V4-Präsidenten beschließen Erklärung zur EU-Erweiterung
Die Präsidenten der V4-Staaten haben am 5. November in Trencin eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Darin unterstützen sie eine EU-Erweiterung nach Leistung und die Hilfe für die Ukraine. Der slowakische Gastgeber Peter Pellegrini sagte, Montenegro könne 2028 beitreten, wenn es die Bedingungen erfülle.

Verabschiedet wurde die Erklärung am 5. November auf der Burg Trencin. Pellegrini empfing den tschechischen Präsidenten Petr Pavel, den polnischen Präsidenten Karol Nawrocki und den ungarischen Präsidenten Andras Baka, wie RSI berichtete. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nahm im erweiterten Format teil.
Die V4 umfasst Tschechien, Ungarn, die Slowakei und Polen. Der Gipfel markierte 35 Jahre seit der Gründung der Gruppe, wie Daily News Hungary berichtete. Er begann am 4. November mit einer Runde der Notenbankchefs zu regionaler Wettbewerbsfähigkeit und künftigem Wirtschaftswachstum, wie Radio Prague International berichtete. Die Slowakei hat die V4-Präsidentschaft seit dem 1. Juli inne und hat die EU-Erweiterung als Priorität genannt, wie Polish Radio berichtete. Trencin ist 2026 Europäische Kulturhauptstadt.
Erklärung stützt Erweiterung nach Leistung
Die Erklärung verlangt, dass der Beitritt fair, streng und berechenbar bleibt. Fortschritte und konkrete Reformen sollen die Grundlage sein, um Bewerberländer zu bewerten. Eine Mitgliedschaft müsse an die Erfüllung strenger und fairer Bedingungen gebunden sein, ohne Abkürzungen oder Vorzugsbehandlung, betonten die Staatschefs. Sie sprachen sich besonders für Montenegro aus und erklärten zugleich, die Ukraine und Moldau sollten ihren eigenen Weg zum Beitritt gehen.
Baka sagte, die EU-Erweiterung nütze allen vier Visegrad-Staaten. Er nannte sie eine strategische Investition in Frieden, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand Europas. Der Beitritt müsse auf Leistung beruhen. Alle Bewerberländer seien nach denselben Grundsätzen und Bedingungen zu beurteilen.
Pellegrini bezeichnete Montenegro als das am weitesten fortgeschrittene Bewerberland. Ein Beitritt zur EU sei 2028 möglich, wenn das Land die nötigen Voraussetzungen erfülle, sagte er. Die Staatschefs seien offen für Änderungen am Beitrittsverfahren, wollten aber das Vetorecht der bestehenden Mitgliedstaaten bei Entscheidungen über die Aufnahme neuer Mitglieder erhalten.
Von der Leyen nannte die Erweiterung eine geostrategische Notwendigkeit, die Einfluss und Wohlstand Europas stärke, wie EUalive berichtete. Pavel sagte, die Union müsse sich auf die Erweiterung vorbereiten, damit neue Mitglieder ihre Einheit und Stabilität nicht untergraben.
Meinungsunterschiede zur Ukraine und Hilfe für den Winter
Die Staatschefs räumten unterschiedliche Positionen zum Krieg in der Ukraine ein, wie Daily News Hungary berichtete. Pavel forderte eine starke und geeinte europäische Antwort und sagte, die Sanktionen gegen Russland müssten bestehen bleiben. Pellegrini drängte auf eine diplomatische Lösung und eine Rolle der EU bei den Bemühungen um Frieden.
Baka brachte die Rechte der ungarischen Gemeinschaft in Transkarpatien im Westen der Ukraine als wichtiges Anliegen Ungarns zur Sprache. Er begrüßte Schritte, die helfen könnten, Minderheitenrechte durchzusetzen und das Vertrauen zwischen Ungarn und der Ukraine wiederherzustellen.
Die Staatschefs vereinbarten, dass ihre Länder der ukrainischen Bevölkerung durch den Winter weiter helfen, unter anderem mit technischer Ausrüstung und Unterstützung beim Bau von Schutzräumen. Die Erklärung verlangt, die politische, finanzielle, humanitäre, wirtschaftliche und militärische Hilfe für die Ukraine aufrechtzuerhalten. "Wir sind überzeugt, dass die EU-Erweiterung, die Unterstützung für die Ukraine und eine bezahlbare und sichere Energieversorgung miteinander verbundene strategische Prioritäten sind", heißt es in der Erklärung.
Die Erklärung bekräftigte die Unterstützung für Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Sie stützte zudem die europäische Zukunft des Landes und verlangte einen gerechten und dauerhaften Frieden.
Energie und Wettbewerbsfähigkeit
Hohe Energiepreise gefährden nach Worten der Staatschefs die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Sie forderten abgestimmte Maßnahmen auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten. Sie sprachen sich für sofortige Hilfe und zugleich für langfristige Lösungen aus, darunter mehr Investitionen in Energieinfrastruktur, grenzüberschreitende Leitungen und Speicher. Eine bezahlbare, sichere und verlässliche Energieversorgung sei nötig, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas zu erhalten.
Pellegrini warnte, hohe Energiepreise bedrohten Industrien, die für die Volkswirtschaften der V4 zentral sind, und forderte schnelles Handeln der EU. Nawrocki verlangte, die vier Länder sollten mehr Einfluss auf Entscheidungen der EU nehmen. Die Klimapolitik der EU müsse die Energiesicherheit und den wirtschaftlichen Bedarf der Mitgliedstaaten berücksichtigen.
Baka sagte, angesichts der Sicherheitsherausforderungen Europas seien enge Beziehungen zwischen Nachbarländern wichtig. Er hoffte, die V4-Zusammenarbeit werde weiter zur Entwicklung und Sicherheit der Region beitragen. Baka sagte außerdem, Ungarn wolle nach den jüngsten Wahlen ein noch engagierterer Partner beim Aufbau eines gemeinsamen Europa sein.
Quellen
22- 01V4 presidents reaffirm support for EU enlargement, Ukraine and energy securityEN
- 02V4 Presidents Back EU Enlargement and Support for UkraineEN
- 03V4 summit: Leaders all back EU enlargement but remain divided over UkraineEN
- 04V4 Presidential Summit Begins in TrencinEN
- 05The Visegrád Group presidents meet in Trenčín to discuss Europe's futureEN
- 06V4 presidents to discuss Ukraine, EU enlargement and energy at Slovakia summitEN
- 07V4 after the freeze. Ahead of the summit in Hungary - Defence24.comEN
- 08Slovakia holds the Presidency of the Three Seas Initiative: President of the Slovak Republ... - Prezident Slovenskej republikyEN
- 09Cyberattack Raises Supermarket Fridge Temperatures Across Europe, Spoiling Food: 23 outlets compared - NewsCordEN
- 10V4 presidents, EU chief to meet in Slovakia next monthEN
- 11A man was killed in Slovakia during a fight between Ukrainian soldiers - UA.NEWSEN
- 12Hyundai Motor Group Outlines Future Mobility Technology Roadmap at FISITA World Mobility Summit 2026EN
- 13V4 Presidents to Discuss Key Challenges Facing Europe at Trencin SummitEN
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