ATSB-Vorbericht: zwei Beinahe-Zusammenstöße unter vier Zwischenfällen auf Sydney-Pisten
Das Australian Transport Safety Bureau hat am Mittwoch vorläufige Ergebnisse zu den ersten vier von sechs Zwischenfällen auf den Pisten des Flughafens Sydney im Juli und August 2026 veröffentlicht, darunter zwei Beinahe-Zusammenstöße. Die Flugsicherung kämpft mit Personalmangel.

Die ATSB prüft, ob die gefährlichen Situationen gemeinsame Sicherheitsmängel oder beitragende Faktoren hatten. Kein Abschlussbericht hat bislang festgestellt, dass Personalmangel eine der einzelnen Begebenheiten verursacht hat.
Was die ATSB bisher herausgefunden hat
Am 27. Juli 2026 geriet eine Boeing 737 von Qantas auf der Piste 34L in Konflikt mit einer landenden Dash 8 von QantasLink. Die Flugverkehrskontrolle erkannte den Konflikt und stoppte die Boeing, bevor sie auf die Piste einfuhr. Die ATSB stufte den Vorfall als schwerwiegenden Zwischenfall ein.
Am 9. August 2026 stieß eine Boeing 737 von Virgin Australia beim Startlauf auf eine Boeing 737 von Qantas, die die Piste kreuzte; die Besatzung von Virgin brach den Start ab. Die ATSB untersucht diesen Vorfall als Pistenverletzung. Am selben Tag kam ein Airbus A320 von Jetstar einem geschleppten Boeing 777 von Qatar Airways gefährlich nahe, beide Flugzeuge mussten stoppen; ein Mitglied der Jetstar-Kabinenbesatzung wurde verletzt.
Die ATSB untersucht außerdem einen Rollkonflikt vom 16. August zwischen Boeing 737 von Virgin Australia und Qantas sowie einen Konflikt vom 18. August zwischen einem Airbus A321 von Qantas und einer Boeing 737. Bei einem Ereignis am 25. August wurden einem Jetstar A320 vor dem Pushback unvollständige Verkehrsinformationen übermittelt. In den Fällen vom 18. und 25. August blieben nach Angaben der ATSB die Sicherheitsbarrieren wirksam; die Behörde stufte die Ereignisse als Zwischenfälle und nicht als schwerwiegende Zwischenfälle ein.
Ein neuer Bericht, auf den die Australian Financial Review verweist, kam zu dem Ergebnis, dass Pistenverletzungen und Beinahe-Kollisionen am Flughafen Sydney etwa 20 Prozent über dem Landesdurchschnitt lagen.
Personalmangel führt zu Einschränkungen
Die Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der Airservices Australia mit Verkehrsflussbeschränkungen den Personalmangel in Sydney steuert. Am 11. September 2026 verhängte die Behörde am Flughafen Maßnahmen "aufgrund von Dienstplanengpässen" und hob sie um 8:15 Uhr auf; danach waren Verspätungen von höchstens 10 Minuten zu erwarten.
Etwa 14 anfliegende Flüge wurden gestrichen, die Verspätungen am Morgen überschritten eine Stunde. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Airservices, Peter Curran, sagte vor einem Senatsausschuss, die Störung sei auf ungeplante Abwesenheiten in der Nacht zurückzuführen. "In der vergangenen Nacht hatten wir kurzfristig einige ungeplante Abwesenheiten, die wir nicht auffangen konnten", sagte er.
In Sydney sind 49 Fluglotsen beschäftigt. 41 müssen im Dienst sein, acht fehlten wegen längerfristiger Abwesenheiten, sodass kaum Kapazität blieb, eine plötzliche Lücke zu schließen. Am 10. September 2026 meldeten Qantas und Virgin Australia jeweils sechs Streichungen in Sydney, Dutzende weitere Flüge waren verspätet.
Airservices teilte mit, an australischen Flughäfen seien im Jahr bis zum 31. August 2026 insgesamt 2.536 Flüge gestrichen worden, davon 121 auf Airservices zurückzuführen, darunter 103 in Sydney. Das entspricht landesweit etwa einer Airservices zuzurechnenden Streichung alle drei Tage.
Vorstandsvorsitzender Rob Sharp hat erklärt, der Mangel sei während der COVID-19-Pandemie entstanden, nachdem Airservices Fluglotsen kurz vor dem Ruhestand Frühverrentung angeboten hatte. Er hat betont, dass die Ausbildung von Nachfolgern erhebliche Zeit braucht. Airservices gab an, in den vergangenen 12 Monaten landesweit 91 zusätzliche Fluglotsen bestätigt zu haben, mehr als das Ziel von 85, und einen neuen Simulator für den Sydney Tower installiert zu haben, um die Ausbildungskapazität zu erhöhen.
Airservices hat erklärt, die Sicherheit werde durch den Mangel nicht beeinträchtigt; Verkehrsflussbeschränkungen verringerten die Flugbewegungen, wenn das Personal den normalen Betrieb nicht tragen könne. Sharp sagte: "Wir führen Maßnahmen ein, die das Verkehrsaufkommen senken, um die Sicherheit zu gewährleisten, aber das kann zu Flugverspätungen führen."
Reuters berichtete, mehrere Fluglotsen, die während einer Beinahe-Kollision im Juli in Sydney im Dienst waren, seien als stark ermüdungsgefährdet eingestuft gewesen; die Agentur berief sich auf interne Unterlagen und eine Gesprächsaufzeichnung.
Wie es weitergeht
Die Untersuchungen der ATSB zu den Pisten-Zwischenfällen laufen, und kein Abschlussbericht hat bislang festgestellt, dass Personalmangel eine der einzelnen Begebenheiten verursacht hat. Airservices will nach eigenen Angaben sein Belastbarkeitsniveau im Laufe des Jahres 2026 breiter zugänglich machen.
Quellen
13- 01Near misses at Sydney Airport surge 20pc amid air controller shortagesEN
- 02Sydney Airport hit by flight delays, cancellations as air traffic controller shortage bitesEN
- 03Sydney Airport Imposes Flight Restrictions After Air Traffic Controller ShortageEN
- 04Sydney Airport Cancellations, Delays Mount Amid Controller ShortageEN
- 05Flights cancelled, delayed at Sydney Airport as traffic controller shortage hits hardEN
- 06Air traffic controller fatigue triggers dangerous safety risk at Sydney Airport after near-missesEN
- 07 US FAA to eliminate floppy disks from air traffic control by 2028 EN
- 08 Grab a Nintendo Switch 2 controller upgrade from $49, just in time for Zelda: Ocarina of Time's remaster EN
- 09Exclusive: Aina’s Smart Ring Wants to Be a Remote Control for Your AI AgentEN
- 10Who Controls the Battery in Your Driveway?EN
- 11Hackers Hide Linux Backdoor in Control Web Panel Server to Execute Commands Without LogsEN
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