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Helion meldet erstes privates D-T-Fusionsplasma und 150 Millionen Grad

Der Prototyp Polaris von Helion ist nach Angaben des Unternehmens aus Everett im Bundesstaat Washington die erste privat entwickelte Fusionsmaschine, die mit Deuterium-Tritium läuft und Plasmatemperaturen von 150 Millionen Grad Celsius erreicht. Beide Premieren meldete Helion am 13. Februar 2026.

WissenschaftNachrichtHanna VogtVeröffentlicht: 27. September 20264 Min. LesezeitQuellen 4
Helion meldet erstes privates D-T-Fusionsplasma und 150 Millionen Grad

Polaris, der Prototyp der siebten Generation, habe beide Marken während einer Testkampagne erreicht, die im Januar begann, teilte das Unternehmen mit. Die Maschine nahm Ende 2024 den Betrieb auf.

Die D-T-Fusion ist die Reaktion, auf die gängige Fusionsprojekte seit Jahrzehnten setzen. Sie zündet bei niedrigeren Temperaturen als die meisten Alternativen. Helion erklärt, die Kampagne habe gezeigt, dass die Anlage mit mehreren Brennstoffen betrieben werden kann. Das Unternehmen gibt außerdem an, als erstes die behördliche Genehmigung erhalten zu haben, Tritium zu besitzen und einzusetzen, um die Erzeugung von Fusionsenergie nachzuweisen.

„Wir sind überzeugt, dass der sicherste Weg zur Kommerzialisierung der Fusion darin besteht, so schnell wie möglich zu bauen, zu lernen und zu iterieren“, sagte David Kirtley, Mitgründer und CEO von Helion, in der Ankündigung. „Wir haben sieben Prototypen gebaut und betrieben und dabei jedes Mal ehrgeizigere technische und ingenieurtechnische Ziele gesetzt und übertroffen.“

Zwei externe Forscher prüften die Diagnosedaten für das Unternehmen und werden in der Mitteilung zitiert. Ryan McBride, Spezialist für Trägheitsfusion und gepulste Leistung, der am Sandia National Laboratories und an der University of Michigan gearbeitet hat, sagte, er sehe „Belege für D-T-Fusion und Temperaturen über 13 keV oder 150 Millionen Grad Celsius“. Alan Hoffman hat mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Plasmen in feldumgekehrter Konfiguration und leitete die frühe FRC-Arbeit an der University of Washington. Er sagte, er sehe die Technologie weiter skalieren.

Die Zahl von 150 Millionen Grad übertrifft Helions eigenen Rekord von 100 Millionen Grad Celsius, den der Prototyp der sechsten Generation, Trenta, aufgestellt hatte. In der Branche gelten 100 Millionen Grad Celsius als Schwelle für eine kommerziell relevante Maschine.

Jean Paul Allain, Associate Director für Fusion Energy Sciences im Office of Science des Energieministeriums, nannte die Ergebnisse in derselben Mitteilung „starken Fortschritt“. „Unsere Fähigkeit, Fusion ins Netz zu bringen, verlangt Ansätze, die schnelle Zyklen in Entwicklung und Test ermöglichen“, sagte er.

Nichts davon ist ein Kraftwerksergebnis. D-T ist eine Zwischenstufe im Testprogramm von Polaris: Helion will die Temperaturen weiter erhöhen, um zu zeigen, dass die Anlage zuverlässig mit Deuterium-Helium-3 läuft, dem Brennstoff für den kommerziellen Betrieb. Eine Unternehmenserklärung zu einem Meilenstein ist nicht dasselbe wie eine unabhängige, von Fachleuten geprüfte Messung, und Helion hat den vollständigen Diagnosedatensatz nicht veröffentlicht.

Helion begann im Juli 2025 mit dem Bau am Standort von Orion, seiner ersten kommerziellen Maschine, in Malaga, Washington. Dieses Kraftwerk soll Fusionsstrom für Microsoft ins Netz einspeisen. Wann Orion fertig wird und was es kostet, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der private Fusionsfirmen gegen ein viel größeres öffentlich finanziertes Projekt antreten. ITER, der internationale Tokamak im Bau in Südfrankreich, kostet Schätzungen zufolge 22 Milliarden Dollar, berichtet CNET, und ist darauf ausgelegt, Plasma bei 150 Millionen Grad Celsius einzuschließen. Risse in der Rohrleitung seines Hitzeschilds aus dem Jahr 2020, dazu Schweißverformungen und Störungen durch COVID-19, verzögerten den Zeitplan und verursachten 5 Milliarden Dollar zusätzliche Reparaturkosten, so CNET.

Javier Artola, ein Wissenschaftler, der das Plasmaverhalten von ITER modelliert, sagte CNET, das Projekt sei offen: „Das ist ein öffentlich finanziertes Projekt. Es ist das Wissen der Welt.“ ITERs leitender strategischer Berater Laban Coblentz bezeichnete die Zusammenarbeit von China, Russland, den USA, Europa, Korea, Indien und Japan als „entweder genial oder wahnsinnig“.

Privates Geld fließt weiter in den Sektor. Thea Energy, ein Stellarator-Unternehmen, das 2022 aus der Princeton University und dem Princeton Plasma Physics Laboratory ausgegründet wurde, gab am 27. Mai 2026 bekannt, 100 Millionen Dollar in einer Serie-B-Finanzierung unter Führung von USIT eingesammelt zu haben. Beteiligt waren unter anderem General Innovation Capital Partners und Linse Capital. Das Unternehmen erklärte, das Geld solle die Magnetherstellung ausbauen, darunter eine zweite Fabrik im Norden von New Jersey, und die Standortwahl und den Bau von Eos unterstützen, einem großen integrierten Stellarator.

Thea gibt an, erster Empfänger einer Zertifizierung des Energieministeriums für den Meilenstein seines vorkonzeptionellen Entwurfs Helios im Milestone-Based Fusion Development Program zu sein. Das Unternehmen will noch vor Ende des Jahrzehnts mit dem Bau des ersten Kraftwerks Helios beginnen und führt nach eigenen Angaben Gespräche mit mehr als einem Dutzend möglichen Stromabnehmern, Hyperscalern und Versorgungsunternehmen.

Auch andere Ansätze melden eigene Premieren. Realta Fusion teilte mit, am 19. Juni 2026 gemeinsam mit der University of Wisconsin-Madison als erstes privates Fusionsunternehmen die direkte Umwandlung von kinetischer Plasmaenergie in Elektrizität nachgewiesen zu haben, an der Spiegelanlage WHAM. Der einstufige Wandler zog mehrere Ampere bei rund 100 Volt, genug, um ein paar Glühbirnen zu betreiben. Realta stellte ausdrücklich klar, dass dies weder Netto-Stromerzeugung noch eine Umwandlung von Fusionsleistung im großen Maßstab ist.

Helions Zahlen sind ein Datenpunkt, kein Endpunkt. Das Unternehmen muss noch den D-He3-Betrieb zeigen und die Maschine bauen, die Strom verkauft.

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Quellen

4
  1. 01Helion Achieves New Fusion Energy MilestonesEN
  2. 02A look inside ITER, the world's largest fusion energy projectEN
  3. 03Thea Energy Raises $100M Series B Funding to Build Scalable Fusion Power PlantsEN
  4. 04A Fusion First: Realta Demos Direct Energy ConversionEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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