Raskin verlangt von Amazon, Google, Meta und Oracle Auskunft über Geheimhaltungsvereinbarungen zu Rechenzentren
Der Abgeordnete Jamie Raskin hat am Dienstag Briefe an Amazon, Google, Meta und Oracle geschickt. Er will wissen, welche Geheimhaltungsvereinbarungen diese Unternehmen mit Beamten geschlossen haben, die den Bau von Rechenzentren genehmigt haben. Das berichtete das Wall Street Journal am 30. September.

Raskin ist Demokrat aus Maryland und der führende Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses. Kopien der Briefe lagen dem Wall Street Journal vor. Demnach gingen die Anfragen am Dienstag raus, nach dem Bericht der Zeitung vom 30. September also am 29. September. Das WSJ deutet den Schritt als Versuch, die Aufsicht über die Anlagen zu verschärfen, die künstliche Intelligenz antreiben. Zugleich soll er die KI-Skepsis der Wähler vor den Zwischenwahlen bedienen.
Die Briefe fragen wenig ab: Informationen zu den Geheimhaltungsvereinbarungen. Wer sie unterzeichnet hat, was sie abdecken, ob lokale Beamte daran gehindert wurden, über Steuerkonditionen, Wasserverbrauch, Stromverträge oder Grundstücksgeschäfte zu sprechen. Das WSJ schreibt nicht, wie viele Briefe über die vier Unternehmen hinaus verschickt wurden, und auch nicht, ob die Unternehmen geantwortet haben. Keines der vier bestätigte den Eingang in der Geschichte des WSJ namentlich.
Warum jetzt
Der Zeitpunkt ist politisch, und das WSJ sagt das deutlich: Die KI-Skepsis ist inzwischen ein Wahlkampfthema. Rechenzentren sind zum physischen Fußabdruck des KI-Booms geworden. Die Geschäfte dahinter bleiben für die Anwohner oft unsichtbar, die am Ende neben den Umspannwerken und den Wasserleitungen leben.
Der Abgeordnete Jamie Raskin (D., Md.), der führende Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, schickte am Dienstag Briefe an Amazon.com, Alphabet's Google, Meta Platforms und Oracle und bat um Informationen zu den Geheimhaltungsvereinbarungen, die diese Unternehmen mit Regierungsbeamten im Zusammenhang mit dem Bau von Rechenzentren geschlossen haben.
Das ist der Nachrichtenaufhänger. Alles andere in diesem Text ist Kontext, und der Kontext zeigt in mehrere Richtungen zugleich.
Der kartellrechtliche Strang ist ein anderer
Raskins Briefe sind keine kartellrechtliche Anmeldung, und im WSJ-Bericht wird keine Aufsichtsbehörde genannt. Der Bezug zum Wettbewerbsrecht ist indirekt: Dieselben Unternehmen, die in den Briefen genannt werden, sind diejenigen, deren Marktmacht andernorts geprüft wurde. Zu den jüngsten Schlagzeilen, die dieser Text nicht als bestätigte Fakten behandelt, gehören ein Urteil vom September im Kartellverfahren gegen Googles Werbetechnologie, das dem Unternehmen den Erhalt seiner Werbebörse ermöglichte, sowie eine Notiz der Bank of America, die das Ergebnis als großen Gewinn für Google bezeichnete und zugleich ein Kursziel für Magnite anhob.
Diese Schlagzeilen dienen nur der Orientierung. Die Akte zu dieser Geschichte enthält keine Gerichtsdokumente, keinen Urteilstext und keine Erklärungen von Aufsichtsbehörden zu den Geheimhaltungsvereinbarungen der Rechenzentren. Der Bericht des WSJ ist hier die einzige Darstellung der Briefe. Er stützt sich auf Kopien der Korrespondenz, nicht auf Unternehmensaussagen.
Was der historische Befund nahelegt
Technologische Umbrüche kommen seit Langem gewöhnlich vor den Regeln an. In einem am 30. September bei Stories.Finance veröffentlichten Ich-Text beschreibt Marty Fridson, wie er 1976 als Unternehmensanleihenhändler mit Karteikarten statt Tabellenkalkulationen anfing. Bei Anleihen von Consolidated Edison verlor er Geld, weil eine Rating-Heraufstufung ihn zu spät erreichte. Sein Punkt ist keine Nostalgie. Er lautet, dass sich die Werkzeuge schneller änderten als die Gewohnheiten der Menschen, die sie nutzten, und dass der Übergang ebenso eine Verhaltenskomponente hatte wie eine digitale.
Dieselbe Lücke zeigt sich darin, wie Menschen sich zu den Maschinen selbst verhalten. MIT News berichtete am 29. September, dass das neue Buch der Professorin Sherry Turkle, "Artificial Intimacy," die These vertritt, die Nutzung von Chatbots sei für die menschliche Entwicklung und soziale Verbundenheit weitgehend schädlich. Turkles Formulierung, die MIT News zitiert, lautet, Chatbots böten "vorgetäuschte Empathie." Das Buch erschien bei Little, Brown and Company.
Zwei weitere Texte in der Akte vertreten eine weichere Version desselben Arguments: Das Werkzeug verändert, was der Nutzer denken kann, nicht nur, was der Nutzer tun kann. Es handelt sich um einen 2016 erschienenen Essay über kognitive Technologie, der bei cognitivemedium.com erneut veröffentlicht wurde, und um einen persönlichen Essay bei manuel.darcemont.fr. Beide erschienen am 30. September.
Was wir weiterhin nicht wissen
Das WSJ berichtet nicht, wie viele Geheimhaltungsvereinbarungen es gibt, in wie vielen Gerichtsbarkeiten sie gelten oder was sie enthalten. Es sagt nicht, ob Raskin eine Frist für Antworten gesetzt hat. Es sagt nicht, ob republikanische Mitglieder des Justizausschusses die Anfrage unterstützen. Solange nichts davon auftaucht, sind die Briefe eine Bitte um Informationen, kein Befund.
Quellen
5- 01Tech Giants Face Questions over Secret AI Data-Center DealsEN
- 02When the Tech Revolution Came to Wall StreetEN
- 03Who we become when we talk to machinesEN
- 04Thought as a Technology (2016)EN
- 05The last time my family was replaced by technologyEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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