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SLaM muss Pathologiebefunde auch nach dem Synnovis-Angriff noch auf Papier anfordern und melden

Anfang Januar 2026 fehlten South London and Maudsley NHS Foundation Trust noch immer elektronische Wege, Pathologieuntersuchungen anzufordern oder zu melden. Beschäftigte arbeiteten mit Papier und Telefon, was nach Angaben des Trusts Verzögerungen und Fehler riskierte, berichtete The Record.

GesundheitAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 23
SLaM muss Pathologiebefunde auch nach dem Synnovis-Angriff noch auf Papier anfordern und melden

Rückstand und Behelfslösungen bei SLaM

Interne E-Mails warnten die Beschäftigten von SLaM davor, sich auf rechtzeitige Blutwerte zu verlassen. Kritische Ergebnisse werden telefonisch übermittelt, vollständige Befunde kommen als Papier oder PDF und werden von Hand in die Patientenakten übertragen. Seit dem Angriff waren im London Care Record, dem gemeinsamen System der NHS-Einrichtungen in der Hauptstadt, keine Pathologiebefunde für SLaM-Patienten verfügbar. Der Normalbetrieb war nicht wiederhergestellt.

Nach Schätzung von SLaM war die Eingabe von 161.560 Pathologiebefunden in die Patientenakten Anfang Januar 2026 noch nicht abgeschlossen. Die Beschäftigten hätten trotz der Störung mit manuellen Verfahren versucht, die Versorgung aufrechtzuerhalten, teilte der Trust mit. Diese Behelfslösungen bargen nach seinen Angaben das Risiko von Verzögerungen, Übertragungsfehlern und Verwechslungen von Patienten. In den Daten des Trusts waren bis Januar 2026 122 Vorfälle zur Patientensicherheit erfasst, bei denen Pathologieergebnisse falsch, nicht verfügbar oder verspätet waren. SLaM erklärte, die Auswirkungen der Verzögerungen auf Diagnose oder Behandlung ließen sich nicht beziffern. Professor Derek Tracy, leitender Mediziner des Trusts, sagte, die Störung sei "eine Herausforderung für Beschäftigte und Dienste" gewesen. Er rechnete es dem Pathologieteam an, dass es Risiken abgemildert habe.

Angriff auf Synnovis und Wiederaufbau

SecurityWeek berichtete, dass Synnovis am 3. Juni 2024 angegriffen wurde. Synnovis ist eine Partnerschaft zwischen King's College Hospital NHS Foundation Trust, Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust und SYNLAB. SecurityWeek meldete zudem, dass Qilin am 20. Juni 2024 die Verantwortung übernahm und dass die Gruppe rund 400 Gigabyte Daten veröffentlichte, die angeblich von Synnovis gestohlen worden waren.

The Record berichtete, dass Informationen zu nahezu einer Million NHS-Patienten offengelegt worden sein könnten, darunter Menschen mit Krebs und sexuell übertragbaren Infektionen. Viele Patienten seien erst Ende 2025 benachrichtigt worden. Das Information Commissioner's Office teilte mit, seine Untersuchung des Vorfalls laufe noch. Synnovis erklärte, die eigene Infrastruktur von Grund auf neu aufgebaut und alle betroffenen Dienste bis Ende 2024 wiederhergestellt zu haben. NHS England gab an, dass wegen des Angriffs 10.152 ambulante Termine in der Akutversorgung und 1.710 geplante Eingriffe verschoben wurden. NHS South East London, die Integrated Care Board der Region, erklärte, die meisten vom Angriff betroffenen Einrichtungen hätten keine laufenden Störungen mehr, die betroffene IT-Infrastruktur sei neu aufgebaut. Die Analyse des Vorfalls dauere an.

Schaden für Patienten

NHS-Daten, die Bloomberg News beschaffte, verzeichneten zwei Fälle mit erheblichem Schaden, 11 mit mittlerem und mehr als 120 mit geringem Schaden als unmittelbare Folge des Cyberangriffs, verteilt auf mindestens vier Londoner Boroughs. Die Zahlen umfassten auch die hausärztliche Versorgung in Greenwich, Lambeth, Lewisham und Southwark. Ein NHS-Dokument, das die Redaktion einsehen konnte, definierte erheblichen Schaden als "langfristige oder dauerhafte Auswirkung auf körperliche, psychische oder soziale Funktionen oder Verkürzung der Lebenserwartung". Zuvor hatte Bloomberg News berichtet, die Blutuntersuchungen seien unmittelbar nach dem Angriff auf 10% gefallen. Saif Abed, ehemaliger NHS-Arzt und Experte für Cybersicherheit und öffentliche Gesundheit, sagte, die Zahlen seien "beträchtlich" und zeigten, dass ein Cyberangriff "katastrophal und lebensverändernd für Menschen" sein könne.

The Record berichtete, andere Trusts hätten die Auswirkungen anders erfasst: Lewisham and Greenwich NHS Trust meldete mehr als 11.000 abgesagte Termine, Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust verzeichnete keinen Schaden. Die Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen, weil die Einrichtungen den Vorfall unterschiedlich erfassten. King's College Hospital NHS Foundation Trust verzeichnete einen Todesfall, bei dem der Cyberangriff als Mitursache galt, berichtete The Record. Der Trust erklärte, es lasse sich nicht feststellen, ob der Angriff den Ausgang unmittelbar beeinflusst habe, und eine Verzögerung beim Erhalt eines Bluttestergebnisses sei eine der Mitursachen gewesen.

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Quellen

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  1. 01Ransomware attack continues to disrupt healthcare in London nearly two years laterEN
  2. 02Synnovis Confirms Patient Information Stolen in Disruptive Ransomware AttackEN
  3. 03NHS Cyberattack in UK Inflicted Long-Term Harm on Patient HealthEN
  4. 04Luminis Cybersecurity Incident Highlights 'Concerning' Rise in Attacks on HealthcareEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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