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Zhejiang öffnet Netzspeicher für den Spotmarkt, während US-Daten zur KI-Beschäftigung auseinanderlaufen

Die chinesische Provinz Zhejiang lässt unabhängige Batteriespeicher am Netz nach einer am 23. September veröffentlichten Mitteilung am Strom-Spotmarkt handeln. Ab dem 1. Januar 2027 ist die Gebotsabgabe nach Preis und Menge möglich, das betrifft 40 Projekte mit insgesamt 2,54 GW/5,1 GWh.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 28. September 20266 Min. LesezeitQuellen 5
Zhejiang öffnet Netzspeicher für den Spotmarkt, während US-Daten zur KI-Beschäftigung auseinanderlaufen

Die Mitteilung aus Zhejiang stammt gemeinsam vom Provinzbüro der chinesischen Nationalen Energieverwaltung, der Provinzkommission für Entwicklung und Reform sowie dem Provinzenamt für Energie. Sie erlaubt unabhängigen netzseitigen Speichern, täglich zwischen dem Energiemarkt und dem Markt für Regelleistung als Nebenleistung zu wählen. Speicherprojekte, die noch in Stromlieferverträgen für Endkunden stecken, können über die Handelsplattform aussteigen, bevor sie einsteigen. pv magazine berichtete am 26. September über die Regeln.

In der Liste stehen 40 Projekte. 28 davon mit 2,13 GW/4,27 GWh sind bereits im kommerziellen Betrieb und werden zentral gesteuert. Sechs weitere mit 0,11 GW/0,22 GWh dürfen nur Energie handeln.

Projekte, die nicht als Speicher registriert sind, werden nach Angaben der Regulierungsbehörde im normalen Netzbetrieb grundsätzlich nicht abgerufen. Sie kündigte an, die Teilnahme weiter zu beobachten und die Marktbetreiber zur Aufsicht anzuhalten. Der Schritt folgt der Entscheidung Chinas aus dem Jahr 2025, die Speicherpflicht für Erneuerbare-Anlagen und den im Februar festgelegten Kapazitätspreisboden für netzgekoppelte Speicher zu streichen, wie pv magazine berichtet.

Die Nachfrage amerikanischer Rechenzentren sieht anders aus

Auf der anderen Seite des Pazifiks erzählt sich die Arbeitsmarktgeschichte der KI-Infrastruktur über Baustellen statt über Marktregeln. CNBC berichtete am 26. September, dass Schweißer, Klempner, Klimatechniker und Elektriker beim Bau von Rechenzentren stark gefragt sind, viele dieser Baujobs aber befristet sind. Derselbe Bericht nennt ein politisches Risiko: Vorstöße von Bundesstaaten wie New York und Texas, die Entwicklung zu bremsen, und lokale Baustopps in den USA nach öffentlichem Widerstand könnten diesen Arbeitsmarkttrend treffen.

Die Gehaltszahlen in dem CNBC-Beitrag sind ungewöhnlich konkret. Maria Flynn, Präsidentin und CEO der gemeinnützigen Organisation Jobs for the Future, sagte dem Sender, ein Techniker auf Auszubildendenniveau könne 40.000 bis 60.000 Dollar nach Hause bringen, erfahrene Elektriker mehr als 100.000 Dollar. Nicole Bachaud, Arbeitsökonomin bei ZipRecruiter, sagte, das durchschnittliche Mindestgehalt für Jobs in Rechenzentren sei im Jahresvergleich um 125,1 Prozent auf fast 208.000 Dollar gestiegen, eine Zahl, die sie hoch spezialisierten Ingenieurstellen zuschrieb, die den Durchschnitt nach oben ziehen.

Stellenanzeigen für Schweißer und Rohrleitungsbauer liegen laut Bachaud im Jahresvergleich um 164 Prozent höher, wobei sie einschränkte, dass eine kleine Stichprobe Teil der Erklärung sein könne. Die stärksten Zuwächse gab es in Houston und Birmingham, sagte sie, weil dort Land und lockerere Regeln die Entwicklung einfacher machen als in den Küstenmetropolen.

Justin Sinkovich vom Columbia College Chicago verwies gegenüber CNBC auf Louisiana, wo Amazon 12.000.000.000 Dollar in ein neues Rechenzentrum mit 540 Vor-Ort-Stellen investiert hat, darunter 1.700 Elektriker, Techniker und Sicherheitskräfte, und Metas Hyperion-Projekt wird mit 27.000.000.000 Dollar bewertet. Diese Jobs lassen sich nicht auslagern oder aus der Ferne erledigen, sagte er.

Absolventen treffen auf einen anderen Einstellungsmarkt

Das Bild für Berufseinsteiger ist weniger rosig. CNBC berichtete am 25. September, dass Hochschulabsolventen im Alter von 22 bis 27 Jahren nach Angaben der Federal Reserve Bank of New York im Juni 2026 eine Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent hatten, ein voller Prozentpunkt mehr als zwei Jahre zuvor für diese Gruppe. Die Quote für alle jungen Arbeitskräfte lag bei 7,2 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote, also Absolventen in Jobs, die keinen Bachelor-Abschluss erfordern, erreichte 42 Prozent bei frischen Absolventen gegenüber 33,7 Prozent bei allen Hochschulabsolventen.

Automatisierung gehört inzwischen zum ersten Filter. Eine von CNBC zitierte LinkedIn-Untersuchung ergab, dass 66 Prozent der Recruiter Anfang 2026 planten, den Einsatz von KI für Vorauswahlgespräche zu erhöhen, während 81 Prozent der Stellensuchenden angaben, KI bei ihrer Suche genutzt zu haben oder nutzen zu wollen. Handshake, die Plattform für Berufseinsteiger, fand heraus, dass Absolventen des Jahrgangs 2026 KI-Kenntnisse doppelt so häufig im Lebenslauf nannten wie der Jahrgang 2022, wobei 74 Prozent dieser Nennungen an praktische Projekte statt an Kursarbeit gebunden waren.

Die National Association of Colleges and Employers gibt an, dass KI-Kenntnisse im Frühjahr in 16,5 Prozent der Stellenbeschreibungen auftauchten, gegenüber 10,5 Prozent im Herbst zuvor, und dass 28 Prozent der Arbeitgeber Berufseinsteiger suchen, die KI nutzen können. NACE beschreibt eine "auffällige Kluft" zwischen manchen Gen-Z-Bewerbern und dem Markt.

Die NY Fed ist jedoch vorsichtig mit der Kausalität. Auf Basis von Stellenanzeigen schrieb sie, dass "KI zwar zu den jüngsten Entwicklungen am Arbeitsmarkt beitragen mag, aber nicht der Haupttreiber der Einstellungsflaute ist". Ihre Arbeitgeberumfragen ergaben, dass Firmen "KI überwiegend durch Umschulung einbinden wollen, mit begrenzten Auswirkungen auf die Einstellungen".

Die akademische Literatur hinkt noch hinterher. Ein am 22. September veröffentlichtes Konferenzpapier des NBER, "Artificial Intelligence and Labor Market Reallocation", geht die Frage der Umverteilung direkt an, doch sein Volltext liegt hinter einem PDF, das im Dossier nicht lesbar ist. Festhalten lässt sich, dass das Papier existiert und datiert ist, nicht, zu welchem Ergebnis es kommt.

B2B-Marketingkennzahlen als Nebengeschichte des Arbeitsmarkts

Abseits der Makrozahlen veröffentlichte The Next Web am 27. September einen Beitrag darüber, warum die leadbasierte Messung im B2B-Marketing immer wieder scheitert. Er zitiert eine Umfrage, wonach 87 Prozent der B2B-Marketer es zunehmend schwierig fanden, die langfristige Wirkung von Kampagnen zu messen, während fast die Hälfte jeden Monat die Marketingausgaben gegenüber CFOs und CEOs rechtfertigen musste. Gartner stellte 2026 fest, dass Käufer durchschnittlich sieben Informationsquellen nutzen, wobei sich 45 Prozent während der Recherche an generative KI wenden und 67 Prozent ein digitales Kauferlebnis ohne Vertriebsmitarbeiter bevorzugen.

Der Beitrag dreht sich um Waqas Khokhar, Gründer und CEO von ScalixAI, der neun Jahre bei Google verbrachte. "Das größte Problem ist, dass Unternehmen nicht verstehen, wie einzelne Kanäle das Endziel beeinflussen, nämlich den Umsatz", sagte er zu The Next Web. Das Unternehmen nennt Kundenergebnisse, darunter Oneleet mit 660 Demos, mehr als 10.000 Dollar abgeschlossenem Umsatz und mehr als 10.000 Dollar aktiver Pipeline, Fyxer mit mehr als 10.000 Kunden und 20-fachem Umsatzwachstum binnen eines Jahres sowie PAM AI mit mehr als dreifachem ROI innerhalb von Monaten. Das sind die gemeldeten Zahlen der Agentur, nicht unabhängig geprüft, und The Next Web präsentiert sie als ScalixAIs Beleg für die eigene Argumentation.

Khokhar sagte, die Firma sei in 14 Monaten von null auf rund 30 Kunden gewachsen und arbeite mit einem Pauschalhonorar statt mit einem Prozentsatz der Medienausgaben. Er sagte auch, er habe eine Kundenbeziehung Tage nach ihrem Beginn beendet, weil die Erwartungen nicht zusammenpassten. "Die Energie des Teams zu schützen, gehört zur Aufgabe", sagte er.

Was die Fäden verbindet

Drei Datenpunkte stehen in Spannung zueinander. Chinesische Regulierer drängen Batterien in wettbewerbliche Märkte, eine Wette darauf, dass Preissignale die Einsatzsteuerung übernehmen. Der Bau amerikanischer Rechenzentren zieht Handwerker in gut bezahlte, oft befristete Arbeit, mit lokalem Widerstand als Unsicherheitsfaktor. Und der Arbeitsmarkt für Absolventen ist zumindest in den USA bei den Schlagzeilenzahlen schwach, auch wenn Arbeitgeber sagen, sie wollen KI-Kenntnisse.

Der gemeinsame Nenner ist das Timing. Zhejiangs Gebotsabgabe nach Preis und Menge beginnt erst am 1. Januar 2027, die Marktregeln werden also festgelegt, bevor das Geld fließt. Baujobs in Rechenzentren gibt es jetzt. Die Einstellung von Berufseinsteigern ist der Teil, der sich bereits verändert hat.

Eine Sache bleibt zu beobachten: ob die von CNBC erwähnten Verlangsamungen auf Bundesstaatenebene in New York und Texas zu einem messbaren Rückgang der Stellenanzeigen im Handwerk führen, oder ob die Nachfrage einfach dorthin wandert, wo das Bauen leichter ist, etwa nach Houston und Birmingham. ZipRecruiters Bachaud erwartet Letzteres, doch das ist eine Prognose, keine Zahl.

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Quellen

5
  1. 01Chinese province moves grid-side batteries into spot marketEN
  2. 02The blue-collar AI job market is booming. Will data center backlash make it go bust?EN
  3. 03How recent grads and college students should be thinking about AI, the CV, and the job marketEN
  4. 04The inevitable problem with measuring B2B marketing by leadsEN
  5. 05Artificial Intelligence and Labor Market ReallocationEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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