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El-Paso-Richter zweifeln am Gaskraftwerk für Metas 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum

Verwaltungsrichter haben der Public Utilities Commission of Texas am Mittwoch mitgeteilt, El Paso Electric habe Alternativen zu einem 366-Megawatt-Gaskraftwerk nicht ordentlich geprüft. Die Anlage soll allein Metas 10 Milliarden Dollar teures Rechenzentrum versorgen. Eine Genehmigung empfehlen die Richter nur, wenn die Stromkunden von den Kosten verschont bleiben.

TechnologieErklärtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 30. September 20265 Min. LesezeitQuellen 4
El-Paso-Richter zweifeln am Gaskraftwerk für Metas 10-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum

Der Beschlussvorschlag, den die Kommission am Mittwoch veröffentlichte, ist das erste formelle Hindernis für das Projekt seit Monaten. Meta hatte bereits Steuererlassvereinbarungen mit der Stadt El Paso unterzeichnet, behördliche Schritte durchlaufen und mit dem Bau begonnen. Dann setzten texanische Beamte in diesem Jahr die Genehmigung von Rechenzentren aus, wie Inside Climate News am 30. September berichtete.

Betroffen ist das Kraftwerk McCloud: 813 modulare Erdgasgeneratoren von Enchanted Rock, jeder mit 450 Kilowatt Leistung, bei geschätzten Gesamtkosten von 499 Millionen Dollar. El Paso Electric beantragte den Bau im Dezember bei der Public Utilities Commission of Texas. Im Betrieb wäre Metas Rechenzentrum der größte Stromkunde des Versorgers.

Die Richter schrieben, Wurldwide, eine im Antrag genannte Meta-Tochter, habe das Verfahren vorangetrieben. "Die Auswahl des Projekts wurde von Wurldwides vorgegebenem Zeitplan und seinen Präferenzen bestimmt sowie von seiner Zusage, die Kapital- und Betriebskosten zu tragen", stellten sie fest. Sie bemängelten zudem den "insgesamt fehlenden Vergleich von Optionen". Der Versorger ließ nämlich die Möglichkeit offen, dass die Stromkunden am Ende die Kosten des Kraftwerks tragen.

"Wir sind enttäuscht", sagte Verónica Carbajal, Organisatorin der Sembrando Esperanza Coalition, die Stellungnahmen von mehr als 1.000 Menschen gegen den Antrag einreichte. "Wenn der Staat es wirklich ernst meinte, würde die Kommission alles ablehnen, was mit Rechenzentren zu tun hat."

Warum das Gaskraftwerk überhaupt möglich ist

El Paso liegt im äußersten Westen von Texas, in einem der wenigen Teile des Bundesstaats außerhalb des Netzes des Electricity Reliability Council of Texas. Versorger in ERCOT dürfen keine Kraftwerke besitzen. Außerhalb seines Gebiets gelten andere Regeln. Deshalb konnte El Paso Electric den Bau einer Erzeugungsanlage für einen einzigen Kunden vorschlagen.

Diese Konstruktion ist ungewöhnlich. Krysti Shallenberger, Managerin für Forschung und Kommunikation am Energy & Policy Institute, sagte Inside Climate News, ein privatrechtliches Monopolunternehmen, das ein Kraftwerk allein für ein Rechenzentrum bauen wolle, gebe es in Wettbewerbsmärkten nicht: "Der Versorger schlägt vor, ein teures Gaskraftwerk für ein Rechenzentrum zu bauen, das er in die Tarifbasis aufnimmt. Daran kann er verdienen."

Das Gaskraftwerk soll Meta in den ersten fünf Jahren ausschließlich versorgen. Danach soll es an das überregionale Übertragungsnetz angeschlossen werden, und die Stromkunden könnten zur Kasse gebeten werden. El Paso Electric habe nach Metas Empfehlung eine Vertragsbeziehung mit Enchanted Rock vorgeschlagen und keine anderen Auftragnehmer geprüft, sagten die Richter. Der Versorger ließ auch eine Kosten-Nutzen-Analyse aus und wog weder den Kauf von Kapazität noch Investitionen in bestehende Erzeugung ab.

Die endgültige Entscheidung liegt bei den fünf Kommissaren der PUCT. Ein Termin für die Abstimmung steht nicht fest. El Paso Electric hatte zunächst behauptet, Solarenergie werde den Standort versorgen, bevor das Unternehmen im Dezember das Gaskraftwerk beantragte.

Europa hat dasselbe Datenproblem, nur umgekehrt

Die texanischen Regulierer fragen wenigstens, was ein Rechenzentrum kostet. Den europäischen Regulierern wird dagegen vorgeworfen, nicht sagen zu wollen, was eines verbraucht. Lighthouse Reports reichte am Montag bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde nach der Aarhus-Konvention ein. Die Organisation argumentiert, EU-Regeln hinderten die Öffentlichkeit daran zu sehen, wie viel Energie und Wasser einzelne Rechenzentren verbrauchen. POLITICO, das zuerst über die Beschwerde berichtete, teilte mit, die Kommission habe nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme reagiert.

Die Zahlen, die die EU veröffentlicht, sind nur Gesamtsummen. Laut der Kommission verbrauchten Europas Rechenzentren im Jahr 2025 20,7 Terawattstunden Strom und mehr als 8 Millionen Kubikmeter Wasser, 26 Prozent bzw. 52 Prozent mehr als 2024. Diese Summen beruhen auf unvollständigen Daten. Ein Gesetz von 2024 verbietet Brüssel und den EU-Hauptstädten die Offenlegung von Zahlen einzelner Standorte.

NL Times berichtete am 30. September, dass das Bild in den Niederlanden nicht besser ist. Von 186 kommerziellen Rechenzentren mit mindestens 500 Kilowatt Kapazität zum Ende des vergangenen Jahres liegen der Netherlands Enterprise Agency öffentliche Stromzahlen für 44 und Wasserzahlen für 47 vor. Die Energieeffizienzrichtlinie verlangt seit drei Jahren eine Berichterstattung. Rechenzentren verbrauchten 2024 in den Niederlanden 5,1 Milliarden Kilowattstunden, 4,6 Prozent des nationalen Verbrauchs, so Statistics Netherlands. Der Netzbetreiber TenneT erwartet bis 2030 10 bis 15 Prozent.

Transparenz ist nicht der einzige Druckpunkt. Am 30. September berichtete The Guardian, dass mehr als 44.000 Menschen nach Artikel 21 der britischen DSGVO rechtliche Einwände gegen die Federated Data Platform von NHS England eingelegt haben. Die Plattform wird mit Palantir-Technologie betrieben. Die Einwände verlangen, dass ihre Daten nicht darüber verarbeitet werden.

Worum es in der Kühlungs- und Stromdebatte wirklich geht

Beide Auseinandersetzungen laufen auf dieselbe Frage zu: Wer zahlt für den Strom und das Wasser, die KI-Infrastruktur braucht, und wer darf die Antwort erfahren. Der Fall El Paso ist ungewöhnlich deutlich. Ein einzelner Versorger will ein einzelnes Kraftwerk für einen einzelnen Kunden bauen, wobei das Kostenrisiko fünf Jahre lang aufgeschoben und dann möglicherweise übertragen wird.

Die von den Richtern vorgeschlagene Bedingung soll diese Lücke schließen: El Paso Electric darf die Kapital- und Betriebskosten nicht an die Stromkunden weitergeben. Ohne sie empfehlen sie eine Ablehnung. El Paso Electric hat nicht öffentlich erklärt, wie es reagieren will, und die Kommission hat keinen Termin gesetzt.

Derweil geht der Ausbau weiter. Oracles hyperskaliges Rechenzentrum Project Jupiter entsteht laut Inside Climate News im benachbarten Doña Ana County in New Mexico. Texas' Gouverneur Greg Abbott, der die Branche früher förderte, hat Schritte unternommen, um die Entwicklung von Rechenzentren zu bremsen oder zu begrenzen. Diese Maßnahmen haben das El-Paso-Projekt weitgehend nicht berührt.

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Quellen

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  1. 01Texas Electric Utility Only Considered Gas to Power $10B Meta Data CenterEN
  2. 02EU accused of hiding environmental impact of data centersEN
  3. 03Most data centers refusing to say how much water, electricity they useEN
  4. 04More than 44,000 file legal objections to Palantir NHS platform handling their dataEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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