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China erwägt strengere Exportkontrollen für KI-Modelle und Chips

Chinas Behörden prüfen laut einem Bericht der Financial Times vom 21. Juli 2026 strengere Exportkontrollen für KI- und Halbleitertechnologien. Peking will damit seine fortschrittlichsten Modelle und Chipdesigns im Land halten.

WeltNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20263 Min. LesezeitQuellen 4
China erwägt strengere Exportkontrollen für KI-Modelle und Chips

Das Handelsministerium hat mit führenden heimischen KI- und Chipherstellern beraten. Dabei geht es um die Frage, wie sich verhindern lässt, dass Chinas fortschrittliche Technologien und namhafte Start-ups vom Westen übernommen werden. Das berichtet die FT unter Berufung auf zwei an den Gesprächen beteiligte Personen. Reuters griff den FT-Bericht auf und erklärte, die Darstellung nicht unmittelbar überprüfen zu können. Das Handelsministerium, ByteDance, Alibaba, Zhipu, Huawei, Qualcomm und TSMC reagierten nicht umgehend auf Bitten um Stellungnahme.

Die berichteten Maßnahmen sollen in die nächste Überarbeitung des chinesischen Katalogs der Technologien einfließen, deren Export verboten oder beschränkt ist. Laut der FT ging es in den Gesprächen darum, die Weitergabe wichtiger Trainingsdaten ins Ausland zu begrenzen und ausländischen Nutzern das Herunterladen chinesischer Modellgewichte zu untersagen.

Daneben ging es um Beschränkungen, die ausländische Chiphersteller wie Qualcomm und TSMC daran hindern sollen, fortschrittliche Halbleiter nach Designs chinesischer Unternehmen wie Huawei, Alibaba und ByteDance zu fertigen. Auch mögliche Einschränkungen von Auslandsübernahmen strategischer Technologie, etwa im Bereich agentischer KI, werden geprüft.

Reuters hatte bereits im Juli berichtet, dass chinesische Behörden Gespräche mit führenden Technologieunternehmen über eine mögliche Beschränkung des Auslandszugangs zu Chinas fortschrittlichsten KI-Modellen geführt hatten, darunter noch nicht veröffentlichte Modelle. Die Vorschläge werden weiter geprüft. Die Regulierer wägen Branchenrückmeldungen ab, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.

Kontrollen in beide Richtungen

Der Schritt würde Washingtons eigenen Einsatz von Exportkontrollen spiegeln, die Peking jahrelang umgangen hat. Die USA haben fortschrittliche Logik-Knoten, HBM, EUV-Anlagen und zuletzt eine breitere Palette von Leistungsschwellen für Chips beschränkt, so eine Analyse von Silicon Analysts. Chinas 15. Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 schreibt technologische Selbstständigkeit als Kernpriorität der Politik fest, heißt es in derselben Analyse. SMIC-Investitionen und die Beschaffung heimischer Anlagen folgen demnach eher politischer Logik als kurzfristigen kommerziellen Erträgen.

Heimische Zulieferer wie NAURA, AMEC, Piotech und Hwatsing haben messbare Anteile bei Ätzen, Abscheidung, CMP und Waferreinigung gewonnen, ergänzt die Analyse. Die Fotolithografie bleibt der ungelöste Engpass: ASMLs EUV-Systeme unterliegen weiterhin niederländischen Exportbeschränkungen, und kein chinesischer Anbieter hat eine produktionstaugliche EUV-Plattform vorgelegt. Chinas fortschrittlichste im Inland zugängliche Lithografie basiert auf DUV. Das begrenzt die führende Logikfertigung unter Mehrfachstrukturierung auf etwa den 7-nm-äquivalenten Knoten.

Pekings Hebel reicht über Materialien ebenso wie über Designs. Eine im April 2026 veröffentlichte Notiz des Andersen Institute besagt, dass Chinas Kontrolle über die Raffinerie von Seltenen Erden und kritischen Mineralien 70 Prozent der weltweiten Kapazität ausmacht. Artikel 49 der Dual-Use-Verordnung von 2024 gibt dem Handelsministerium demnach eine rechtliche Grundlage, Anforderungen auf im Ausland hergestellte Waren mit chinesischen Vorprodukten auszuweiten. Dieser Mechanismus wurde im Oktober 2025 für ausgewählte Seltene-Erden-Güter und Technologien aktiviert.

Die Open-Source-Ebene eröffnet eine weitere Front. In The Conversation schreibt ein China-Experte und Open-Source-Forscher, dass chinesische KI-Modelle wie Qwen, DeepSeek, Kimi und GLM in der Regel offene Gewichte statt offenen Quellcode sind: Die Software und die endgültigen Parameter werden veröffentlicht, die Trainingsdaten und die Methodik nicht. Manche Lizenzen enthalten zusätzliche Pflichten. Die Lizenz für Moonshots Kimi K3 verlangt von Lizenznehmern oberhalb bestimmter Umsatz- oder Nutzerschwellen, den Modellnamen prominent zu nennen. Die Community-Lizenz von MiniMax M3 listet Nutzungen auf, die nach geltendem Recht oder geltenden Vorschriften verboten sind.

Anthropic und OpenAI haben chinesischen Herstellern offener Gewichte laut demselben Artikel groß angelegte, nicht genehmigte Destillation vorgeworfen. Die Trump-Regierung und US-Gesetzgeber haben vorgeschlagen, den Zugang zu chinesischen Modellen mit offenen Gewichten zu beschränken. Einige Bundesbehörden und Bundesstaaten haben Mitarbeitern und Auftragnehmern bereits die Nutzung von DeepSeek aus Sicherheitsgründen untersagt.

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Quellen

4
  1. 01China considers tighter export controls on AI models and chips, FT reportsEN
  2. 02China's AI Chip Bifurcation Under Export ControlsEN
  3. 03China's Critical Mineral Export ControlsEN
  4. 04China is shaping the future of open-source technology – including AIEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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