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Omdia: EU-Cloud-Souveränitätspolitik geht über den Datenspeicherort hinaus

Omdia erklärte am 13. Oktober 2026, die Politik zu KI- und Cloud-Souveränität bewege sich über den Datenspeicherort hinaus in Richtung strategischer Handlungsfähigkeit. Der vorgeschlagene EU-Rechtsakt für Cloud- und KI-Entwicklung soll vier Gewährleistungsstufen für Cloud-Dienste des öffentlichen Sektors festlegen.

TechnologieNachrichtLena BrandtVeröffentlicht: 7. November 20264 Min. LesezeitQuellen 36
Omdia: EU-Cloud-Souveränitätspolitik geht über den Datenspeicherort hinaus

Der Bericht Digital Sovereignty: AI & cloud policies and regulatory frameworks stellt fest, dass politische Entscheidungsträger zunehmend akzeptieren, dass vollständige technologische Selbstversorgung unmöglich ist, weil die Lieferketten global sind. Ziel sei stattdessen strategische Handlungsfähigkeit und fundierte Entscheidungsfindung, so Omdia. Der im Juni 2026 angekündigte Vorschlag für einen Rechtsakt für Cloud- und KI-Entwicklung soll der EU die Kapazitäten, Infrastruktur und Governance-Mechanismen verschaffen, die sie für technologische Autonomie braucht.

Was CADA ändern würde

CADA würde einen vierstufigen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schaffen, die EU-Institutionen und Organisationen des öffentlichen Sektors nutzen, berichtete InfoWorld. Die sensibelsten Arbeitslasten, darunter Justiz und Strafverfolgung, müssten auf Diensten mit höheren Gewährleistungsstufen laufen. Der Vorschlag ist kein pauschales Verbot: Er enthält Ausnahmen für Fälle, in denen konforme Dienste nicht existieren, so InfoWorld.

Google Cloud erklärte, die Kriterien auf jeder der vier Union Assurance Levels "würden globale Anbieter einschränken oder ausschließen, unabhängig von den Sicherheitsmaßnahmen, die sie anbieten". In einem Blogbeitrag argumentierte das Unternehmen, Vorschriften sollten technischen Kontrollen Raum lassen statt starrer geografischer Kriterien.

Das bereits genutzte Bewertungsmodell

Der Cloud-Souveränitätsrahmen der Europäischen Kommission bietet Beschaffungsteams bereits ein Bewertungsmodell, berichtete Startup Fortune. Er bewertet Anbieter in Kategorien wie rechtliche und jurisdiktionelle Souveränität, Daten- und KI-Souveränität, operative Souveränität, Lieferketten, Technologie, Sicherheit und Compliance sowie strategische Erwägungen, meldete Cloud Computing News. Der Rahmen trennt den Ort der Datenspeicherung davon, ob Betreiber mit Sitz in der EU einen Dienst ohne Beteiligung von Anbietern von außerhalb der EU verwalten, warten und unterstützen können.

Der Rahmen verwendet Sovereignty Effectiveness Assurance Levels, kurz SEALs. SEAL-2 gilt als Mindeststufe für Datensouveränität, SEAL-3 steht für stärkere digitale Widerstandsfähigkeit, berichtete Startup Fortune. In der Ausschreibung der Kommission für souveräne Cloud-Dienste vom April 2026 erreichten die meisten erfolgreichen Anbieter SEAL-3. Das Proximus-Konsortium erreichte SEAL-2 über eine Struktur, die Google-Cloud-Technologie in einer von europäischen Unternehmen betriebenen Umgebung nutzt, so Startup Fortune.

Die Kommission vergab im April 2026 Verträge für souveräne Cloud-Dienste im Wert von bis zu 180.000.000 EUR über sechs Jahre an Anbieter, darunter eine Partnerschaft von Post Telecom mit OVHcloud und CleverCloud, die deutsche STACKIT, Scaleway und ein von Proximus angeführtes Konsortium, berichtete Startup Fortune. Proximus erklärte, das Unternehmen sei neben drei weiteren Lieferanten für einen sechsjährigen Rahmen ausgewählt worden, der die Kommission, das Parlament, den Rat, den Europäischen Auswärtigen Dienst und 70 europäische Agenturen umfasst. Das Angebot nennt S3NS, Clarence, Mistral und Thales.

Google Cloud verwies in seinem Blogbeitrag auf diesen Partnerverbund. Das S3NS-Angebot in Frankreich sei nach SecNumCloud 3.2 qualifiziert worden. Clarence und S3NS seien gemeinsam mit Mistral von der Generaldirektion für digitale Dienste der Kommission für EU-Institutionen mit Souveränitätsbedarf bei Cloud-Diensten zugelassen worden.

AWS, Microsoft und Google kontrollieren rund 70% des europäischen Marktes für Cloud-Infrastruktur. Dadurch ist der öffentliche Sektor Rechtsvorschriften aus Übersee ausgesetzt, überwiegend amerikanischen, berichtete InfoWorld.

Wie es weitergeht

Omdia erklärte, klare Leitlinien zu den Anforderungen an KI- und Cloud-Souveränität fehlten weitgehend, obwohl Souveränität auf immer mehr Regierungsagenden stehe. Google Cloud hat die Kommission gebeten, Elemente von CADA zu ändern, um das zu vermeiden, was das Unternehmen "unbeabsichtigte Marktisolierung" nannte.

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Quellen

36
  1. 01AI and cloud sovereignty policy discussions moving beyond concerns about data residency - OmdiaEN
  2. 02The EU cloud sovereignty trapEN
  3. 03Choice, compliance, and collaboration: Europe's path to open digital sovereigntyEN
  4. 04AWS to disconnect European Sovereign Cloud from global network in independence testEN
  5. 05Europe is turning cloud sovereignty into an AI infrastructure testEN
  6. 06Proximus NXT selected as a sovereign cloud provider for European institutionsEN
  7. 07How can Europe leverage laws to secure cloud sovereignty?EN
  8. 08Europe's Digital Sovereignty Has a Funding GapEN
  9. 09A new era of self-reliance: Navigating technology sovereignty - DeloitteEN
  10. 10Canada Hardware Startups Wait 16.5 Years to Buy [2026] - shattered.ioEN
  11. 11DigitalEU at Web Summit 2026: Supporting businesses and startups to grow and innovateEN
  12. 12IREN to Advance Europe’s Sovereign AI Ambitions with 300MW Spanish CampusEN
  13. 13Europe's Billion-Euro Offensive: 19 States Launch Major Industrial AI ProjectEN
  14. 14Pure DC Unveils ~$2Billion Financing Framework to Scale Its Differentiated Pan-European & Middle East Cloud & AI Infrastructure Platform - Yahoo Finance UKEN
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  18. 18Banque de France Plans Mistral AI Rollout on a Sovereign Cloud - TOKENPOSTEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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