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Studie: Dehnung und Sauerstoffgehalt verändern Nickelatfilme auf ähnliche Weise

Eine begutachtete Studie in National Science Review zeigt, dass kompressive Dehnung und die Steuerung des Sauerstoffgehalts (La,Pr)3Ni2O7-delta-Filme über ähnliche orbital- und magnetische Veränderungen in Richtung Supraleitung führen. Für die Theorie ergibt sich daraus ein konkreter Prüfstein.

WissenschaftAnalyseHanna VogtVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 11
Studie: Dehnung und Sauerstoffgehalt verändern Nickelatfilme auf ähnliche Weise

Die Forscher untersuchten (La,Pr)3Ni2O7-delta-Dünnfilme mit Röntgenabsorptionsspektroskopie und resonanter inelastischer Röntgenstreuung. Dabei variierten sie epitaktische Dehnung und Sauerstoffgehalt unabhängig voneinander, wie die Mitteilung von EurekAlert berichtet. Kompressive Dehnung entsteht durch das Substrat, auf dem der Film wächst; der Sauerstoffgehalt verändert die Zusammensetzung des Films. Beide Eingriffe verschoben die gemessenen elektronischen und magnetischen Eigenschaften in weitgehend dieselbe Richtung.

Die Frage lautete, was mit Elektronen und Magnetismus geschieht, wenn ein nicht supraleitendes Nickelat in den supraleitenden Zustand überführt wird, heißt es in der Mitteilung. Weil sich beide Größen getrennt einstellen ließen, konnten die Forscher Gitterkompression und Sauerstoffgehalt innerhalb einer Materialplattform vergleichen.

Orbitalkanal und Magnetismus

Mit steigender kompressiver Dehnung oder optimiertem Sauerstoffgehalt wurden Zustände an den Orbitalen O 2pz und Ni 3dz2 zunehmend delokalisiert, so die Studie. Spektrales Gewicht verlagerte sich zu lochartigen Zuständen, die vom Sauerstoff stammen. Die Merkmale der ursprünglich lokalisierten Ni-3dz2-Elektronen wurden breiter und schwächer ausgeprägt.

Die Messungen deuten auf einen Pfad Ni 3dz2-O 2pz-Ni 3dz2, der benachbarte Nickel-Sauerstoff-Schichten verbindet. Die fortschreitende Delokalisierung dieses Zwischenschichtkanals bringt die Studie mit der Entwicklung zur Supraleitung in Verbindung; als alleinige Ursache legt sie ihn nicht fest. Dieselbe Signatur zeigte sich bei beiden Abstimmungsmethoden. Damit liefert die Arbeit den Theorien der Nickelat-Supraleitung einen konkreten experimentellen Prüfstein.

Die langreichweitige Spin-Dichtewellen-Ordnung, im nicht supraleitenden Zustand deutlich ausgeprägt, wurde schwächer, je näher die Filme der Supraleitung kamen. Gemessene Intensität und räumliche Korrelationslänge sanken, so die Studie. Der Magnetismus verschwand nicht: Kurzreichweitige magnetische Anregungen blieben erhalten, nachdem die langreichweitige Kohärenz stark unterdrückt war. Sie wurden stärker gedämpft, ihre charakteristische Energiebandbreite blieb jedoch nahezu unverändert.

Diese Kombination schränkt jede Erklärung ein, heißt es in der Studie. Eine Theorie muss mehr orbitale Delokalisierung zwischen den Schichten, weniger langreichweitige magnetische Kohärenz und kurzreichweitige Anregungen bei nahezu unveränderter Energieskala zugleich abbilden.

Zusammenhang mit Umgebungsdruck

Massive Ruddlesden-Popper-Nickelate wurden zuerst unter hohem Druck supraleitend. Dafür mussten die Proben in einer Diamantstempelzelle komprimiert werden, was viele experimentelle Untersuchungen einschränkte, wie Newswise berichtet. Das Wachstum von Dünnfilmen machte Supraleitung bei Umgebungsdruck möglich, indem kompressive Dehnung über das Substrat wirkt und der Sauerstoffgehalt kontrolliert wird, so die Mitteilung von EurekAlert.

Eine Studie aus 2.023 ergab, dass zweilagiges La3Ni2O7 unter hohem Druck eine Übergangstemperatur von bis zu 80.000 K erreichte, ein Rekord für Nickel-Supraleiter, wie eine Übersichtsarbeit des Institute of Physics, Chinese Academy of Sciences, berichtet. Im Jahr 2.024 ermöglichte Dehnungstechnik über Substrate die Supraleitung in La3Ni2O7-Dünnfilmen bei Umgebungsdruck, heißt es in der Übersicht.

Filme supraleiten schwächer als Proben unter äußerem Druck, weil sie sich nur schwer mit hoher kristalliner Perfektion züchten lassen, berichtet Newswise. Damit bleibt Spielraum, die Kristallinität zu verbessern, heißt es in derselben Darstellung.

Was offen bleibt

Hochwertige Einkristalle und Filme sind weiterhin schwer herzustellen. Wie Defekte und Gitterunordnung die elektronischen Eigenschaften beeinflussen, ist noch nicht vollständig geklärt, und die Debatte über Mechanismus und Elektronenpaarung dauert an, so die Übersichtsarbeit. Das Feld braucht fortgeschrittene spektroskopische Verfahren, neue experimentelle Methoden und theoretische Modellierung, um die Paarung aufzuklären, heißt es dort.

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Quellen

11
  1. 01How compressive strain and oxygen content steer nickelate films toward high-temperature superconductivityEN
  2. 02How compressive strain and oxygen content steer nickelate films toward high-temperature superconductivityEN
  3. 03Unveiling the Link Between High Pressure and SuperconductivityEN
  4. 04Nickelate Thin Films: Superconductivity and StructuresEN
  5. 05Recent progress in nickelate superconductorsEN
  6. 06Researchers reveal nearly isotropic superconducting property in trilayer nickelateEN
  7. 07EVgo opens its first Tesla Superchargers, with hundreds more plannedEN
  8. 08Satellos' new Duchenne study endpoint; Amgen's Repatha cuts heart attack riskEN
  9. 09HKT pulls out of US under FCC pressure – reportEN
  10. 10As BYD and Geely hit sales highs, pressure mounts on China’s smaller carmakersEN
  11. 11Studying Fraudulent North Korean IT WorkersEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Hanna Vogt

Hanna Vogt

Wissenschaft und Gesundheit

Hanna Vogt schreibt für FLASH24 über Wissenschaft und Gesundheit und stützt sich dabei auf Primärstudien, Behördenberichte und Rohdaten statt auf Pressemitteilungen. Bei Zahlen prüft sie Stichprobengrößen, Konfidenzintervalle und ob die zitierte Quelle die Aussage tatsächlich deckt. Für ihre Texte spricht sie mit Studienautorinnen, wartet auf Peer-Review-Fassungen und vergleicht Vorabdrucke mit der finalen Publikation. Dass sie privat Materialphysik verfolgt und mit eigenem Teleskop den Himmel beobachtet, erklärt, warum sie bei Messmethoden und Instrumenten genau nachfragt. Sie publiziert keine Ergebnisse, deren Datengrundlage sie nicht selbst eingesehen hat.

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