Amazon verhandelt laut Bericht über 7 Milliarden Dollar für KI-Startup Decart
Das Wall Street Journal berichtete am 11. Oktober 2026, Amazon verhandle über die Übernahme des KI-Startups Decart für rund 7 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie die Bewertung von knapp unter 4 Milliarden Dollar aus dem Mai.

Mit der Sache vertraute Personen sagten, ein Vertrag könne bald unterschrieben werden, sofern die Gespräche nicht scheitern oder ein weiterer Bieter auftaucht, meldete das Journal. Amazon und Decart bestätigten den Bericht nicht. Reuters erklärte, die Einzelheiten nicht unmittelbar prüfen zu können.
Das israelische Portal Calcalist hatte bereits Anfang Oktober berichtet, Decart stehe in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme durch ein großes Technologieunternehmen, wie die Economic Times schrieb.
Warum AWS Decart will
DOS von Decart ist eine Softwareebene, die KI-Modelle auf Nvidia-GPUs, Google-TPUs und Amazons Trainium-Chips laufen lässt, berichtete CryptoBriefing. Ein Entwickler kann ein Modell von einem Prozessor auf einen anderen verschieben. Das holt mehr Arbeit aus Hardware, die ohnehin vorhanden ist, meldete IJR. Für AWS könnte die Software Trainium für Kunden leichter nutzbar machen, während Amazon versucht, Nvidia anzugreifen, berichtete Business Standard.
AWS gab Decart 2025 frühzeitig Zugang zu Trainium3. Zuvor hatten Verantwortliche die Gründer getroffen und waren beeindruckt, meldete das Journal. Trainium ist Amazons eigener Chip für KI-Training, vorgestellt 2020. Sedaily berichtete, zu den AWS-Kunden mit Trainium zählten OpenAI, Anthropic und Uber. Amazon habe im April erklärt, die an Trainium gebundenen Umsatzverpflichtungen hätten 225.000.000.000 Dollar überschritten. Außerdem arbeite Amazon daran, die Chips direkt in Rechenzentren anderer Firmen zu verkaufen.
Decart gibt an, DOS liefere mehr als 1.600 Token pro Sekunde für agentische Workloads, bei einem Branchendurchschnitt von etwa 200, so IJR. Das sei mehr als das Achtfache normaler Leistung bei derselben Art von Arbeit. Ein Token ist eine kleine Einheit aus Text oder Daten, die ein Modell verarbeitet. Agentische Workloads sind mehrstufige Aufgaben, bei denen Softwareagenten planen, Werkzeuge aufrufen und handeln, ohne ständige menschliche Anweisung.
Decart verkauft außerdem Lucy, ein Modell für Videobearbeitung in Echtzeit, und Oasis, das simulierte Umgebungen für das Training von Robotern und Systemen für autonomes Fahren erzeugt, so IJR.
Frühere Interessenten
Amazon ist nicht der erste Interessent. IJR berichtete, Nvidia habe sich zuerst bewegt, exklusive Verhandlungen erreicht und kurz vor einem Kauf gestanden, bevor diese Gespräche scheiterten. Die Gründer hätten das Angebot von Anthropic bereits dem höheren Gebot von Nvidia vorgezogen. Anthropic wurde bevorzugter Bieter und tauschte wochenlang Entwürfe eines Übernahmevertrags aus.
Business Standard und Israel National News berichteten unter Berufung auf Bloomberg, Anthropic habe im August 2026 einen Deal über rund 6.000.000.000 Dollar geprüft und sich im September nach abgeschlossener Due Diligence zurückgezogen. Manche Berichte nannten für diese frühere Summe bis zu 7.000.000.000 Dollar, meldete IJR. Weder Anthropic noch Decart haben öffentlich erklärt, warum der Deal platzte, berichtete StartupFortune.
Amazon ist ein großer Geldgeber von Anthropic, merkte CryptoBriefing an. Der Rückzug von Anthropic hielt Amazon also nicht davon ab, dasselbe Ziel zu verfolgen.
Bewertung und Finanzierung
Decart wurde 2023 von den israelischen Ingenieuren Dean und Orian Leitersdorf, zwei Brüdern, und Moshe Shalev gegründet, so Israel National News. Business Standard berichtete, der Sitz sei San Francisco.
Decart sammelte im Mai 2026 300.000.000 Dollar in einer Runde unter Führung von Radical Ventures ein, an der Nvidia, Adobe und Toyota beteiligt waren, meldeten StartupFortune und BusinessWorld. Die Runde bewertete das Unternehmen mit knapp 4.000.000.000 Dollar, laut PitchBook-Daten, die Israel National News anführte. Die Firma beschäftigt mehr als 60 Menschen, berichtete CryptoBriefing.
Die Angaben zur Finanzierung gehen auseinander. IJR und CryptoBriefing berichteten von insgesamt etwa 450.000.000 Dollar eingeworbenem Kapital. PitchBook-Daten, die Business Standard anführte, kommen auf mehr als 400.000.000 Dollar. Zu den Investoren zählen Sequoia Capital, Benchmark und Radical Ventures, laut PitchBook.
Zum Vergleich: Amazon kaufte 2022 MGM für 6.500.000.000 Dollar, so Sedaily. Business Standard schrieb, ein Decart-Deal über 7.000.000.000 Dollar würde zu den größten Übernahmen von Amazon zählen.
Was offen bleibt
Eine formelle Vereinbarung gibt es nicht, berichtete Bloomberg. CryptoBriefing merkte an, dass angeblich voranschreitende Gespräche nicht dasselbe sind wie ein unterschriebener Vertrag. StartupFortune schrieb, Übernahmegespräche dieser Größe geraten regelmäßig ins Stocken oder werden neu bepreist.
CryptoBriefing berichtete, Entwickler, die DOS auf Nvidia- oder Google-Hardware betreiben, wollten wissen, ob die Unterstützung mehrerer Plattformen unter Amazon-Eigentümerschaft Priorität behält oder sich mit der Zeit zu Trainium verschiebt. Das Blatt nannte einen offensichtlichen Widerspruch: Eine neutrale Optimierungsebene wird etwas weniger neutral, sobald ein Chiphersteller sie besitzt.
Quellen
23- 01Amazon is in talks to buy AI startup Decart for about $7 billionEN
- 02Amazon in talks to acquire Decart in reported $7 billion dealEN
- 03Amazon in talks to acquire AI startup Decart for about $7 billionEN
- 04Report: Amazon in talks to acquire Israeli AI startup DecartEN
- 05Amazon eyes Decart acquisition at $7 billion as AI chip race intensifiesEN
- 06Amazon In Talks To Acquire AI Startup Decart For $7 BnEN
- 07Amazon in Talks to Buy AI Chip-Portability Startup Decart for $7 BillionEN
- 08Amazon in talks to buy AI startup Decart for around $7 billion: ReportEN
- 09Dept of Justice probes Nvidia over $13B Hugging Face acquisitionEN
- 10Google Plans to Spend $17 Billion on Wyoming Data CenterEN
- 11Baidu releases ERNIE 5.5 Flash Base with 280 billion parameters as an open-source foundation modelEN
- 12Chinese regulators block SoftBank’s $5.4B acquisition of ABB RoboticsEN
- 13Apple Set to Raise $7.5 Billion From High-Grade Debt OfferingEN
- 14Amazon teams with Uber Eats for new Prime perksEN
- 15China blocks SoftBank’s US$5.4 billion takeover of ABB’s robotics divisionEN
- 16Elon Musk’s nearly half a billion dollars in midterms spending was a flopEN
- 17$150 Billion More Paid by Americans for Gas This Year Than LastEN
- 18Amazon ECS Gateway Arrives with Generated Hostnames and No Custom Domain SupportEN
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- 22Amid brutal sell-off, what comes next for Google, Amazon and other Big Tech titans?EN
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