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Hyundai-Arbeiter streiken wegen humanoider Roboter im größten Autowerk der Welt

Tausende gewerkschaftlich organisierte Hyundai-Arbeiter im südkoreanischen Ulsan haben die Arbeit niedergelegt. Zuvor waren 15 Verhandlungsrunden über den Einsatz humanoider Roboter gescheitert. Das Wall Street Journal nannte den Ausstand den ersten Fabrikstillstand der Autoindustrie, bei dem es um humanoide Roboter geht.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 1
Hyundai-Arbeiter streiken wegen humanoider Roboter im größten Autowerk der Welt

Der Teilausstand im Automobilproduktionskomplex von Hyundai in Ulsan begann am 13. Juli und dauerte bis zum 15. Juli. Tages- und Nachtschichten endeten zwei Stunden früher, berichtete The Korea Times. Vom 20. bis 22. Juli wollen die Arbeiter auf vierstündige Streiks eskalieren.

Im Zentrum des Streits steht Atlas, ein zweibeiniger Roboter von Boston Dynamics. Er ist mehr als 6 Fuß groß und kann über 100 Pfund heben. Hyundai Motor Group stellte die neueste Version zu Beginn dieses Jahres vor. Der Widerstand der Gewerkschaft begann fast unmittelbar danach.

25.000 Roboter und eine Lohnforderung

Hyundai will nach Angaben von The Korea Herald mehr als 25.000 Atlas-Roboter in den Fertigungswerken von Hyundai und Kia einsetzen. Das Unternehmen plant, 2028 mit seinen US-Werken zu beginnen. Einen Zeitplan für den Einsatz an anderen Standorten hat es nicht genannt.

Jeder Atlas-Roboter kostet schätzungsweise 130.000 US-Dollar. Nach etwa zwei Betriebsjahren könnte er sich bezahlt machen, sagte Esther Yim, Analystin bei Samsung Securities, in einem Interview mit Bloomberg. Sollte der Preis auf 100.000 US-Dollar fallen, könnten die Betriebskosten nach Einschätzung von James Hong von Macquarie Securities Korea unter den US-Bundesmindestlohn von 7,25 US-Dollar sinken und das Gehalt eines typischen Autoarbeiters deutlich unterbieten.

Die Hyundai-Motor-Gewerkschaft vertritt mehr als 39.000 südkoreanische Arbeiter. Sie fordert vom Hersteller, den Stundenlohn der Produktionsarbeiter in ein Festgehalt umzuwandeln. So sollen die Beschäftigten vor automatisierungsbedingten Kürzungen der Arbeitsstunden geschützt werden, berichtete das Wall Street Journal. Außerdem will die Gewerkschaft das Rentenalter von 60 auf 65 Jahre anheben, dazu höhere Boni.

Das Wall Street Journal beschrieb den Stillstand in Ulsan als den ersten Fabrikstillstand der Autoindustrie, bei dem es um humanoide Roboter geht.

Hyundai steht damit keineswegs allein. Tesla entwickelt seinen Optimus-Roboter für seine Elektroauto-Werke. BMW hat in seinem Werk in Spartanburg, South Carolina, Pilotversuche mit humanoiden Robotern von Figure AI durchgeführt. Mehrere chinesische Autohersteller, darunter BYD, erproben humanoide Roboter und bauen sie teilweise selbst.

Das Werk in Georgia und seine 850 Roboter

Hyundai will Atlas zuerst in Metaplant America einsetzen, seinem EV-Werk bei Savannah, Georgia, beginnend 2028. Die US-Arbeiter dort sind nicht gewerkschaftlich organisiert. Die United Auto Workers, die etwa 400.000 Autowerker in den USA, Kanada und Puerto Rico vertritt, versucht jedoch, die Anlage in Georgia zu organisieren.

Metaplant America gilt bereits als das am stärksten automatisierte Automobilwerk in den Vereinigten Staaten. Dort arbeiten mehr als 850 Roboter. Sie entladen Teile, stanzen Stahlkomponenten, montieren Karosserierahmen und bauen Türen ein, so IEEE Spectrum. Hinzu kommen 300 automatisch geführte Fahrzeuge. Sie bringen Teile zu den Arbeitsstationen und weichen dabei menschlichen Arbeitern aus.

Der vierbeinige Roboter Spot von Boston Dynamics ist in der Schweißerei des Werks im Einsatz. Er übernimmt dort, was das Unternehmen Qualitätsprüfung der Außenhaut nennt. Bei einem Besuch im Juli 2026 beobachtete ein Reporter des Atlanta Journal-Constitution, wie die Roboterhunde ihre sensorbestückten Nasen vorstreckten, um Defekte aufzuspüren.

Atlas-Roboter sollen zunächst Automobilteile sortieren und ordnen, wenn sie 2028 eintreffen. Jerald Roach, ein leitender Angestellter der Endmontage bei Hyundais Metaplant, sagte dem AJC, die humanoiden Roboter würden die menschliche Belegschaft nicht bedrohen. Menschliche Hände und ihr Tastsinn seien notwendig für den Umgang mit weichen Autoteilen wie Schläuchen, Kabeln, Teppichen und Verkleidungsteilen.

Hyundai hat sich verpflichtet, bis 2031 8.100 Vollzeitkräfte in Metaplant America zu beschäftigen. Das gehört zu seiner wirtschaftlichen Entwicklungsvereinbarung mit Georgia. Staat und Kommunen stellten ein Anreizpaket im geschätzten Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar bereit. Das AJC stellte fest, dass die Anlage Ende 2025 bereits mehr als 3.800 Arbeiter beschäftigte.

Die Gewerkschaften in beiden Ländern fordern stärkere Zusagen. Die UAW kritisierte kürzlich General Motors dafür, etwa 50 neue Roboterarme in seinem Flaggschiff-EV-Werk in Detroit installiert zu haben. Zuvor waren mehr als 1.300 Arbeiter entlassen worden, angeblich als vorübergehende Maßnahme. Auf dem UAW-Verfassungskonvent in Detroit im Juni 2026 warnte Präsident Shawn Fain zudem vor dem Automatisierungsdruck. Die Darstellung seiner Äußerungen bei Ars Technica bricht allerdings mitten im Satz ab.

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Quellen

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  1. 01Fear of humanoid robots spurs human workers to strike at Hyundai auto factoryEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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