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Chinesisches Gericht friert mehr als 300 Millionen Dollar Nexperia-Vermögen im Streit mit Wingtech ein

Ein chinesisches Gericht hat zwischen dem 20. und 25. August Nexperia-Vermögen von mehr als 2,14 Milliarden Yuan (300 Millionen Dollar) eingefroren. Das geht aus einer Mitteilung von Wingtech an die Shanghai Stock Exchange vom 31. August hervor. Hintergrund ist ein Eigentumsstreit, der die Chipversorgung gestört hat.

TechnologieAnalyseLena BrandtVeröffentlicht: 7. November 20265 Min. LesezeitQuellen 30
Chinesisches Gericht friert mehr als 300 Millionen Dollar Nexperia-Vermögen im Streit mit Wingtech ein

Das Dongguan Intermediate People's Court ordnete die Sperrung auf Antrag von Wingtech und seiner Tochtergesellschaft an, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Anordnung betrifft die 100-prozentigen Anteile von Nexperia an Nexperia Semiconductor China, Nexperia Semiconductor Wuxi und Nexperia Semiconductor Shanghai sowie 99 Prozent von Nexperia Semiconductor Technology Shanghai. Eingefroren wurde außerdem der gesamte Anteil, den die Ausrüstungssparte von Nexperia an ihrer Wuxi-Tochter hält.

Wingtech verlangt von Nexperia, dessen Holding- und Ausrüstungsgesellschaften sowie drei Führungskräften 8 Milliarden Yuan (1,12 Milliarden Dollar) Schadensersatz. Die im Mai eingereichte Klage wirft den Beklagten vor, die von den Niederlanden verhängten Maßnahmen umgesetzt oder deren Durchsetzung unterstützt zu haben. Wingtech nennt sie "diskriminierende restriktive Maßnahmen". Zur Verhandlung ist es noch nicht gekommen.

Die Sperrung deckt etwa ein Viertel des von Wingtech geforderten Schadensersatzes ab. Reuters berichtete, der Gerichtsschritt gebe Wingtech mehr Spielraum, seinen Anspruch auf die Rückgewinnung der Kontrolle durchzusetzen. An der Unternehmensführung ändere er jedoch nichts und löse auch den eigentlichen Eigentumsstreit nicht.

Nexperia erklärte, die Maßnahmen "beeinträchtigen den laufenden Betrieb, die Geschäftsführung und die Geschäftskontinuität von Nexperia nicht". Das Unternehmen betonte zudem, in der Sache sei noch nicht verhandelt worden. Nexperia stellt Chips her, die in Automobilen, Unterhaltungselektronik und Industrieanlagen breit eingesetzt werden.

Der Streit hinter der Anordnung

Die Sperrung ist der jüngste Schritt in einem Konflikt, der begann, nachdem die niederländische Regierung 2025 die Kontrolle über Nexperia übernommen hatte. Das Wirtschaftsministerium berief sich am 30. September 2025 auf das Gesetz über die Verfügbarkeit von Gütern und machte die Entscheidung am 12. Oktober öffentlich, wie Data Center Dynamics berichtete. Das Ministerium nannte "schwerwiegende Mängel in der Unternehmensführung", die nach seiner Darstellung die Kontinuität und den Schutz technologischen Wissens und technologischer Fähigkeiten auf niederländischem und europäischem Boden gefährdeten.

Das Gesetz von 1952 war zuvor nie angewendet worden. Es erlaubt dem Staat, Managemententscheidungen ein Jahr lang zu blockieren oder rückgängig zu machen, ohne Eigentümer zu werden. Wirtschaftsminister Vincent Karremans sagte dem Sender NOS, er habe "ernste und dringende Signale erhalten, dass das Unternehmen erhebliche Mängel aufweist, die die Versorgungssicherheit gefährden könnten".

Gerichtsunterlagen, die nach der Übernahme veröffentlicht wurden, zeigten, dass US-Beamte die Niederlande im Juni 2025 davor warnten, Nexperia könne möglicherweise nicht mehr in die USA exportieren, falls Zhang auf seinem Posten bleibe, berichtete der Guardian. Wingtech, das Nexperia von Philips gekauft hatte, nannte den Schritt der Niederlande "übermäßige Einmischung, getrieben von geopolitischer Voreingenommenheit". Das niederländische Ministerium bestritt eine Beteiligung der USA und bezeichnete den Zeitpunkt als "rein zufällig", wie die Times of India berichtete.

Die europäischen Direktoren von Nexperia zogen am 1. Oktober 2025 vor Gericht, und ein Richter setzte Zhang Xuezheng mit sofortiger Wirkung ab, berichtete IO+. Die Unternehmenskammer setzte ihn am 6. Oktober ab, wie dasselbe Medium meldete. Als die Übernahme öffentlich wurde, war Zhang bereits abgesetzt, berichtete der Guardian.

Folgen für die Lieferkette und die nächsten Schritte

China reagierte mit Exportkontrollen für die China-Geschäfte von Nexperia, was Lieferungen störte, wie Reuters berichtete. Die South China Morning Post meldete, das Hauptwerk von Nexperia in China habe die Produktion gedrosselt. Ein Arbeiter sagte, etwa ein Drittel der Maschinen in seiner Produktionshalle stehe seit rund einer Woche still, weil es an Wafern fehle, die normalerweise aus den Nexperia-Fabriken in Deutschland und Großbritannien kommen.

Nexperia China teilte den Beschäftigten mit, sie müssten Anweisungen aus der niederländischen Zentrale nicht mehr befolgen, berichtete IO+. Wingtech warnte, "ein Nexperia ohne seine chinesischen Divisionen ist dem Untergang geweiht", und erklärte, das Unternehmen würde den größten Teil seiner Chipproduktion verlieren.

Reuters berichtete, nach Gesprächen zwischen Peking und Den Haag habe China zugestimmt, Lieferungen wieder zuzulassen, und die Niederlande hätten ihre Anordnung ausgesetzt. Die Stimmrechtskontrolle, die Wingtech verloren hat, hat das Unternehmen nicht zurückerlangt. Der zugrunde liegende Konflikt ist damit weiter ungelöst.

Die Vermögenssperren laufen bis August 2029. Wingtech erklärte, das Unternehmen werde "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen", um die vollständige Kontrolle über Nexperia wiederzuerlangen und die Interessen der Anleger zu schützen.

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Quellen

30
  1. 01Chinese court freezes over $300M in Nexperia assets amid Wingtech disputeEN
  2. 02Chinese court freezes $300 million of Nexperia assets in Wingtech caseEN
  3. 03Chinese court freezes $300 million of Nexperia assets in Wingtech caseEN
  4. 04Wingtech seeks over $1b in damages from Dutch chipmaker NexperiaEN
  5. 05Netherlands Invokes Emergency Law to Regain Control of NexperiaEN
  6. 06US raised concerns about Chinese boss of chipmaker before Dutch takeoverEN
  7. 07Nexperia owner demands control back after Dutch interferenceEN
  8. 08Dutch government takes control of Chinese-owned chipmaker NexperiaEN
  9. 09Netherlands government invokes 'emergency powers' to take control of Chinese chip company banned by AmericaEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Lena Brandt

Lena Brandt

KI, Modelle und Technik

Lena Brandt schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Herstellerangaben, Studien und öffentlich zugängliche Datensätze, statt Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Bei Modellvergleichen kontrolliert sie Benchmark-Werte, Trainingsdaten und Versionsnummern und rechnet Angaben zu Rechenleistung und Kosten selbst nach. Sie spricht mit Entwicklern und Forschern, wartet auf angekündigte Updates und vergleicht Releases, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Privat beschäftigt sie sich mit 3D-Druck, alten Rechnern und der Frage, wie Modelle aus Internetmüll lernen – Themen, die regelmäßig in ihre Texte einfließen. Sie publiziert keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst überprüfen konnte.

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