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Rückruf der INMO Air3: Behörden reagieren auf überhitzte AR-Brillen

Die US Consumer Product Safety Commission hat am 27. September einen Rückruf der AR-Brille INMO Air3 angeordnet. Der linke Bügel kann bei längerem Tragen heiß werden und schwere Verbrennungen verursachen.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 28. September 20264 Min. LesezeitQuellen 5
Rückruf der INMO Air3: Behörden reagieren auf überhitzte AR-Brillen

Health Canada schloss sich dem Rückruf an und forderte Nutzer auf, die Brille nicht mehr zu tragen, bis die Firmware aktualisiert ist. Betroffen sind Geräte, die zwischen Dezember 2025 und August 2026 ausgeliefert wurden: 1.643 in den Vereinigten Staaten und 120 in Kanada, wie t3n berichtet.

Hergestellt werden die Brillen von INMO International Technology Limited aus Shenzhen. Laut den Behörden erkennt man sie an der schwarzen Farbe und an den Kennzeichnungen "AIR3" und "INMO", die innen im rechten Bügel aufgedruckt sind. Besitzer sollen das Betriebssystem auf Firmware-Version 3.16 aktualisieren, bevor sie das Gerät wieder tragen. Mehr sieht die offizielle Abhilfe derzeit nicht vor. Ein Austauschprogramm wurde nicht angekündigt, eine Rückerstattung nicht veröffentlicht. Die Supportseite, die Hotline und die E-Mail-Adresse des Unternehmens sollen bei der Installation helfen, nicht die Hardware zurücknehmen.

Wie viel das bringt, ist unklar. Der Akku im Bügel hat 660 Milliamperestunden und sitzt im selben Gehäuse wie die übrige Elektronik.

"Das Gerät wurde nicht nur leicht warm, sondern erreichte Temperaturen, die am Ohr wehtun", sagte der US-Hardware-YouTuber "Non-Tech Tech Guy" in einem Video vom Februar 2026, wie Futurism berichtet.

INMO tauscht die Hardware nicht aus und nimmt das Produkt nicht vom Markt. Stattdessen drosselt das Unternehmen den Prozessor per Software. Die Brille läuft auf einem Android-basierten System und steuert ein Mikro-OLED-Display an, die Leistung lässt sich also im Code begrenzen. Das Video war nicht die erste Warnung. Thermische Probleme zeigten sich schon in frühen Tests, Monate bevor die Behörden einschritten. Die erste Reaktion des Unternehmens scheint eine Hülle für den Bügel gewesen zu sein, die den Hautkontakt mit dem Kunststoff verhinderte, aber nichts gegen die Hitze im Inneren tat. Zehn offizielle Berichte über Überhitzung in den USA haben den Hersteller erreicht. Weder US- noch kanadische Dokumente nennen bislang Verletzungen.

Health Canada wies außerdem auf eine rechtliche Folge für den Gebrauchtmarkt hin: Nach kanadischem Verbraucherschutzrecht ist der Weiterverkauf oder auch nur die Weitergabe des zurückgerufenen Modells verboten. Käufer können das Unternehmen über eine eigene Supportseite, Hotline und E-Mail erreichen, die für die Hilfe bei der Firmware-Installation eingerichtet wurden. Die Brille kostete je nach Konfiguration zwischen 900 und 1.300 Dollar.

Die breitere Beweislage bei Wearables

Der Rückruf fällt in eine Woche, in der die Belege rund um digitale Gesundheitshardware gemischt sind. Am 26. September berichtete TechCrunch, eine Analyse der Blue Cross Blue Shield Association habe 942 Millionen Dollar zusätzlicher US-Gesundheitsausgaben über zwei Jahre auf den Einsatz von KI-Werkzeugen durch Krankenhäuser bei Versicherungsansprüchen zurückgeführt. Dieselbe Analyse stellte einen starken Anstieg von Patienten mit dokumentierten komplexen Erkrankungen fest, aber "keine Belege für eine entsprechende Veränderung der erbrachten Versorgung".

Luke Chalker, Senior Vice President der BCBSA, widersprach der Darstellung, der Streit sei ein Krieg. "Es ist kein Krieg. Es ist ein völlig einseitiges Blutbad", sagte er und argumentierte, die Versicherer seien die Verlierer. Dr. Shiv Rao, Gründer des KI-Start-ups Abridge, sagte, dieselbe Technologie könne entweder Kosten senken oder "eine schreckliche dystopische Zukunft hervorbringen, in der niemand leben will".

Auch das Verbraucherverhalten rund um diese Werkzeuge wird untersucht. Eine am 26. September von The Decoder veröffentlichte Studie führte fünf Experimente mit 3.132 Teilnehmern durch. Allein die Verfügbarkeit eines Sprachmodells, so das Ergebnis, löschte die Bereitschaft der Menschen, "Ich weiß es nicht" zu sagen, fast aus. Ohne finanzielle Anreize beantworteten Teilnehmer mit KI-Zugang 9,2 Prozent der Fragen richtig, gegenüber 27,5 Prozent ohne ihn, gaben aber deutlich höheres Selbstvertrauen an.

Die Studie verwendete Fragen, von denen die Forscher wussten, dass das Modell sie überwiegend falsch beantworten würde. Der Abstand lässt sich also nicht als vernünftige Delegation lesen. Die Studien 2 bis 4 ergänzten Geldanreize von 10 Cent pro richtiger Antwort. Die Anreize verringerten, wie oft Menschen die KI fragten, und verbesserten die Genauigkeit, doch keine der drei zeigte eine statistisch signifikante Wechselwirkung mit der Verfügbarkeit von KI.

Der größere Zusammenhang ist nicht nur westlich. Am 24. September beschrieb die Ärztin Ruby Wang in Rest of World Chinas Gesundheitstechnologie als Infrastruktur statt als Zusatz. Telemedizin und KI-Arzt-Avatare sind dort in WeChat und Alipay für eine Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen integriert. China stelle inzwischen die Hälfte aller weltweiten Arzneimittel-Lizenzgeschäfte, und sein Anteil am Out-Licensing könnte in diesem Jahr 60 Prozent erreichen.

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Quellen

5
  1. 01Wenn das Wearable zur Gefahr wird: Behörden warnen vor smarter BrilleEN
  2. 02Insurers claim AI is already increasing healthcare costsEN
  3. 03AI access makes people almost entirely unwilling to say "I don't know," study findsEN
  4. 04China is excelling in health tech. That's good news for the worldEN
  5. 05RFK Jr.'s use of the National Center for Health Statistics will add confusion to measles deaths countEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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