NBP lässt Referenzzins trotz höherer Inflationsprognose für 2027 bei 3,75%
Der geldpolitische Rat Polens hat den NBP-Referenzzins im November 2026 erwartungsgemäß bei 3,75% belassen. Die Projektion zeigt für 2027 eine Inflation von etwa 4,2%, oberhalb der Obergrenze des Zielkorridors von 1,5 bis 3,5%.

Die Entscheidung
Der Referenzzins bleibt bei 3,75%. Dort hatte ihn der Rat im Oktober nach den Zinssenkungen zu Beginn des Jahres stehen lassen, wie The Armchair Trader berichtete. Die Entscheidung entsprach den Markterwartungen. ING erklärte, der Rat habe die letzten beiden Absätze seiner Oktober-Erklärung unverändert wiederholt. Auch die Liste der Risikofaktoren sei unverändert geblieben: Finanzpolitik, regulierte Energiepreise, Konjunkturaussichten und Lohnwachstum. In der Erklärung hieß es, künftige Entscheidungen würden von den eingehenden Daten zu Inflation und Wirtschaftstätigkeit in Polen abhängen.
Höherer Inflationspfad
Die November-Projektion der NBP, über die ING berichtete, hob den Inflationspfad für 2026 bis 2028 an. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 50% wurde die jährliche Verbraucherpreisinflation für 2026 auf rund 3,2% geschätzt, für 2027 auf rund 4,2% und für 2028 auf rund 2,9%. Im Juli lagen die Werte bei 2,9%, 2,7% und 2,2%. Der Wert für 2027 liegt über der Obergrenze des NBP-Zielkorridors; laut FXStreet kehrt der Pfad erst 2028 in den Korridor zurück. Die BIP-Projektion der NBP fiel weitgehend ähnlich aus wie im Juli: rund 3,7% Wachstum für 2026, 2,9% für 2027 und 2,8% für 2028, gegen 3,7%, 2,8% und 3,0% im Juli.
Inflation und Risiken
Die vorläufige Schätzung des Statistikamts setzte die Inflation im September auf 4% im Jahresvergleich. Damit lag sie erstmals seit 14 Monaten außerhalb des NBP-Zielkorridors, wie xyz.pl berichtete. Das NBP-Ziel liegt bei 2,5% mit einer Bandbreite von plus/minus 1 Prozentpunkt. ING erklärte, Glapiński habe betont, dass fast der gesamte Inflationsanstieg von höheren Kraftstoffpreisen stamme. Energie habe 60% der September-Inflation ausgemacht, die Weitergabe an andere Preise sei begrenzt. Das Lohnwachstum in den Unternehmen lag bei rund 6% im Jahresvergleich. ING sah keine Anzeichen für breit angelegten Druck oder Zweitrundeneffekte.
ING erklärte, der Rat habe Daten zur Kenntnis genommen, die auf einen Rückgang der Kerninflation im Oktober hindeuten. xyz.pl berichtete, die verfügbaren Daten legten einen Rückgang der Kerninflation im September nahe. Deren Schätzung aus vorläufigen Oktober-Verbraucherpreisdaten setzte die Kerninflation ohne Nahrung und Energie erstmals seit März unter 3%. Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete am 1. Oktober das Gesetz zur Übergewinnsteuer. Damit wurde das Programm der Regierung für niedrigere Kraftstoffpreise möglich, einschließlich Mehrwertsteuer- und Verbrauchsteuersenkungen, das am 3. Oktober in Kraft trat, wie xyz.pl berichtete. Laut ING sollen die Senkungen bis Ende 2026 gelten. Der Rat nahm zudem eine Verlangsamung des BIP-Wachstums im dritten Quartal zur Kenntnis; die ING-Prognose liegt bei 3,4% im Jahresvergleich, nach 4,1% im zweiten Quartal.
Risiken und Argumente fürs Abwarten
Glapiński sagte, der Haushaltsentwurf für 2027 sehe ein Defizit des Gesamtstaats von 7,1% des BIP vor und enthalte keine nennenswerte fiskalische Straffung, wie xyz.pl berichtete. Er erklärte, der Rat sei bereit zu handeln, falls die Inflationsrisiken weiter zunähmen.
Das Lohnwachstum ist gedämpft, und höhere Ausgaben für Kraftstoff belasten die realen verfügbaren Einkommen der Haushalte, so ING. Die Neigung zum Sparen bleibt hoch, was es Unternehmen erschwert, die Preise zu erhöhen. Die Bank kam zu dem Schluss, dass der Rat nicht überstürzt die Zinsen anheben muss.
Wie es weitergeht
ING erklärte, man teile die Markterwartungen zum Ausmaß der eingepreisten Zinserhöhungen nicht. Die Renditekurve preiste zeitweise 125 Basispunkte Straffung und eine erste Erhöhung bereits im November ein. Die eigene Basisschätzung geht von unveränderten Zinsen bis zum Jahresende aus. Zwei Erhöhungen um 25 Basispunkte im ersten Quartal 2027 seien möglich, falls die Energiekrise anhält und die Inflation hoch bleibt. Laut ING stützt die jüngste Projektion dieses Szenario.
Der Stichtag der Projektion lag Mitte Oktober, so ING. Damit erfasste sie eine Inflation nahe ihrem Höhepunkt vor dem Oktober-Rückgang nach den niedrigeren Kraftstoffsteuern sowie Rohstoffpreise nahe ihren Hochs vor der Korrektur bei Öl und Gas nach der Wahl. Das Quartalsprofil der November-Projektion ist noch nicht öffentlich. ING erwartet, dass es einen Rückgang der Verbraucherpreise um die Wende 2027/28 und eine Annäherung an das Ziel zeigt.
Laut ING wäre die nächste wichtige Entwicklung das Inkrafttreten der Strom- und Gastarife ab Anfang 2027, die Mitte Dezember angekündigt werden sollen.
Quellen
18- 01CEE: Poland on hold, Czechia expected to hikeEN
- 02National Bank of Poland holds rates despite higher 2027 inflation forecastEN
- 03Polish rate hike odds are rising, but policymakers are in no rushEN
- 04CEE & CCA week ahead: central bank meetings in Poland, Czech Republic and CCAEN
- 05Why Poland is not raising ratesEN
- 06Rates likely to stay unchanged through year-end. But risks are mounting - xyz.plEN
- 07NBP monetary council keeps interest rates unchangedEN
- 08NBP keeps interest rates unchanged eighth time in a rowEN
- 09Polish interest rates likely to fall around mid-2025: central bank chiefEN
- 10Poland central bank power struggle puts złoty traders on alert – The Armchair TraderEN
- 11Anthropic adds bank account access to Claude so users can track their spendingEN
- 12India’s Rediscovery of Poland: The Drivers and Limits of a Growing PartnershipEN
- 13 Decisions taken by the Governing Council of the ECB (in addition to decisions setting interest rates)EN
- 14Brightspeed swaps CEOs as it reportedly nears bankruptcyEN
- 15Attacken auf Cisco UCS Central Software und Unified CM können bevorstehenEN
- 16Launch HN: Momentic (YC W24) – Agents that catch bugs by using your appEN
- 17Building a Culture for a Kubernetes-Based Platform in a BankEN
- 18Federal Reserve Board announces approval of application by The Bank of Nova ScotiaEN
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