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Bombardier prüft höhere Stückzahlen und ein mögliches neues Flugzeug bei 22,2 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Bombardier meldet einen Auftragsbestand von 22,2 Milliarden Dollar und ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,7 für das Quartal bis zum 30. September. Die am 5. November veröffentlichten Zahlen zeigen das. Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben höhere Fertigungsraten und ein mögliches neues Flugzeug.

WirtschaftErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20265 Min. LesezeitQuellen 10
Bombardier prüft höhere Stückzahlen und ein mögliches neues Flugzeug bei 22,2 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Was Bombardier gemeldet hat

Für die drei Monate bis zum 30. September weist Bombardier einen Umsatz von 2,37 Milliarden Dollar aus, 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Servicesparte erwirtschaftete mit 701 Millionen Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 19 Prozent und 29 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge sank von 34 auf 33. Darunter waren 12 Challenger, eines weniger als im Vorjahr, und 21 Global, so viele wie im Vorjahr.

Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,7 bedeutet: Auf jedes ausgelieferte Flugzeug kamen 1,7 Netto-Bestellungen. CEO Éric Martel nennt den Auftragsbestand als Grund, über eine höhere Produktion nachzudenken. Wie schnell die Stückzahlen steigen können, hängt nach seinen Worten von der Lieferkette ab.

Auf den Service entfallen inzwischen 29 Prozent des Umsatzes. Bombardier hat den Wartungsverbund über Jahre weltweit ausgebaut. Auf dieser Basis wuchs das Segment um 19 Prozent.

Die Profitabilität stieg, obwohl weniger Flugzeuge ausgeliefert wurden. Das bereinigte EBITDA lag bei 382 Millionen Dollar, 7 Prozent mehr, die Marge weitete sich von 15,4 auf 16,1 Prozent aus. Der ausgewiesene Nettogewinn sank von 85 auf 81 Millionen Dollar. Diese Lücke führt AeroTime vor allem auf einen Verlust von 94 Millionen Dollar aus bestimmten Finanzinstrumenten zurück. Bombardier klammert diese beim bereinigten Ergebnis aus. Der bereinigte Nettogewinn legte um 41 Prozent auf 182 Millionen Dollar zu.

Der Auftragsbestand ist die entscheidende Zahl

Der Auftragsbestand lag am 30. September bei 22,2 Milliarden Dollar, nach 21,8 Milliarden Dollar Ende Juni und 4,7 Milliarden Dollar mehr als zum 31. Dezember. Das Book-to-Bill-Verhältnis auf Stückbasis betrug im Quartal 1,7 und in den ersten neun Monaten 2,1, wie Air Data News berichtet. Auf jedes in diesem Jahr bislang ausgelieferte Flugzeug kommen damit mehr als zwei Bestellungen. Der größte Teil des Zuwachses fiel nach Angaben von Biggo Finance auf das frühe Jahresende.

Gemessen am Auftragsbestand von 17,5 Milliarden Dollar Ende 2025 entspricht der Wert von 22,2 Milliarden Dollar einem Plus von rund 27 Prozent. Biggo Finance nennt 34 Prozent, was nicht zur eigenen Ausgangszahl passt. Air Data News kommt auf 27 Prozent.

Bombardier ist nach Umsatz der zweitgrößte Hersteller von Business-Jets hinter Gulfstream. S&P Global beziffert den Marktanteil in Berichten über die Zahlen auf 20 Prozent. Die Global 8000, erstmals im vergangenen Dezember ausgeliefert, erzielte ein höheres Book-to-Bill-Verhältnis als der Konzerndurchschnitt.

Prognose für den freien Cashflow erneut angehoben

Bombardier hebt die Prognose für den freien Cashflow 2026 von etwa 1 Milliarde Dollar auf mehr als 1,3 Milliarden Dollar an. Es ist die zweite Anhebung in diesem Jahr: Am 30. April hatte das Unternehmen ein ursprüngliches Ziel von 600 Millionen Dollar auf mehr als 1 Milliarde Dollar erhöht.

Der freie Cashflow im dritten Quartal betrug 183 Millionen Dollar, 20 Prozent mehr. Damit beläuft sich die Summe der neun Monate auf 771 Millionen Dollar. Die Schulden sanken im gleichen Zeitraum um 1,1 Milliarden Dollar. Die übrigen Ziele für 2026 bestätigte Bombardier: mehr als 157 Auslieferungen, einen Umsatz über 10 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EBITDA über 1,625 Milliarden Dollar.

Mehr Flugzeuge, vielleicht ein neues Modell

Martel sagte am 5. November vor Analysten, Bombardier erwäge „ernsthaft“ höhere Fertigungsraten. In einer späteren Telefonkonferenz mit Journalisten nannte er die Challenger 3500 als naheliegendsten Kandidaten. Für sie gebe es einen Auftragsbestand über „Jahre und Jahre“. Etwa die Hälfte des Investitionsbudgets fließe in Produktverbesserungen, „die ein neues Flugzeug einschließen könnten“, sagte er.

Die Kapazitäten werden umgestellt, um Platz zu schaffen. Ein Werk in Montreal, das Ende 2027 fertig sein soll, übernimmt die Innenausstattung der Global 5500 und der Global 6500. So entsteht Raum für die Challenger 3500. Mit der Übernahme des Standorts Mississauga von MHI Canada Aerospace, die bis Jahresende abgeschlossen sein soll, kommt die Fertigung der Tragflächen für Challenger 3500, Global 5500 und Global 6500 ins Haus. Zudem spricht Bombardier mit Boeing über die Zukunft des Standorts von Short Brothers in Belfast. Die Short-Brothers-Tochter von Boeing beschäftigt dort rund 2.400 Menschen und liefert weiterhin Bauteile für Bombardier-Flugzeuge. Ob ein neues Flugzeug kommt, hängt Martel zufolge von den Schritten der Wettbewerber, den Anforderungen der Kunden und der verfügbaren Technik ab.

Bombardier verkaufte sein Aerostructures-Geschäft mit Standorten in Belfast, Casablanca und Dallas im Jahr 2020 an Spirit AeroSystems und erhielt bei Abschluss 275 Millionen Dollar in bar. Boeing kaufte Spirit im Dezember 2025. Das nordirische Werk wurde zu Short Brothers, einem Unternehmen von Boeing.

Wie es weitergeht

In den ersten neun Monaten lieferte Bombardier 89 Flugzeuge aus, vier weniger als ein Jahr zuvor. Im vierten Quartal braucht das Unternehmen mindestens 69, um die 157 Übergaben von 2025 zu übertreffen. Das wären mehr als die 64 im gleichen Quartal des Vorjahres. Finanzchef Bart Demosky sagte, die Teams steuerten „einen aktiven Auslieferungsplan für das vierte Quartal“.

Martel zufolge geht das Unternehmen mit „klarer Sicht auf alle verbleibenden Auslieferungen“ in die Schlussphase von 2026. Die Nachfrage sei in Nordamerika, Europa und Asien robust, nur im Nahen Osten zeige sich eine Abschwächung. Ein großer Teil dieser Nachfrage komme von privaten Charteranbietern. Dieses Segment bearbeitet Bombardier seit etwa drei Jahren.

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Quellen

10
  1. 01Bombardier Deliveries Flatten but Orders, Revenues RiseEN
  2. 02Bombardier Weighs New Jet Program as Cash Flow Set to Top $1.3 BillionEN
  3. 03Bombardier eyes higher production and discusses Belfast plant with BoeingEN
  4. 04Bombardier raises 2026 cash flow forecast above $1.3B as services hit recordEN
  5. 05Bombardier’s Trump-Fueled Plunge: Market Overreaction or Genuine Risk?EN
  6. 06Bombardier Inc. (BBD.B:CA): Stock Forecast & AnalysisEN
  7. 07Amazon’s Alexa for Shopping agent will now take your orders by textEN
  8. 08Xpeng plans South Korea entry, appoints former Volvo exec to lead local businessEN
  9. 09Cable One extends mobile to small businessesEN
  10. 10Launch HN: Rivet (YC W23) – Scale and Orchestrate Agents on S3EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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