Friedkin Group prüft Verkauf der Mehrheitsbeteiligung am FC Everton
Der FC Everton hat am Freitag, 9. Oktober, mitgeteilt, dass die Friedkin Group neue Investitionsmöglichkeiten prüft, darunter einen möglichen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung. Das kommt weniger als zwei Jahre, nachdem der Konzern 94 Prozent des Klubs gekauft hat.

Was Everton bestätigt hat
Everton will nur Interesse von Parteien prüfen, von denen der Klub überzeugt ist, dass sie ihn verantwortungsvoll weiterführen. In der Erklärung vom Freitag, 9. Oktober, heißt es, die Friedkin Group prüfe neue Investitionsmöglichkeiten für Everton, „einschließlich des möglichen Verkaufs einer Mehrheitsbeteiligung“. The Athletic berichtete, die Gespräche hätten zunächst den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an strategische Investoren betroffen. Inzwischen seien die Eigentümer aber auch bereit, die vollständige Kontrolle abzugeben. Yahoo Sports meldete, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Eigentümer einen sofortigen Ausstieg anstreben.
Die Friedkin Group kaufte im Dezember 2024 über ihre britische Investmentgesellschaft Roundhouse Capital die 94-Prozent-Beteiligung von Farhad Moshiri. Die Übernahme beendete eine Phase finanzieller Unsicherheit. Zuvor waren Verhandlungen mit 777 Partners, MSP Sports Capital und der KAM Group gescheitert. Die Eigentümer erklärten, ihre vordringliche Aufgabe sei Stabilität und Investitionen gewesen, auch um das lange versprochene Stadion fertigzustellen. Diese Grundlage stehe nun „sicher“, und der Zeitpunkt sei richtig, über das nächste Kapitel von Everton nachzudenken.
Die Finanzierungslast für einen Käufer
Der Everton-Finanzautor The Esk schätzte den Eigenkapitalwert des Klubs auf rund 360.000.000 £, den Mittelwert einer Spanne von 270.000.000 bis 455.000.000 £, wie Yahoo Sports berichtete. Die Spanne liege unter einer früheren Schätzung von rund 400.000.000 £, weil 35.100.000 £ Entschädigung plus auflaufende Zinsen an Burnley fällig seien. Von dieser Saison bis 2030-31 braucht Everton laut The Esk etwa 450.000.000 £ zusätzliches Eigenkapital der Eigentümer. Dieses Geld müsse direkt von dem kommen, der den Klub führt.
Derselbe Bericht nannte einen Jahresfehlbetrag von 53.200.000 £ für 2023-24 und von 8.600.000 £ in der folgenden Saison. Der bereinigte Verlust nach der Saison 2024-25 lag bei 57.800.000 £, ohne interne Verkäufe.
Ein Sommer voller Verkäufe und Frust
Yahoo Sports berichtete, Everton habe im Sommerfenster Spieler für rund 100.000.000 £ verkauft und dabei einen Nettogewinn von etwa 25.000.000 £ erzielt. Goal nannte Beto und Iliman Ndiaye unter den abgegebenen Spielern. Berichten zufolge scheiterte ein geplanter Wechsel des Monaco-Stürmers Folarin Balogun für 45.000.000 £. Außerdem ließ Everton den geplanten Verkauf des Nachwuchsspielers Harrison Armstrong an Nottingham Forest für 40.000.000 £ fallen, nachdem Fans protestiert hatten. Ainsley Maitland-Niles, für rund 5.000.000 € von Lyon geholt, war laut Yahoo Sports Evertons einziger Zugang am Deadline Day. Auf dem Platz blieb die Mannschaft laut Dispatch in jedem ihrer ersten fünf Premier-League-Spiele der Saison unbesiegt.
Das Stadion als Verkaufsargument
Everton eröffnete das Hill Dickinson Stadium zum Start der Premier-League-Saison 2025-26. Die Frauenmannschaft wurde laut Dispatch Hauptmieter des Goodison Park. Football Insider berichtete, die neue Spielstätte fasse mehr als 52.000 Zuschauer. Der frühere Everton-Geschäftsführer Keith Wyness sagte dem Portal, die Friedkin Group werde einem möglichen Käufer wahrscheinlich einen Stadionausbau in Aussicht stellen. Wyness erklärte, das Gelände sei eng begrenzt, weil das Stadion auf einem zugeschütteten Dock gebaut wurde. Einen Ausbau mache das „sehr schwierig“. Er glaube nicht, dass die Friedkins den Ausbau selbst angehen, sondern ihn den nächsten Eigentümern überlassen.
Wie es weitergeht
Stefan Borson, früherer Finanzberater von Manchester City, sagte Football Insider am Samstag, eine vollständige Übernahme könne mehr als sechs Monate dauern, selbst wenn die nächsten Käufer schon am Tisch sitzen. The Athletic berichtete, die Eigentümer hätten keine Probleme damit, die Kontrolle zu behalten und den Klub weiter zu finanzieren, bis ein geeigneter Investor auftaucht. Everton und die Friedkin Group erklärten, sie würden sich während der laufenden Arbeiten nicht weiter äußern. Ein Verkauf hinge davon ab, einen Investor zu finden, der die finanzielle Stabilität des Klubs und seine Ambitionen auf dauerhaften Fortschritt in der Premier League stützt.
Quellen
34- 01Everton owners open to full sale less than two years after takeoverEN
- 02Everton back on the market! Friedkin Group put Toffees up for SALE with one major catch for potential buyersEN
- 03The Friedkin Group Put Everton Up for Sale Under Specific ConditionEN
- 04Everton sale: £450m funding figure emerges amid Friedkin Group's plans to sellEN
- 05Everton's American owners open to selling Premier League clubEN
- 06Everton Insider: TFG to use their biggest asset to entice saleEN
- 07Ripple-65B Preview delivers strong agentic coding results as a fully Apache 2.0 open US modelEN
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