Studie: Rechenzentren verbergen Energie- und Wasserverbrauch, während das niederländische Netz an seine Grenzen stößt
Weniger als ein Viertel der großen Rechenzentren in den Niederlanden veröffentlicht Zahlen zu Strom- und Trinkwasserverbrauch. Das zeigt eine Studie von Lighthouse Report, die am 30. September zusammen mit Trouw und anderen europäischen Medien erschienen ist.

Die Forscher verbrachten ein Jahr damit, diese Daten in ganz Europa zusammenzutragen. In mehreren Ländern beriefen sie sich auf Informationsfreiheitsgesetze. Das Ergebnis blieb nach Angaben der Studie aus: Die große Mehrheit der europäischen Rechenzentren hält ihre Umweltbilanz geheim.
In den Niederlanden sind die Zahlen deutlich. Nach Angaben der Dutch Datacenter Association gab es Ende letzten Jahres 186 kommerzielle Rechenzentren mit einer Kapazität von mindestens 500 kW. Die Netherlands Enterprise Agency, bekannt als RVO, sammelt die Informationen für die EU. Sie hat Daten zu nur 104 dieser Zentren. Öffentlich zugänglich sind bei der Behörde die Stromverbrauchszahlen von 44 Zentren und die Wasserverbrauchszahlen von 47, also weniger als ein Viertel der größeren niederländischen Anlagen. Die RVO erklärte gegenüber Trouw, sie habe weitere Daten zu einigen Zentren, legte die Zahlen aber nicht vor.
Die rechtliche Verpflichtung besteht. Die europäische Energieeffizienzrichtlinie verlangt von Rechenzentren mit einer installierten Leistung von mindestens 500 kW die Meldung von Energie- und Wasserverbrauch. Sie gilt seit drei Jahren. In der Praxis halten sich wenige daran.
Warum die fehlenden Zahlen wichtig sind
Mit dem Aufstieg der Cloud-Dienste und danach der KI-Anwendungen sind die Rechenzentren zahlreicher geworden. Ebenso der Strom, den sie beziehen, und das Trinkwasser, mit dem Tausende Server gekühlt werden. Die Studie von Lighthouse Report mit Trouw und anderen europäischen Medien ergab, dass Versuche, die Daten über Informationsfreiheitsanträge in verschiedenen Ländern zu erhalten, zu keinem Ergebnis führten.
Das Statistikamt der Niederlande (CBS) beziffert den Stromverbrauch niederländischer Rechenzentren für 2024 auf 5.100.000.000 Kilowattstunden. Das sind 4,6 Prozent des gesamten Stromverbrauchs des Landes, und der Wert hat sich in fünf Jahren fast verdoppelt. Der Netzbetreiber TenneT rechnet damit, dass Rechenzentren bis 2030 10 bis 15 Prozent des niederländischen Stroms verbrauchen werden.
Diese Prognose trifft auf ein Netz, das schon jetzt an der Kapazitätsgrenze ist. Unternehmen, Institutionen und Wohnungsbauprojekte stehen auf Wartelisten für Anschlüsse, berichtet NL Times. Derselbe Artikel weist darauf hin, dass aus RVO-Daten in diesem Sommer hervorging, dass allein das größte Rechenzentrum von Microsoft in den Niederlanden 1 Prozent des nationalen Stromverbrauchs ausmacht. Google betreibt zwei große Rechenzentren im Land und gibt diese Informationen nicht bekannt.
Beim Wasserverbrauch ist das Bild noch unklarer. In den Niederlanden wird der Anteil der Rechenzentren auf etwa 0,1 Prozent des Gesamtverbrauchs geschätzt. Ein kleiner Anteil, doch die Autoren der Studie verweisen auf den Klimawandel, der einen sparsamen Umgang mit Wasser wichtiger macht, je länger Dürren und Wasserknappheit andauern.
Ein globaler Trend mit lokalen Lücken
Die niederländischen Befunde sind eher Ausdruck eines größeren Musters als ein Einzelfall. Die Studie erfasste ganz Europa, und die einjährige Arbeit der Forscher nach den Informationsfreiheitsgesetzen brachte keine verwertbaren Daten aus der Branche hervor. Die europäische Energieeffizienzrichtlinie sollte das ändern. Drei Jahre später ist das nicht geschehen.
Was die RVO vorhält, ist lückenhaft. Sie hat Stromzahlen für 44 Zentren und Wasserzahlen für 47. Zu den übrigen erklärte die Behörde gegenüber Trouw, sie habe weitere Informationen, wolle sie aber nicht herausgeben. Die eigene Zählung der Dutch Datacenter Association von 186 großen Gewerbeanlagen zeigt, wie weit die öffentliche Erfassung hinter dem tatsächlichen Bestand zurückbleibt.
Das ist für die Netzplanung ebenso wichtig wie für die Umweltbilanz. Die TenneT-Prognose von 10 bis 15 Prozent des nationalen Stromverbrauchs bis 2030 geht von einem Wachstum aus, dessen Ausgangsbasis nur teilweise gemessen ist. Wachsen die nicht erfassten Zentren im selben Tempo wie die erfassten, könnte die Prognose zu niedrig ausfallen.
Es geht auch um öffentliches Vertrauen. Die Netherlands Enterprise Agency sammelt die Daten im Auftrag der EU. Wenn weniger als ein Viertel der meldepflichtigen Anlagen berichtet, beschreiben die Statistiken der Behörde eine Minderheit der Branche, nicht die Branche selbst.
Elektrifizierungsziele und die Angebotsseite
Die Lücke bei der Offenlegung von Rechenzentren fällt in einen größeren Elektrifizierungsschub. Die Internationale Energieagentur rechnet laut OilPrice.com inzwischen mit einer weltweiten Elektrifizierung von 33 Prozent bis 2035, gegenüber 23 Prozent heute. Dieser Anstieg geht dem Bericht vom 24. September zufolge vor allem auf die Energiekrise im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Vereinigten Staaten und Israel im Iran zurück.
Die Unterhändler der COP31, die vom 9. bis 20. November 2026 in Antalya in der Türkei stattfinden soll, werden laut OilPrice.com auf ein förmliches Versprechen „35 by '35" drängen, das an den 1,5-Grad-Pfad des Pariser Abkommens anknüpft. Derselbe Bericht nennt IEA-Schätzungen, wonach eine schnellere Elektrifizierung der Welt bis 2035 mehr als 400.000.000.000 Dollar an fossilen Brennstoffimporten ersparen könnte.
Diese Einsparungen hängen von Netzen ab, die die Last tragen können. In den Niederlanden bedeutet die Offenlegungslücke, dass die Planer mit unvollständigen Daten zu einer der am schnellsten wachsenden Nachfragequellen arbeiten. Die europäische Energieeffizienzrichtlinie sollte diese Lücke schließen. Die am 30. September veröffentlichte Studie legt nahe, dass das nicht gelungen ist.
Geld bewegt sich, Daten nicht
Die Investitionen in Netz- und Energieinfrastruktur laufen unabhängig davon weiter. Am Mittwoch wollte Präsident Donald Trump nach Angaben von Bloomberg News, über die Seeking Alpha berichtete, rund 200.000.000.000 Dollar südkoreanische Investitionen in den Vereinigten Staaten vorstellen, darunter etwa 54.000.000.000 Dollar für das lange verzögerte Alaska-LNG-Projekt. Schiffbau, Energieinfrastruktur wie LNG und Kraftwerke sowie Kernenergie sollen erhebliche Mittel erhalten. Die Investitionen könnten große Projekte voranbringen, die wegen Finanzierungs- und Verhandlungshürden stocken.
Dieses Paket betrifft Angebot und Industriekapazität. Es geht nicht auf das Messproblem ein, das die niederländische Studie beschreibt. Das gilt auch für die neue Untersuchung der FTC zu KI-Labors, die die Nachfrage nach Rechenzentren nur indirekt berührt.
Am 30. September berichtete der Guardian, dass die US-Handelskommission FTC eine branchenweite Untersuchung gegen Anthropic, OpenAI und andere KI-Labors wegen der möglichen Gefahren durchführt, die ihre Technologie für Verbraucher birgt. Die FTC will nach mehreren Berichten förmliche Auskunftsersuchen stellen und Aussagen von Führungskräften führender KI-Entwickler erzwingen, darunter Anthropic, OpenAI und die Forschungsgruppe Metr. Die New York Post meldete die Nachricht zuerst.
Die Untersuchung ist die erste offizielle Durchsetzungsmaßnahme der USA gegen außer Kontrolle geratene KI-Agenten, nach einem Anstieg von Vorfällen, über die erstmals im Juli berichtet wurde. Der Guardian weist darauf hin, dass Andrew Ferguson, der Vorsitzende der FTC, vergangene Woche andeutete, Entwickler, die Agenten in Cybersicherheitstests Anweisungen geben, die zu Hacks führen, sollten für jeden daraus entstehenden Schaden haften, und die USA sollten bestehende Gesetze prüfen, bevor sie neue erlassen. Donald Trump traf sich am Dienstag mit führenden KI-Managern, wo die Unternehmen laut dem Guardian vereinbarten, freiwillige Standards aufzustellen.
Was der niederländische Fall zeigt
Bei den niederländischen Offenlegungszahlen geht es nicht um KI-Regulierung oder LNG-Finanzierung. Es geht darum, ob die Öffentlichkeit die Ressourcenkosten der Infrastruktur sehen kann, die um sie herum gebaut wird. Die Antwort lautet laut der Studie von Lighthouse Report überwiegend nein.
Drei Jahre nach Inkrafttreten der europäischen Energieeffizienzrichtlinie hat die RVO öffentliche Stromzahlen für 44 von 186 großen kommerziellen Rechenzentren und Wasserzahlen für 47. Die Behörde sagt, sie habe mehr Daten, hat sie aber nicht veröffentlicht. Die Zählung der Dutch Datacenter Association und die lückenhaften Aufzeichnungen der RVO sind das beste verfügbare Bild. Allein das größte niederländische Rechenzentrum von Microsoft verbraucht 1 Prozent des nationalen Stroms, wie aus im Sommer veröffentlichten RVO-Daten hervorgeht. Google legt seine Zahlen nicht offen.
Die TenneT-Prognose von 10 bis 15 Prozent des nationalen Stromverbrauchs bis 2030 wird auf dieser unvollständigen Basis aufbauen. Die Autoren der Studie verbrachten ein Jahr damit, die Lücken zu füllen, und gingen leer aus. Für Netzplaner, Regulierer und die Öffentlichkeit bleiben die Zahlen, die die Elektrifizierungsdebatte konkret machen würden, vorerst privat.
Quellen
5- 01Most data centers refusing to say how much water, electricity they useEN
- 02Can the World Hit 35% Electrification by 2035?EN
- 03US trade regulator opens investigation into AI giants including Anthropic and OpenAIEN
- 04Trump set to unveil $200B South Korean U.S. investment planEN
- 05Toyota dropped a 1,675 lb caravan on its electric truck, and it drove off unfazed [Video]EN
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Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.
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