KI-Finanzierungsrunden werden immer größer, während Edtech und Sicherheit die Rechnung zahlen
Ein einzelnes KI-Coding-Startup ist jetzt 6,6 Milliarden Dollar wert, mehr als das Dreifache seiner Bewertung vom Juli, berichtet CNBC. Das Geld, das einst in die Online-Bildung floss, ist dagegen von 16,7 Milliarden Dollar auf unter 3 Milliarden Dollar eingebrochen.

Lovable, das schwedische Vibe-Coding-Startup, schließt eine Finanzierungsrunde ab, die es mit 6,6 Milliarden Dollar bewertet. Das berichtete CNBC am 16. Dezember. Zwei mit dem Geschäft vertraute Quellen sagten dem Sender, die US-Risikokapitalfirma Accel sei beteiligt. Auch Khosla Ventures sei in der Runde.
Das ist mehr als das Dreifache der 1,8 Milliarden Dollar, die Lovable nach seiner vorherigen Runde im Juli erreicht hatte. Es ist die dritte Kapitalerhöhung des Unternehmens im Jahr 2025.
Keine der Parteien hatte auf die Bitte von CNBC um eine Stellungnahme reagiert, als der Artikel erschien. Über Accels Beteiligung war zuvor nicht berichtet worden. Lovable wurde 2023 gegründet. Im November meldete das Unternehmen 200 Millionen Dollar jährlich wiederkehrenden Umsatz, wie seine eigenen eingereichten Zahlen zeigen. Das war weniger als ein Jahr, nachdem es erstmals 1 Million Dollar ARR erreicht hatte. Nach eigenen Angaben wurden zu dem Zeitpunkt, als es diese Zahlen veröffentlichte, täglich 100.000 Projekte auf seiner Plattform gebaut.
Die Zahlen hinter dem Hype
Das Unternehmen sitzt in Stockholm und eröffnet Büros in Boston und San Francisco. Seine Plattform nutzt Modelle von Anbietern wie OpenAI und Anthropic. Nutzer bauen damit Apps und Websites aus Textvorgaben, ohne selbst Code zu schreiben. Die Juli-Runde brachte 200 Millionen Dollar ein. Beteiligt waren Creandum, Klarna-Gründer Sebastian Siemiatkowski, ElevenLabs-Gründer Mati Staniszewski und Synthesia-Gründer Victor Riparbelli.
Auch die Vergleiche in derselben Branche sind nicht klein. Anysphere, der Hersteller von Cursor, sammelte im November 2,3 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 29,3 Milliarden Dollar ein, laut CNBC.
Replit erreichte im September eine Bewertung von 3 Milliarden Dollar, nachdem es 250 Millionen Dollar eingesammelt hatte. Vercel schloss eine Runde über 300 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 9,3 Milliarden Dollar ab.
Wohin das Geld nicht mehr fließt
Eine Kategorie weiter sieht das Bild ganz anders aus. Die weltweiten Investitionen in Edtech erreichten 2021 mit 16,7 Milliarden Dollar ihren Höchststand. Bis 2025 waren sie auf weniger als 3 Milliarden Dollar gefallen, laut Tracxn, einer Plattform aus Bengaluru, die Startup-Finanzierungen verfolgt. Rest of World berichtete über die Zahlen am 23. April 2026.
Der Pool der Gründer ist mit dem Geld geschrumpft. Nur 645 Bildungsunternehmen wurden 2025 gegründet, gegenüber fast 10.500 im Jahr 2020. Hohe Kundenakquisekosten, lange Vertriebszyklen im institutionellen Geschäft und niedrige Bindungsraten plagten die Branche, laut einer Analyse von Loot Drop, einer Datenbank mit mehr als 1.700 geschlossenen Startups.
Byju's, einst das wertvollste Bildungs-Startup der Welt mit 22 Milliarden Dollar, brach unter einer Finanzkrise zusammen. Das nigerianische Startup Edukoya schloss 2025. HolonIQ, ein Forschungsunternehmen, das Regierungen und Investoren in Bildungsfragen berät, schrieb in einem Beitrag vom 6. Februar, das Kapital konzentriere sich auf KI-gestützte Produkte, auf den Arbeitsmarkt ausgerichtete Plattformen und K-12-Betriebswerkzeuge, die Kosten- und Personaldruck adressieren. Die betriebliche Weiterbildung und die Zertifizierungsvorbereitung, so das Fazit der Loot-Drop-Analyse, wirken vielversprechender als die allgemeine K-12-Bildung.
Wenn die KI daneben liegt
An den KI-Boom ist auch eine härtere Rechnung geknüpft. MeetingTV verklagte Palo Alto Networks und dessen Threat-Intelligence-Einheit Koi Security wegen eines Blogs vom 30. Dezember, der das Videokonferenz-Startup mit einer chinesischen Wirtschaftsspionage-Operation in Verbindung brachte, berichtete The Register am 2. Juli 2026.
Die Klage behauptet, Koi habe ein großes Sprachmodell genutzt, um den Bericht zu erstellen. Das System habe Befunde halluziniert, und das Unternehmen habe sie als Fakten veröffentlicht. Kois Blog, inzwischen bearbeitet, um Verweise auf MeetingTVs Produkt Zoomcorder zu entfernen, nannte den Aufzeichnungsdienst eine öffentlich sichtbare Front für eine kriminelle Operation. Sicherheitsanbieter auf der ganzen Welt blockierten daraufhin MeetingTVs Domains als Malware und Command-and-Control-Infrastruktur.
MeetingTV-Gründer und CEO Michael Robertson sagte The Register, Koi habe das Unternehmen nie kontaktiert. Er habe von dem Bericht erst erfahren, als Anbieter begannen, seinen Datenverkehr zu blockieren. Ein Sprecher von Palo Alto Networks sagte, das Unternehmen kenne die Klage und glaube, Kois Recherche spiegle sein Engagement für die Identifizierung von Bedrohungen. Der Streit sollte im rechtlichen Verfahren geklärt werden, fügte er hinzu.
Robertsons Argument dreht sich weniger um einen Blog als um den Prozess. Er sagte, die Erweiterung, auf die sich der Bericht stützte, ein angeblicher Twitter X Video Downloader, existiere nicht. Ohne diese Software sei selbst eine grundlegende Analyse unmöglich gewesen. Sein weiterreichender Punkt: KI-Systeme halluzinieren, und ihre Befunde sollten nicht als Tatsache behandelt werden, ohne dass ein Mensch sie prüft.
Quellen
3- 01Vibe coding startup Lovable's latest funding round values it at $6.6BEN
- 02Edtech's pandemic boom is over as K-12 startup funding cratersEN
- 03Startup sues Palo Alto Networks' Koi Security, saying an AI-hallucinated report falsely linked it to Chinese espionageEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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