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Chinas Streben nach Chip-Selbstversorgung: Patente, Personal und Exportkontrollen

Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie ergab, dass chinesische Unternehmen 44 Prozent der weltweit eingereichten Drohnenpatente im Jahr 2024 stellten, während US-Unternehmen bei 17 Prozent lagen. Nach Wert gemessen waren die US-Patente jedoch mit denen Chinas gleichauf, ein Muster, das das breitere Bild der Selbstversorgung widerspiegelt.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 2. Oktober 20266 Min. LesezeitQuellen 13
Chinas Streben nach Chip-Selbstversorgung: Patente, Personal und Exportkontrollen

Am Donnerstag veröffentlichte LexisNexis eine Studie, wonach chinesische Unternehmen 44 Prozent der globalen Patentanmeldungen für Drohnen im Jahr 2024 ausmachten, im Vergleich zu 17 Prozent für US-amerikanische Firmen.

Nach Wert gemessen lagen die US-Drohnenpatente jedoch auf Augenhöhe mit den chinesischen, sodass beide Länder in der Gesamtsumme der Patentwerte etwa gleichauf lagen, wie die South China Morning Post in ihrer Berichterstattung über den Bericht festhielt. Die Studie quantifiziert ein Muster, das sich durch Chinas technologische Anstrengungen zieht: hohe Stückzahlen im Inland, umkämpfter Wert im Ausland. DJI, der führende Anbieter mit Sitz in Shenzhen, hielt nur 4 Prozent der gesamten Patentwerte der Branche und lag damit kaum vor Boeing und Amazon, berichtete die SCMP. Zum Vergleich: Ende 2018 lag der Anteil bei etwa 24 Prozent, als DJI mehr Patente hielt als die restlichen Top-10-Firmen zusammen. Der Markt für zivile unbemannte Luftfahrtsysteme soll zwischen 2023 und 2032 auf 150.000.000.000 US-Dollar wachsen, so der Bericht.

Staatliche Planung setzt das Ziel für 2030

Chinas Industriepolitik ist klar, wohin sie will. Am 28. September berichtete CnEVPost, dass das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie einen neuen Entwicklungsplan für die Batterieindustrie für den 15. Fünfjahreszeitraum vorgelegt hat, der die Jahre 2026 bis 2030 abdeckt.

Das Dokument vom 14. September wurde gemeinsam von sieben Regierungsstellen veröffentlicht, darunter das MIIT, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission sowie das Verkehrsministerium. Es zielt auf die erste großflächige Nutzung von Vollfeststoffbatterien bis 2030 und fordert, dass langlebige Lithiumbatterien 15.000 Lade- und Entladezyklen erreichen. Es setzt zudem ein Ziel für die Defektquote auf dem Niveau von Fehler pro Milliarde für führende Hersteller, unterstützt Unternehmensfusionen und -restrukturierungen und fordert Unternehmen auf, Recyclingkapazitäten in wichtigen Exportmärkten aufzubauen, wo die Bedingungen es erlauben.

Dem ging am 11. September die Veröffentlichung eines Fünfjahresplans für die intelligente vernetzte NEV-Industrie voraus, der ein Marktvolumen von 70 Prozent für NEVs in den inländischen Neuwagenverkäufen bis 2030 anstrebt, so CnEVPost.

Der inländische Markt, dem diese Politik dienen soll, schrumpft. Laut wöchentlichem Bericht der China Passenger Car Association, den CnEVPost am 30. September zitierte, fielen die Einzelhandelsverkäufe von NEVs in China in den ersten 27 Septembertagen um 20 Prozent im Jahresvergleich auf 827.000 Einheiten, nachdem sie in den ersten 20 Tagen um 9 Prozent gesunken waren. Die Einzelhandelsverkäufe von Pkw insgesamt gingen um 29 Prozent im Jahresvergleich auf 1.258.000 Einheiten zurück. Die CPCA schrieb einen Teil des Rückgangs einer Kaufwelle vor der Aussetzung der Subventionen im vergangenen September zu, die eine Rekordbasis für den Vergleich bildete. Die Einzelhandelsverkäufe von NEVs seit Jahresbeginn lagen bei 7.500.000 Einheiten, ein Rückgang von 13 Prozent.

Langsamere inländische Nachfrage macht Exporte und die Kontrolle der Lieferkette wichtiger, nicht weniger.

Personal und Infrastruktur verlagern sich ins Inland

Was die Menschen betrifft, haben sich die Zahlen schnell verschoben. Eine vom Think Tank Carnegie China veröffentlichte Studie, die die SCMP am 25. September berichtete, ergab, dass China letztes Jahr 41 Prozent der weltweit führenden KI-Forscher beschäftigte, im Vergleich zu 34 Prozent in den USA.

2022 führten die USA mit 46 Prozent vor Chinas 27 Prozent. Die SCMP schrieb die Umkehrung der boomenden inländischen KI-Industrie und strengeren US-Visabeschränkungen zu. Der Aufbau von Rechenleistung folgt derselben Richtung. Die Forschungsfirma SemiAnalysis schätzt, dass China mehr als 24 GW bereitgestellte Rechenzentrumskapazität hat, mit weiteren 20 GW in der Pipeline, und dass ByteDance allein für etwa ein Fünftel der bereitgestellten Gesamtmenge verantwortlich ist, was es zum größten Mieter des Landes macht, so die SCMP am 28. September. Derselbe Bericht sagte, Alibaba, Tencent und Baidu hätten im zweiten Quartal zusammen 20.000.000.000 US-Dollar an Investitionsausgaben getätigt, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, und alle drei hätten erstmals in der Geschichte des Quartals negative freie Cashflows ausgewiesen.

Die Nutzungsahlen sind groß genug, um für jeden Hardware-Plan relevant zu sein. Die Nutzerschaft für generative KI in China überschritt Ende Juni 700.000.000 Nutzer, ein Anstieg um 16 Prozent von 602.000.000 Ende 2025, so das China Internet Network Information Centre, der SCMP am 29. September zitierte. Damit lag die Durchdringungsrate über der Hälfte der Bevölkerung. Die Nutzung für Fragen und Antworten war mit 76 Prozent der Nutzer am häufigsten, gefolgt von Bild- oder Videobearbeitung mit 48 Prozent.

Exportkontrollen beißen noch immer

Das Streben nach Selbstversorgung besteht, weil Importe weiterhin eingeschränkt sind. Ars Technica berichtete am 28. September, dass Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie Alibaba und ByteDance gebeten habe, Pläne zum Kauf von Nvidia-RTX-Pro-5500-Chips zu teilen, unter Berufung auf Quellen, die mit den Gesprächen vertraut sind und mit The Information sprachen.

Laut Bericht hat Nvidia-CEO Jensen Huang US-Exportkontrollen dafür verantwortlich gemacht, den Marktanteil von Nvidia auf dem chinesischen Markt für fortgeschrittene KI-Chips von etwa 95 Prozent auf null gesenkt zu haben. Stephen Witt, Autor eines Buches über Huang, sagte gegenüber NPR, dass Trumps recente Behauptungen über KI „exakt Jensens Talking Points“ widerspiegeln. Ars Technica merkte auch an, dass eine bereits fragile Handelsruhe für nur zwei Monate verlängert wurde.

Fragestellungen zur Durchsetzung gehen in die andere Richtung. Tom's Hardware berichtete am 24. September, dass Dylan Patel von SemiAnalysis herausfand, dass Chinas Puzhi Electronic Technology per Crowdfunding ein System auf Basis von AMDs exportkontrolliertem Zynq UltraScale+ XCZU47DR RFSoC finanzierte. Patel schrieb, dass der Chip in China mit 1.000 US-Dollar im Vergleich zu einem US-Listenpreis von 36.000 US-Dollar angegeben wird. AMD sagte Tom's Hardware, es habe die Chips nicht direkt in die beschränkte Region verkauft oder geliefert, und untersuche verdächtige Weitergabefälle.

Washington erweitert auch seine Werkzeuge. Die SCMP berichtete am 24. September, dass der Communications and Technology Transparency Act, vorgestellt vom Ausschuss für Energie und Handel des US-Repräsentantenhauses, die FCC Covered List von „Kommunikationsausrüstung oder -dienst“ auf „Informationstechnologie und Kommunikationstechnologie oder -dienst“ ausweiten würde. Der gleiche Artikel bemerkte, dass Lenovo in einen Patentrechtsstreit über Speichergeräte verwickelt wurde.

Peking drängt seine eigenen Standards in dieselbe Lieferkette. Die SCMP berichtete am 22. September, dass die State Administration for Market Regulation sagte, der „Micro Han Xin“-Code, eine verkleinerte Version der 2007er-Symbolik, sei in den formellen internationalen Standardisierungsprozess eingetreten, mit dem Ziel, Komponenten zu markieren, die zu klein für konventionelle Etiketten sind, wie Sensoren, Mikroprozessoren und Speichereinheiten. SAMR räumte ein, dass der inländische Halbleitersektor stark auf Data Matrix angewiesen ist, den in den USA geschaffenen Standard, der bereits global für Wafer und Komponenten verwendet wird.

Nicht jeder Teil der Kette ist eine Chip-Story. Die SCMP berichtete am 30. September, dass Suzhou Dongshan Precision Manufacturing, ein in Shenzhen börsennotierter Hersteller von gedruckten Leiterplatten, die Genehmigung der China Securities Regulatory Commission erhielt, bis zu 234.000.000 Aktien in Hongkong auszugeben. Quellen sagten, das Unternehmen zielt zunächst darauf ab, bis zu 3.000.000.000 US-Dollar aus einem Orderbuch zu beschaffen, das bereits im Oktober öffnen könnte.

Zwei Berichte über dieselbe Politikrichtung widersprechen sich in der Betonung. Rest of World veröffentlichte am 22. September einen Beitrag, der argumentiert, dass die USA das falsche KI-Rennen führen, indem sie die Modellleistung als entscheidend behandeln, während China die Implementierung reguliert, einschließlich Kennzeichnungsvorschriften für KI-generierte Inhalte. Ein separates Rest of World-Interview mit der Ärztin und Beraterin Ruby Wang, veröffentlicht am 24. September, beschrieb Chinas Aufstieg im Gesundheitswesen als „DeepSeek-Moment“ in der Biotechnologie und sagte, China sei heute für die Hälfte der globalen Lizenzdeals für Medikamente verantwortlich, und sein Anteil könnte dieses Jahr 60 Prozent erreichen.

Was das Dossier nicht enthält, ist ein Selbstversorgungsindex. Keine Quelle hier gibt an, welcher Anteil von Chinas Chips heute inländisch hergestellt wird oder wann die Lücke geschlossen wird. Die messbaren Punkte sind enger gefasst: 44 Prozent der Drohnenpatentanmeldungen, 41 Prozent der Elite-KI-Forscher, mehr als 24 GW bereitgestellte Rechenzentrumskapazität, ein 2030er-Ziel für Vollfeststoffbatterien und ein Exportkontrollregime, das beide Seiten ständig neu zeichnen.

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Quellen

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  1. 01China leads drone patent volume but US matches quality as start-ups drive innovation: studyEN
  2. 02China unveils 5-year battery plan targeting large-scale all-solid-state use by 2030EN
  3. 03China NEV retail sales fall 20% in first 27 days of September as decline deepensEN
  4. 04China overtakes US as top workplace for elite AI researchers, study findsEN
  5. 05ByteDance grabs one-fifth of China's data centre capacity as AI drives infrastructure boomEN
  6. 06China's generative AI user base crosses 700 million, covering over half the populationEN
  7. 07Experts worry about Nvidia's AI chip sales in China and influence over TrumpEN
  8. 08Leading semiconductor analyst says AMD should be investigated for 'treason' over availability of restricted chips in China, AMD blames diversion of export-contrEN
  9. 09China tech faces fresh scrutiny as US blacklist bill introduced, Lenovo case emergesEN
  10. 10China eyes chip-industry foothold with a tiny Han Xin code to challenge US standardEN
  11. 11Mainland China's PCB giant wins Hong Kong approval for planned US$3b listing: sourcesEN
  12. 12America is in the wrong AI race with ChinaEN
  13. 13China is excelling in health tech. That's good news for the worldEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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