Fabriken für humanoide Roboter wachsen, doch das Schwierigste bleiben die Hände
Industrieroboter haben 2025 weltweit erstmals die Marke von 5 Millionen Einheiten im Betrieb überschritten, meldete die International Federation of Robotics am 24. September. Entwickler humanoider Roboter kämpfen derweil darum, aus Pilotlinien echte Fabriken zu machen. Die jüngsten Belege vom 27. September zeigen: Der Engpass ist nicht mehr das Gehen, sondern die Hände, die Daten und die Wartung.

Die Zahl, die am 24. September veröffentlicht wurde, hat mit humanoiden Robotern nichts zu tun. Genau deshalb ist sie wichtig. Die International Federation of Robotics teilte mit, der weltweite Bestand an Industrierobotern sei 2025 um 9 Prozent auf den Rekordwert von 5 Millionen Einheiten gestiegen. Mehr als 600.000 Anlagen kamen neu hinzu, ein Plus von 11 Prozent. Allein auf China entfielen 59 Prozent aller Installationen: 354.000 Einheiten, 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
„Die industrielle Automatisierung schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran“, sagte IFR-Präsidentin Jane Heffner in der Mitteilung. Die Federation erwartet 655.000 Installationen im Jahr 2026 und 806.000 bis 2029. The Robot Report brachte am 24. September dieselben Zahlen.
Humanoide Roboter sind neben dieser Basis eine Rundungsdifferenz. Das ist der Punkt: Die Fabrik ist längst Roboterterritorium, und die Humanoid-Szene versucht, dort einzuziehen.
Die Hände sind das Problem
Am 27. September berichtete The Decoder über ein System namens HomeBody. Forscher der Universitäten Stanford und Caltech haben es gebaut. Es lässt einen Unitree G1 in einer unbekannten Küche arbeiten. Der Aufbau lässt die übliche trainierte Steuerungsschicht zwischen Sprachmodell und Hardware weg. Ein austauschbares Vision-Language-Modell, in diesem Fall OpenAIs GPT-6 Astra, ruft direkt in eine Bibliothek von Fähigkeiten zum Greifen, Navigieren und Öffnen von Schubladen. Der Roboter kartiert den Raum, baut einen digitalen Zwilling in Nvidias Isaac Sim und hält ein räumliches Gedächtnis, damit er Objekte findet, die aus seinem Sichtfeld verschwinden.
Die gemeldeten Grenzen sind der interessante Teil: Latenz, überhitzende Fingerservos und hohe Rechenkosten. Das ist eine Forschungsdemo in einer Küche, keine Fabrikschicht. Aber sie benennt dieselbe Einschränkung, auf die die großen Käufer immer wieder stoßen.
Ars Technica berichtete am 26. September, Teslas Programm Optimus V3 kämpfe mit der Ausrichtung und dem Tempo der Produktionslinie, unter Berufung auf umfangreiche Recherchen von The Information. Arbeiter montieren Hände und Unterarme manuell, die zusammen mehr als 100 kleine Bauteile enthalten, darunter Schrauben. Frisch gebaute Roboter brauchen sofort Reparaturen. Unzuverlässige Berührungssensoren zwangen Tesla, eine handschuhartige Sensorschicht zu entwickeln, die sich austauschen lässt, ohne die ganze Hand zu wechseln.
Eine Quelle von The Information beschrieb Teslas Optimus-Roboter als derzeit darauf angewiesen, für bestimmte Aufgaben in sorgfältig kontrollierten Umgebungen programmiert zu werden.
Tesla hat Berichten zufolge auf Hunderte Roboter pro Woche skaliert und peilt bis Ende 2026 mehr als 1.000 pro Woche an. Ars Technica vermerkte zudem, Arbeiter in Texas und Kalifornien seien gebeten worden, Motion-Capture-Anzüge zu tragen, um Trainingsdaten zu erzeugen. Einige hätten sich beschwert, weil sie wussten, dass die Roboter sie ersetzen sollten. Tesla hat diese Datenerhebung inzwischen auf eigene Teams und Trainingszentren verlagert, so der Bericht.
Toyotas Größenordnung
Toyota plant eine weit größere Zahl, auf längere Sicht. Ars Technica berichtete am 23. September, der Toyota-Konzern wolle ab 2028 jährlich 6.420.000.000 Dollar in Fabrikroboter investieren, unter Berufung auf Nikkei Asia. Der Plan sieht 150.000 Roboter in den eigenen Automobilwerken vor und weitere 250.000 in Konzernanlagen für Komponenten und Materialien.
Toyota hat bereits humanoide ELEY-Roboter an Montagelinien gebracht, um von Arbeitern zu lernen. Diese bringen ihnen präzise Handbewegungen bei, indem sie Vorrichtungen nach dem Vorbild der Roboterfinger tragen. Executive Vice President Hiroki Nakajima sagte Nikkei Asia, das Unternehmen wolle „eine Welt, in der Roboter mit Menschen zusammenleben, statt sie zu ersetzen“.
Diese beiden Aussagen stehen unangenehm nebeneinander, und niemand hat geklärt, wie viele der 400.000 Einheiten überhaupt humanoide Roboter sein werden. Hyundai hat einen eigenen Plan: bis zu 25.000 Boston-Dynamics-Atlas-Roboter in Hyundai- und Kia-Werken über die nächsten Jahre, der Einsatz beginnt 2028. Boston Dynamics eröffnete am 21. September ein Trainingszentrum im Hyundai Metaplant America in Georgia.
Modularität und Wartung
Wenn Hände und Ausfallzeiten die Engpässe sind, lautet das Argument kleinerer Firmen: Reparierbarkeit. Tech.eu berichtete am 24. September, O-ID, ein 2025 von dem norwegischen CEO Stian Jakobsen und dem niederländischen CTO Simon Gormuzov gegründetes Tokioter Startup, habe 1.200.000 Dollar in einer Pre-Seed-Runde unter Führung von TAWANI Ventures aus Chicago eingesammelt. O-ID baut modulare humanoide Roboter für Fertigung und Logistik, mit Werkspiloten ab 2027 und Bordsensoren, die Teile melden, die kurz vor dem Ausfall stehen, bevor ein Roboter stillsteht.
Das ist eine Wette von 1.200.000 Dollar gegen ein Problem, das nach Tech.eus eigener Darstellung ein großes Automobilwerk 2.300.000 Dollar pro Stunde Ausfallzeit kosten kann. Diesen Kampf kann O-ID nicht über Kapital gewinnen. Es ist die Behauptung, dass Architektur bei der Wartung die Skalierung schlägt.
The Robot Report meldete unterdessen am 25. September, Agility Robotics prüfe Radroboter, ein bemerkenswertes Zugeständnis für ein Unternehmen, das auf Beinen gebaut ist. CEO Jonathan Hurst sagte, Agility „erkunde eine Reihe von Roboterkonstruktionen und Formfaktoren, einschließlich Rädern“, und nannte es „zu früh zu sagen“, ob das einen Digit auf Rädern oder eine neue Maschine bedeute. Agility geht über eine SPAC mit Churchill Capital Corp. XI bei einer Bewertung von 2.500.000.000 Dollar an die Börse, auf Basis von 1.800.000 Dollar Umsatz 2025 und einem operativen Verlust von 140.000.000 Dollar.
Rechnet man das zusammen, ist die Fabrikgeschichte Ende September 2026 kein Roboter, der durch eine Tür geht. Es ist eine Lieferkette, die Hände, Sensoren und Servicestützpunkte in Stückzahlen liefern soll, die noch niemand erreicht hat. Die 5.000.000 installierten Industrieroboter der IFR arbeiten weiter an den Linien, an denen die Humanoiden arbeiten sollen.
Quellen
7- 01Five Million Robots Now Operate in Factories GloballyEN
- 025 million robots are now at work in factories worldwide, reports the IFREN
- 03Researchers plug GPT-6 Astra directly into a robot and let it clean up an unfamiliar kitchenEN
- 04Tesla workers balk at training Optimus humanoid robots as replacementsEN
- 05Toyota orders workers to train humanoid robots but says humans won't be replacedEN
- 06Europeans in Japan raise $1.2M to put modular humanoid robots to workEN
- 07Agility Robotics, maker of Digit humanoid, exploring wheeled robotsEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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