Antrag erhalten habe und ihn auf Vollständigkeit prüfe. Valar erklärte, dass kein Bau beginne, bevor Genehmigungen und Zulassungen vorliegen. Lokale Gruppen sind nicht beruhigt. "Es ist besorgniserregend zu sehen, dass die Trump-Regierung mit Unterstützung des Staates Utah dies auf einer beträchtlichen Fläche öffentlichen Landes vorantreibt", sagte Neal Clark, Wildlands-Direktor der Southern Utah Wilderness Alliance. Lexi Tuddenham, Geschäftsführerin der Healthy Environment Alliance of Utah, sagte, das Wichtigste, was ihre Gruppe derzeit tun könne, sei, die Menschen darüber zu informieren.

Fusion, die andere Seite der Nuklear-Wette, ist langsamer. Japans Helical Fusion erwartet, im Jahr 2027 mit vorläufigen Einschalt-Tests an seinem Demonstrationsreaktor zu beginnen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit, laut The Asahi Shimbun. Der Pilot Helix HARUKA am National Institute for Fusion Science in Toki, Präfektur Gifu, ist Japans erster integrierter Pilotreaktor mit dem Helix-Ansatz. Der Bau der ersten Spiralwicklung begann Anfang dieses Jahres und ist nun weitgehend abgeschlossen. Wenn die Tests der ersten Phase erfolgreich sind, plant Helical Fusion eine zweite Spule und andere Hauptkomponenten, darunter einen Flüssigmetall-Wandblanket, vor den Einschalt-Tests der fertigen Anlage um 2030. Ein größerer Reaktor, HELIX KANATA, ist mit einer Nettoleistung von 50 MW geplant, mit Investitionen in vollem Umfang in den 2030er Jahren. CEO Takaya Taguchi sagte Reportern, das Unternehmen wolle frühestens in den 2040er Jahren eine kommerzielle Anlage bauen. Kosten, Sicherheit und Bautempo blieben neben den technischen Hürden bestehen. Japan hat Fusion als einen von 17 strategischen Sektoren eingestuft und plant 3,1 Billionen Yen (19,7 Milliarden Dollar) an öffentlicher und privater Finanzierung bis zum Geschäftsjahr 2040.

Sieben Jahrzehnte Fusionsforschung haben noch keinen kommerziell nutzbaren Reaktor hervorgebracht, wie der Asahi-Bericht anmerkt. Das hält das Geld nicht davon ab, anzukommen.

Nehmen wir die vier Datenpunkte zusammen. Blue Origin: Runde offen, Größe unbestätigt, Bewertung laut Wall Street Journal bei 140 Milliarden Dollar. AMD und World Labs: 8,2 Milliarden Dollar, Genehmigung ausstehend, unterzeichnet. Valar Atomics: 456 Reaktoren auf föderalem Land vorgeschlagen, Antrag in Prüfung. Helical Fusion: Tests 2027, kommerzielle Anlage vielleicht in den 2040er Jahren. Nur eine davon ist eine abgeschlossene Transaktion, und es ist die mit der geringsten Chance, neu bewertet zu werden.

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Quellen

4
  1. 01Blue Origin's first outside funding round is 'oversubscribed' and not closed yet, CEO saysEN
  2. 02AMD acquires World Labs AI startup, upping the ante against NvidiaEN
  3. 03Startup Wants to Build Nuclear-Powered Data Center on Public Land in UtahEN
  4. 04Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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