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Gericht in Tansania verurteilt Lissu nach Freispruch vom Landesverrat zu vier Jahren Haft

Das Oberste Gericht von Tansania hat den Oppositionsführer Tundu Lissu am Freitag, 6. November 2026, wegen Aufhetzung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Zuvor hatten die Richter ihn vom Vorwurf des Landesverrats freigesprochen, auf den die Todesstrafe stand.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 30
Gericht in Tansania verurteilt Lissu nach Freispruch vom Landesverrat zu vier Jahren Haft

Das Urteil

Den Vorsitz der dreiköpfigen Richterbank führte Justice Dunstan Ndunguru, berichtete People Daily. Ihm zur Seite saßen die Richter James Karayemaha und Ferdinand Kiwonde. In ganz Dar es Salaam und rund um das Gerichtsgebäude war die Sicherheit verstärkt, während sich Anhänger versammelten, meldete Al Jazeera. Die fraglichen Äußerungen ließen eine Absicht erkennen, die Wahl zu stören, sagte der vorsitzende Richter. "Wir sind überzeugt, dass der Angeklagte mit seinen Äußerungen die Wahlen stören und Gewalt anstacheln wollte."

Lissu wies das Urteil zurück, berichtete Al Jazeera. "Es wurden Ausreden erfunden, um mich einzusperren", sagte er vor Gericht.

"Ich wurde nicht wegen Aufhetzung angeklagt, aber ihr Richter verurteilt mich dafür, nur um der Person zu gefallen, die euch eure Titel gibt." Der Richter habe ihm erklärt, der Weg zur Berufung stehe ihm offen, meldete Al Jazeera.

Warum die vier Jahre zählen

Seit seiner Festnahme im April 2025 hat Lissu 19 Monate im Gefängnis verbracht, berichtete DW. Nach Angaben von Oman Observer könnte die vierjährige Haftstrafe bedeuten, dass er bis kurz nach der nächsten planmäßigen Präsidentschaftswahl in Tansania im Oktober 2030 inhaftiert bleibt. Ob die bereits verbüßte Zeit angerechnet wird, teilte die Zeitung nicht mit. John Kitoka, bei Chadema für Auswärtiges zuständig, nannte das Urteil eine "Farce der Justiz". Der eigentliche Zweck sei gewesen, Lissu während der nächsten Wahl im Gefängnis zu halten, sagte er laut Oman Observer.

Ein Vorwurf, den das Gericht selbst hinzufügte

Die Verurteilung stützt sich auf ein geringeres Delikt, das die Richter selbst anwandten, berichtete People Daily. Das Gericht befand Lissu der Aufhetzung nach Section 390 des Strafgesetzbuchs für schuldig und wandte Section 319 der Strafprozessordnung an. Dasselbe Urteil stellte fest, die Anklage habe Landesverrat nicht bewiesen. Sie habe auch nicht belegen können, dass er die Regierung einschüchtern wollte. Er erhielt vier Jahre.

Tito Magoti, ein in Oxford lebender tansanischer Menschenrechtsanwalt, sagte Al Jazeera, der Zusammenbruch der Landesverratsanklage sei "ein schwerer Schlag" für den Staat. "Das zeigt, dass es keine Absicht gab, ihn wegen Landesverrats anzuklagen, sondern ihn hinter Gitter zu bringen."

Der Fall hinter dem Fall

Die Anklage geht auf eine Rede zurück, die Lissu im April 2025 hielt, berichtete DW. Er habe Anhängern gesagt, die Opposition werde "die Wahl blockieren" und "Rebellion mobilisieren", erklärte die Anklage. People Daily berichtete, er sei am 9. April 2025 festgenommen worden, nachdem er unter dem Slogan "Keine Reformen, keine Wahlen" Wahlkampf gemacht hatte. Er bekannte sich nicht schuldig und argumentierte, seine Rede habe kein Gesetz verletzt. Seine Haft, der Ausschluss der Partei und Vorwürfe von Entführungen von Kritikern hätten die Proteste angeheizt, berichtete DW.

Chadema sei von der Wahl im Oktober 2025 ausgeschlossen worden, nachdem die Partei grundlegende Wahlreformen verlangt hatte, berichtete PBS. Hassan sei mit 98% der Stimmen zum Sieger erklärt worden. Die folgenden Proteste trafen auf ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte. Eine von Hassan eingesetzte Kommission berichtete im April 2026, mindestens 518 Menschen seien eines unnatürlichen Todes gestorben, meldete die BBC. Die BBC berichtete zudem, 197 von ihnen seien erschossen worden.

Oppositionspolitiker und Menschenrechtsgruppen gehen von Tausenden Toten aus. Die Regierung wies Vorwürfe zurück, die Sicherheitskräfte hätten übermäßige Gewalt angewandt, berichtete DW.

Internationale Reaktionen

Britische und EU-Parlamentarier nannten den Fall politisch motiviert und forderten die sofortige Freilassung Lissus, berichtete DW.

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Quellen

30
  1. 01Tanzania court jails opposition leader for incitement, lifts treason chargeEN
  2. 02Tanzania opposition leader cleared of treason, sentenced for inciting unrestEN
  3. 03Tanzania opposition leader Lissu jailed for four years after being cleared of treasonEN
  4. 04Tanzania opposition leader sentenced to 4 years in treason trialEN
  5. 05Tanzania Opposition Leader Gets Four-Year SentenceEN
  6. 06Tundu Lissu judgment: How Tanzania's shrinking civic space reflects a wider African crisisEN
  7. 07Tanzania opposition leader Lissu acquitted of treason but sentenced to four years in prison for incitementEN
  8. 08Tanzania election violence: Mohamed Chande Othman says 518 people killedEN
  9. 09Tanzania election killings: One year on, no officials investigated as civic space shrinksEN
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  14. 14How Tanzania police crushed election protests with lethal force - BBCEN
  15. 15Tanzania: President Samia Hassan’s grip on power has been shaken by unprecedented protests - The ConversationEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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