NHTSA stuft Ford-Untersuchung zum 1,0-Liter-EcoBoost-Zahnriemen zur technischen Analyse hoch
Die NHTSA hat am Montag ihre Untersuchung des Zahnriemens im Ford 1,0-Liter-EcoBoost zur technischen Analyse hochgestuft. Der Schritt betrifft schätzungsweise 135.551 Fahrzeuge und ist Voraussetzung dafür, dass die Behörde einen Rückruf verlangen kann.

Die Hochstufung betrifft nach Angaben der NHTSA schätzungsweise 135.551 Fahrzeuge: den Fiesta der Baujahre 2014 bis 2017, den Focus mit Schaltgetriebe von 2015 bis 2018, bestimmte Focus mit Automatikgetriebe von 2016 bis 2018 sowie den EcoSport von 2018 bis 2021. Die Behörde erklärte, es lägen 355 Meldungen darüber vor, dass kurz vor einem vollständigen oder erheblichen Leistungsverlust während der Fahrt die Öldruckwarnleuchte aufleuchtete. Das sind rund achtmal so viele wie die 44 Beschwerden, mit denen die Untersuchung im Dezember 2025 eröffnet wurde.
In der technischen Analyse prüft die NHTSA Bauteile und Fahrzeuge. Der Schritt ist vorgeschrieben, bevor die Behörde Ford zu einem Rückruf zwingen kann.
Warum die NHTSA die Untersuchung hochstufte
Die ursprüngliche Untersuchung erfasste den Fiesta von 2015 bis 2017 und den Focus mit Schaltgetriebe von 2015 bis 2018. Den EcoSport und die Focus mit Automatikgetriebe nahm die NHTSA auf, weil sie eine ähnlich ausgelegte nasse Zahnriemenkonstruktion verwenden.
Der Fall stützt sich nach Angaben der NHTSA auf Ausfallraten, Informationen von Ford, eine erste Zerlegung des Motors und frühere Rückrufe wegen Öldruckverlusts mit Warnhinweisen für die Fahrer. Die Beweise deuteten auf ein unangemessenes Risiko für die Verkehrssicherheit hin, erklärte die Behörde.
Wie der Riemen versagt
Im 1,0-Liter-EcoBoost läuft laut NHTSA ein nasser Zahnriemen, der im Motoröl eingetaucht ist. Mit dem Verschleiß gibt der Riemen Material an das Kurbelgehäuse ab. Diese Ablagerungen können sich am Ansaugsieb der Ölpumpe sammeln und den Ölfluss so weit einschränken, dass der Motor frisst.
Die Fahrer bekommen kaum Vorwarnung. Einige sahen Sekunden vor dem Ausgehen des Motors die Öldruckleuchte, andere bemerkten nichts, teilte die NHTSA mit. Der gemeldete Ausfall trat im Durchschnitt bei etwa 70.000 Meilen auf, und 98 Prozent der Ausfälle ereigneten sich vor dem ursprünglichen Wechselintervall von Ford bei 150.000 Meilen.
Zerlegungen und Umfragen ergaben Ausfälle auch an Motoren mit dokumentierten, regelmäßigen Ölwechseln, so die NHTSA. Einige Besitzer berichteten von Reparaturrechnungen in Höhe mehrerer Tausend Dollar. Ein Fahrer auf einem Highway in Wilmington, Delaware, sagte, die Öldruckleuchte habe aufgeleuchtet, und innerhalb einer Achtelmeile habe sein Ford Focus von 2017 "die gesamte Leistung verloren und der Motor begann wie ein Panzer zu klingen".
Fords Reaktion
Im Juni teilte Ford der NHTSA mit, ein globales Serviceprogramm für Fahrzeuge mit dem Zahnriemen des 1,0-Liter Fox Classic aufzulegen. Das Programm senkt das Wechselintervall von 150.000 Meilen oder zehn Jahren auf 100.000 Meilen oder sechs Jahre.
Ford-Sprecher Mike Levine sagte, das US-Kundenzufriedenheitsprogramm umfasse rund 147.000 Fahrzeuge, darunter den Fiesta von 2014 bis 2017, den EcoSport von 2015 bis 2021 und den Focus von 2015 bis 2018. Es sei kein Rückruf. Ford erstatte berechtigten Kunden die Kosten, die zuvor Motorreparaturen oder einen Austausch wegen eines Zahnriemenproblems bezahlt haben, sagte Levine.
Reuters berichtete, Ford habe zunächst keine Stellungnahme zur Hochstufung abgegeben. Die Detroit News zitierten Levine mit den Worten, das Unternehmen informiere die Kunden über das geänderte Intervall und "arbeite mit der NHTSA zusammen, während diese ihre Untersuchung fortsetzt".
Wie es weitergeht
Die NHTSA prüft im Rahmen der technischen Analyse weiter Bauteile und Fahrzeuge. Ihre Ergebnisse könnten zu weiteren Maßnahmen führen, auch zu einem Rückruf, erklärte die Behörde. Alle drei Modelle werden nicht mehr gebaut. Ford untersteht weiterhin einem unabhängigen Bundesbeauftragten, der die Rückrufabläufe, die Datenanalyse und die Einhaltung der Vorschriften überwacht.
Quellen
17- 01Ford's Little 1.0L Engine Is Killing Itself With Its Own Timing BeltEN
- 02NHTSA Upgrades Probe Into Ford 1.0L EcoBoost Engine FailuresEN
- 03NHTSA Expands Ford Investigation Over Dangerous Timing Belt FailuresEN
- 04These older Ford cars, SUVs pose unreasonable safety risks, NHTSA saysEN
- 05NHTSA: Some Older Ford Cars, SUVs Pose Unreasonable Safety RisksEN
- 06NHTSA says 135,000 older Ford vehicles have 'unreasonable safety risks'EN
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