Uber: 19 Prozent längere Wartezeiten, 53 Prozent höhere Preise
In sechs US-Städten warteten Uber-Fahrgäste zwischen dem ersten Quartal 2023 und dem gleichen Zeitraum dieses Jahres 19 Prozent länger auf ein Auto und zahlten 53 Prozent mehr pro Meile. Das geht aus einer Analyse von Len Sherman von der Columbia Business School hervor, über die Business Insider am 30. September berichtete.

In sechs US-Städten warteten Uber-Fahrgäste zwischen dem ersten Quartal 2023 und dem gleichen Zeitraum dieses Jahres 19 Prozent länger auf ein ankommendes Auto. Pro Meile zahlten sie im Schnitt 53 Prozent mehr. Die Zahlen stammen aus einer Analyse von Len Sherman, Executive in Residence und Adjunct Professor an der Columbia Business School. Business Insider berichtete am 30. September darüber.
Für die Untersuchung wertete Sherman 37.500 Fahrten aus, die Fahrer in sechs US-Städten abgeschlossen hatten. Grundlage waren Daten von GigU, einer App, die Fahrern vor Annahme einer Fahrt zeigt, wie viel sie pro Minute und pro Meile verdienen. Die Wartezeiten stiegen in fünf der sechs Städte, darunter Atlanta, Dallas und Houston. In Tampa in Florida sanken sie leicht. Sherman sagte, die Zahlen enthielten nicht die Zeit, die Fahrgäste warten, bis Uber ihnen einen Fahrer zuordnet, weil er sich auf Daten der Fahrerseite stützte. "Per Definition ist das eine Untertreibung", sagte er zu Business Insider.
Uber bestritt die Ergebnisse. "Diese Analyse stützt sich auf eine Reihe von Ungenauigkeiten, die wir öffentlich widerlegt haben", sagte ein Sprecher. Zu den Wartezeit- und Meilenwerten wollte er sich nicht konkret äußern. Das Unternehmen verwies Business Insider auf einen Blogbeitrag vom Januar. Darin wies Uber die Behauptung zurück, es sei profitabel geworden, "indem es die Preise erhöhte und zugleich einen immer größeren Anteil" der Fahrpreise einbehielt.
Shermans Bericht zitiert außerdem den Axios Harris Poll 100 für 2026. Darin liegt Uber auf Platz 72, nach Platz 58 im Jahr 2025. Vertrauen, Charakter und Ethik gingen zurück.
Europas Energierechnung als Hintergrund
Die Zahlen zum Fahrdienst fallen ans Ende einer Woche, in der europäische Politiker ungewöhnlich deutlich über Kosten sprachen. Die Europäische Kommission warnte vor "sehr hohen" Energiepreisen und einem "schwierigen" Winter, weil die Gasspeicher zur Neige gehen. Das berichtete RTE am 29. September. Ein EU-Kommissar sagte, der Block habe zusätzlich 113.000.000.000 Dollar für Energie gezahlt, ohne mehr Gas oder Öl zu erhalten. Diese Zahl verbreitete Anadolu Ajansı am 29. September, am selben Tag auch Yeni Şafak English. Xinhua meldete am 29. September, die zusätzliche Rechnung für fossile Brennstoffe habe im Zuge des US-Iran-Konflikts 100.000.000.000 Euro erreicht.
Die politische Antwort spaltet die Mitgliedstaaten. Italien und Tschechien fordern lockerere EU-Regeln für CO2-Zertifikate und Energieversorgung, wie Reuters am 29. September berichtete. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reiste nach Prag zu einem Aktionsplan zwischen Italien und Tschechien für Energie und Industrie, wie Agenzia Nova am 29. September meldete. Spanien, Portugal und Luxemburg drängen Brüssel dagegen auf ein ehrgeiziges und realistisches Ziel für erneuerbare Energien bis 2040, so Demócrata am 29. September.
Die Schwerindustrie spürt den Druck. Italiens Papierindustrie hat Entlastung bei den Energiekosten gefordert, wie EUWID Pulp and Paper am 30. September berichtete. Westlake schließt ein PVC-Werk in Köln, weil der Marktdruck anhält, wie ChemAnalyst am 29. September meldete. Ineos hat wichtige Chemiewerke stillgelegt. Jim Ratcliffe gibt Labour die Schuld, so This is Money am 29. September.
Was billigerer Strom mit einem Automarkt macht
Der Zusammenhang zwischen Energiepreisen und Transportkosten wirkt in beide Richtungen. Transport & Environment veröffentlichte am 29. September eine Analyse. Darin heißt es, gebrauchte Elektroautos behielten ihren Wert besser als die Leasingbranche behauptet. In den vier größten EU-Märkten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zeigt der Gebrauchtwagen-Datenbestand für 2025 eine Wertverlustlücke von 12,9 Prozentpunkten zwischen Verbrennern und Elektroautos. T&E zufolge verringern fünf ausgelassene Variablen diese Lücke um 80 Prozent auf 2,6 Prozentpunkte. Zu den Variablen gehören Subventionen, die den Kaufpreis von E-Autos senken, und Anschaffungssteuern, die ihn für Verbrenner erhöhen.
Die Organisation verweist auch auf das Verbraucherverhalten. In Irland stiegen die Werte gebrauchter E-Autos im Juli 2026 fast doppelt so stark wie die von Benzinern und Dieselautos, wie der größte Online-Automarkt des Landes meldete. In Deutschland stiegen die Verkäufe gebrauchter batterieelektrischer Fahrzeuge in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 um 64 Prozent im Vorjahresvergleich. T&E fordert die EU-Gesetzgeber auf, die kommende Corporate Clean Vehicles Regulation zu unterstützen. Sie würde Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten festlegen.
"Die Branche zeichnet ein allzu einfaches Bild vom Wertverlust von E-Autos, um den Widerstand gegen die EU-Ziele zur Flottenelektrifizierung zu rechtfertigen", sagte Stef Cornelis, Direktor der Programme Electric Fleets und Freight bei T&E.
Ein Teil desselben Drucks zeigt sich auf der Angebotsseite der Energiewende. Das japanische Start-up Helical Fusion teilte Reportern am 30. September mit, es erwarte erste Tests unter Strom am Demonstrationsreaktor Helix HARUKA im Jahr 2027. Vollständige Stromtests der integrierten Anlage sollen um 2030 folgen, wie Asahi Shimbun berichtete. CEO Takaya Taguchi sagte, das Unternehmen wolle möglichst in den 2040er Jahren eine kommerzielle Anlage bauen. Als Hürden nannte er Kosten, Sicherheit und Bautempo. Die japanische Regierung hat die Fusion als einen von 17 strategischen Sektoren eingestuft. Bis zum Geschäftsjahr 2040 will sie 3.100.000.000.000 Yen investieren, rund 19.700.000.000 Dollar, aus öffentlichen und privaten Mitteln.
Nicht jede Kostengeschichte weist in dieselbe Richtung. Eine im September auf der Konferenz SOSP '26 vorgestellte Arbeit beschreibt EnerTune, ein System für Inferenz-Dienste. Es senkt den Energieverbrauch um das 1,4- bis 2,3-Fache und die Leistungsaufnahme um das 1,3- bis 2,6-Fache gegenüber dem aktuellen Stand der Technik und hält dabei die Leistungsziele ein, wie es in der Arbeit heißt. Die Autoren von der University of Texas at Austin und anderen Einrichtungen argumentieren, dass die alleinige Optimierung von GPU-Clustern auf Auslastung den Energieverbrauch erhöhen kann.
Quellen
8- 01Uber Wait Times Rise 19% as Prices Climb 53%: StudyEN
- 02What von der Leyen left out of her Congress of Europe pitchEN
- 03Second-Hand EVs Retain Their Value Better Than Industry Claims — New StudyEN
- 04Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN
- 05Beyond Utilization: Energy-Conscious GPU Sharing for Inference ServingEN
- 06Before pixels: Modular industrial dashboardsEN
- 07Inbolt raises €11M to bring real-time vision and intelligence to industrial robotsEN
- 08Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN
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