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TSMC nennt KI-Nachfrage endlos, Micron kann nur die Hälfte der Bestellungen bedienen

TSMC hat am 16. Januar für das vierte Quartal einen Rekordnettogewinn von 505,7 Milliarden NT-Dollar gemeldet, rund 16 Milliarden US-Dollar und 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Speicherhersteller Micron hatte Investoren einen Monat zuvor mitgeteilt, dass er nur die Hälfte bis zwei Drittel dessen liefern kann, was seine wichtigsten Kunden bestellen.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 27. September 20264 Min. LesezeitQuellen 2
TSMC nennt KI-Nachfrage endlos, Micron kann nur die Hälfte der Bestellungen bedienen

Zwei Bilanztelefonate, etwa einen Monat auseinander, beschreiben denselben Engpass von zwei entgegengesetzten Enden. TSMC verkauft die Logikchips, die in KI-Beschleuniger gehen. Micron verkauft den Speicher, den diese Beschleuniger in wachsenden Mengen brauchen. Beide sind ausverkauft. Nur eines der beiden Unternehmen klingt gelassen.

Laut Ars Technica lag der Umsatz von TSMC im vierten Quartal bei 33,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg um 35 Prozent auf 505,7 Milliarden NT-Dollar, rund 16 Milliarden US-Dollar, und übertraf die Erwartungen der Analysten. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von fast 30 Prozent. Die Investitionen sollen in diesem Jahr auf 52 Milliarden bis 56 Milliarden US-Dollar steigen, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.

Diese Investitionssumme ist die eigentliche Nachricht. TSMC produziert den weit überwiegenden Teil der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter und fertigt Chips für Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm. Wenn das Unternehmen seine Investitionen um mehr als ein Viertel erhöht, verwandelt es die Prognosen anderer in konkrete Bestellungen für Ausrüstung und Fabrikflächen.

Wei: Ich habe mit den Cloud-Anbietern gesprochen

CEO C.C. Wei ging während des Bilanztelefonats direkt auf die Blasenfrage ein. Er sagte, er habe mit Cloud-Dienstanbietern gesprochen, um zu prüfen, ob deren Nachfrage echt sei, bevor er sich zu der Erhöhung verpflichtete.

"Ich wollte sicherstellen, dass die Nachfrage meiner Kunden real ist. Also habe ich mit diesen Cloud-Dienstanbietern gesprochen, mit allen", sagte Wei. "Die Antwort hat mich ziemlich zufriedengestellt. Tatsächlich haben sie mir Belege gezeigt, dass KI ihrem Geschäft wirklich hilft."

Beim langen Horizont war er vorsichtiger. "Kann die Halbleiterindustrie drei, vier, fünf Jahre in Folge gut sein?", fragte er. "Ich sage Ihnen die Wahrheit, ich weiß es nicht. Aber ich schaue mir die KI an, und es sieht so aus, als würde sie endlos sein, ich meine, für viele kommende Jahre."

Dieser Optimismus steht monatelanger öffentlicher Sorge gegenüber. Ars Technica merkt an, dass Google-CEO Sundar Pichai im November vor "Irrationalität" im KI-Markt warnte und sagte, kein Unternehmen wäre immun, wenn eine Blase platzt. OpenAIs Sam Altman räumte im August ein, dass Investoren "übermäßig aufgeregt" seien und dass "jemand" eine "phänomenale Summe Geld" verlieren werde.

Weis Antwort darauf ist keine Prognose. Es ist eine Bestellung.

Micron: die Hälfte bis zwei Drittel

Die Speicherseite der Lieferkette liest sich ganz anders. Tom's Hardware berichtete am 20. Dezember, dass Micron in seinem ersten Bilanztelefonat seit der Einstellung seiner Verbrauchermarke Crucial einen Rekordumsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete, ein Plus von fast 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen führte das Wachstum auf höhere Preise und die gestiegene Nachfrage aus KI-Rechenzentren zurück.

CEO Sanjay Mehrotra sagte, die Angebotsengpässe würden "über das Kalenderjahr 2026 hinaus" bestehen bleiben, und Micron arbeite an mehrjährigen Lieferzusagen. HBM, der in KI-Beschleunigern verwendete Hochbandbreitenspeicher, beansprucht dreimal so viel Waferfläche wie DDR5. Micron erwartet, dass der adressierbare Gesamtmarkt für HBM bis 2028 100 Milliarden US-Dollar erreicht. Das wäre mehr als der gesamte DRAM-Markt im Kalenderjahr 2024.

Selbst mit laufendem Kapazitätsausbau rechnet das Unternehmen damit, nur "die Hälfte bis zwei Drittel" der Nachfrage seiner Schlüsselkunden zu decken. Mehrotra sagte, diese Kunden seien "besorgt über den langfristigen Zugang zu Speicher" und stellten sich für mehrjährige Verträge an. Zwei Fabriken in Idaho sind geplant, die erste soll Mitte 2027 mit der Chipfertigung beginnen. Eine Fabrik in New York soll Anfang 2026 den Baubeginn haben, mit Produktionsstart um 2030.

Für jeden, der einen PC kauft, ist dieser Zeitplan die eigentliche Geschichte. Die DDR5-Preise steigen bereits stark. Die meisten Anbieter erwarten, dass der Engpass mindestens bis ins nächste Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus anhält. Der GPU-Hersteller Sapphire sagte gegenüber Tom's Hardware, die Preise würden sich in den nächsten sechs bis acht Monaten stabilisieren, während Kingston sagte, die Preise würden "weiter steigen".

Die beiden Telefonate stimmen in der Diagnose überein und unterscheiden sich nur im Ton. TSMC gibt Geld gegen eine Nachfrage aus, die es nach eigenen Angaben überprüft hat. Micron gibt ebenfalls Geld aus und teilt Kunden weiterhin mit, dass sie weniger bekommen als angefragt. Keines der beiden Unternehmen verhält sich wie ein Geschäft, das sich auf einen Abschwung vorbereitet.

Der handelspolitische Hintergrund bringt eine zweite Variable ins Spiel. Der TSMC-Bilanzbericht fiel auf denselben Tag, an dem die USA und Taiwan ein Abkommen finalisierten, das die Zölle auf taiwanische Waren von 20 Prozent auf 15 Prozent senkt. Das Abkommen verpflichtet taiwanische Unternehmen zu 250 Milliarden US-Dollar an Direktinvestitionen in den USA, und TSMC beschleunigt den Ausbau seiner Fertigungsanlagen in Arizona entsprechend. Ars Technica berichtete am 16. Januar über diese Bedingungen.

Der Engpass ist also kein Geld und nicht die Nachfrage. Es sind Wafer, Fabriken und Zeit. Microns erster Output in Idaho liegt mehr als ein Jahr entfernt, sein Standort in New York etwa vier Jahre. Der Investitionssprung von TSMC kauft Ausrüstung, deren Installation Jahre dauert. Die Lücke zwischen dem, was die KI-Bauer wollen, und dem, was die Lieferkette liefern kann, wird sich 2026 nicht schließen.

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Quellen

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  1. 01TSMC says AI demand is "endless" after record Q4 earningsEN
  2. 02Micron outlines grim outlook for DRAM supply in first earnings call since killing Crucial memory and SSD brandEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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