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Argentiniens Bundespersonal sinkt um 6,1 Prozent auf 266.205, meldet INDEC

Das argentinische Bundespersonal ist Ende September auf 266.205 Stellen gefallen, 6,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und 0,8 Prozent weniger als im August. Das teilte INDEC am 30. Oktober 2026 mit. Die Regierung von Präsident Javier Milei baut weiter Stellen im Staatsdienst ab.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 7
Argentiniens Bundespersonal sinkt um 6,1 Prozent auf 266.205, meldet INDEC

Die nationale öffentliche Verwaltung, also Ministerien und Behörden, beschäftigte Ende September nach Angaben von INDEC 179.396 Menschen, 7,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Staatsunternehmen und Firmen mit staatlicher Beteiligung kamen auf 86.809 Beschäftigte, 3,8 Prozent weniger. Im August lag die Zahl bei 268.404, der Rückgang im September betrug also etwa 2.200 Personen. Im Jahresvergleich sind es rund 17.000 Stellen weniger.

Das Statistikamt teilte mit, dass 13 staatliche Stellen, 12 Staatsunternehmen und eine Behörde keine Personalzahlen gemeldet hatten. Für 7.598 Personen, 2,9 Prozent der Gesamtzahl, wurden deshalb die letzten Werte fortgeschrieben. Das erhöht die Unsicherheit der Monatszahl.

Mileis Stellenabbau

Präsident Javier Milei trat im Dezember 2023 sein Amt an und versprach, den Staat zu verkleinern und das Haushaltsdefizit zu senken. Ein Artikel auf johnmenadue.com berichtete, er habe die Zahl der Ministerien auf neun halbiert, öffentliche Bauprojekte eingefroren, 51.218 Bundesbedienstete entlassen und 23.000 Stellen in Staatsunternehmen gestrichen. LatinAmerican Post berichtete von 56.000 Entlassungen im öffentlichen Dienst, ohne die Zahlen aufzuschlüsseln. Die Berichte nennen unterschiedliche Gesamtzahlen.

Haushalt und IWF-Prüfung

Der Kongress verabschiedete den Haushalt für 2026, den ersten, der unter Milei vom Kongress beschlossen wurde. Er sieht Ausgaben von 102.000.000.000 Dollar vor und ein Ziel ohne Defizit, das vor allem durch Kürzungen erreicht werden soll. Zuvor hatte die Regierung den Haushalt 2023 verlängert, ohne ein Gesetz zu verabschieden, wie DW berichtete. Der Haushalt unterstellt 5 Prozent Wachstum. Ökonomen erwarten 2,7 Prozent, und eine Umfrage der Zentralbank Anfang August kam auf denselben Wert, deutlich unter der Annahme des Haushalts, wie die Latin Times berichtete.

Mitarbeiter des IWF und Argentinien erzielten am 27. Oktober 2026 eine Einigung auf Arbeitsebene über die dritte Prüfung des vierjährigen Kreditprogramms, die etwa 900.000.000 Dollar umfasst. Die Einigung hält am Ziel eines Primärüberschusses von 1,4 Prozent der Wirtschaftsleistung für 2026 fest. Der Exekutivrat des IWF soll sie Anfang Dezember beraten. Eine Einigung auf Arbeitsebene ist erst endgültig, wenn der Rat zugestimmt hat.

Arbeitsmarkt und Informalität

INDEC gab die Arbeitslosenquote für das zweite Quartal mit 7,9 Prozent an, nach 7,6 Prozent ein Jahr zuvor. Diese Veränderung nennt das Amt statistisch nicht signifikant. In den 31 städtischen Gebieten, die es zwischen April und Juni erfasst, zählte es etwa 1.200.000 Arbeitslose. In den Städten im Landesinneren außerhalb von Groß-Buenos Aires stieg die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 1,3 Punkte auf 7,6 Prozent, eine Veränderung, die INDEC als statistisch signifikant einstuft. Die Quote im Landesinneren lag damit weiterhin unter der von Groß-Buenos Aires mit 8,2 Prozent.

Informelle Arbeit ohne Rentenbeiträge machte 45,0 Prozent der Beschäftigung aus, 1,0 Punkt mehr als ein Jahr zuvor, wie die Erhebung von INDEC zeigte. Nach der Zählung von INDEC hatten etwa 13.600.000 Menschen einen Job.

INDEC stellt keinen Zusammenhang zwischen dem Bundespersonal und der Arbeitslosenquote her. Provinz- und Stadtverwaltungen sind in der Bundesstatistik nicht enthalten, auch private Firmen prägen die Erhebung.

Inflation und Armut

LatinAmerican Post berichtete, die Jahresinflation sei auf 31 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit 2018, nach 211 Prozent, als Milei sein Amt antrat. Der Artikel nannte kein Datum für die Erhebung des Werts von 31 Prozent. Die Latin Times berichtete für Juli von einer Jahresinflation von 33,8 Prozent nach 33,5 Prozent im Juni und schrieb, die Zentralbank erwarte einen Jahresabschluss nahe 29,8 Prozent. Ein Artikel auf johnmenadue.com beschrieb einen Rückgang der Inflation von etwa 250 Prozent auf 30 Prozent, ohne ein Datum zu nennen.

Zur Armut zitierte LatinAmerican Post die Schätzung der Katholischen Universität Argentiniens von 36 Prozent, den niedrigsten Wert seit 2018. Der Artikel von John Menadue nannte für Anfang 2026 eine städtische Armutsquote von 32,3 Prozent. Die Berichte nennen unterschiedliche Schätzungen.

Was ansteht

INDEC veröffentlicht die Oktober-Inflation am 12. November 2026, ein Finanzdatenkalender rechnet nach 1,9 Prozent im September mit 2,2 Prozent. Das Amt nennt den 30. November 2026 für die Personalzahlen des Bundes im Oktober und den 18. Dezember 2026 für die Arbeitsmarkterhebung von Juli bis September, für die ein Finanzdatenkalender 7,8 Prozent prognostiziert. Die Entscheidung des IWF-Rats steht Anfang Dezember an.

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Quellen

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  1. 01Argentina Jobless Rate Rises to 7.9%EN
  2. 02Argentina's Congress passes first budget under MileiEN
  3. 03Milei's Economic Story Hits Turbulence as Argentina Looks Toward a 2027 ReckoningEN
  4. 04Argentina Declares Independence Again as Milei Rewrites the Economic ScriptEN
  5. 05Milei brought inflation down. Argentina is still paying the priceEN
  6. 06EU budget battle paralyzes Brussels on AI chips, the Arctic and agricultureEN
  7. 07Pope Leo’s Argentina visit: consolation for Francis no-show - Kuwait TimesEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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