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COP31 beginnt in Antalya mit geteilter Präsidentschaft von Türkei und Australien

COP31 beginnt am Montag in Antalya. Die Türkei meldete am 31. Oktober, dass 91 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme zugesagt hätten, nach 85 am 22. Oktober. Die Türkei hat den Vorsitz, Australien führt die Verhandlungen. Eine solche geteilte Regelung gab es in drei Jahrzehnten UN-Klimagipfel noch nicht.

WeltErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20263 Min. LesezeitQuellen 26
COP31 beginnt in Antalya mit geteilter Präsidentschaft von Türkei und Australien

Ein Gipfel, der am Montag beginnt

Die Konferenz läuft vom 9. bis 20. November im Antalya Expo Center in der Südtürkei. Zu den zweiwöchigen Verhandlungen werden mehr als 100.000 Menschen erwartet, fast 200 Länder nehmen teil.

Murat Kurum, Umweltminister der Türkei, ist COP31-Präsident und leitet die Gespräche. Chris Bowen, Australiens Klimaminister, ist Präsident der Verhandlungen und führt die Verhandlungsrunden. Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet am 11. und 12. November statt. Gastgeber ist Recep Tayyip Erdoğan, auch António Guterres und Anthony Albanese sprechen.

Zwei Präsidenten, ein Hammer

Die Aufteilung löste eine Blockade: Auf der COP30 im vergangenen Jahr in Belém wollte kein Land seine Bewerbung zurückziehen. Es ist die erste geteilte Präsidentschaft in drei Jahrzehnten UN-Klimagipfel. Jennifer Morgan, frühere Klimabeauftragte Deutschlands, sagte, unklare Rollen bei früheren COPs hätten von der eigentlichen Arbeit abgelenkt.

Anna Perez Catala vom Pariser Thinktank IDDRI sagte, das Modell habe "kein Vorbild", und sein Erfolg sei nicht garantiert.

Wer das Ergebnis kontrolliert, ist weiter umstritten. Kurum sagte im September, "die Türkei hat nicht gemeinsam mit Australien den Vorsitz der COP31", und die letzte Entscheidung liege bei der COP31-Präsidentschaft. Bowen sagte im Juni, die beiden Männer würden den letzten Hammer "gemeinsam" führen.

Elektrifizierung ist das Angebot

Die Aktionsagenda der Türkei dreht sich um Elektrifizierung: Der Anteil der Elektrizität am weltweiten Energiebedarf soll von heute rund 20% auf 35% bis 2035 steigen. Kurum stellte das als Antwort auf die Energiekrise dieses Jahres dar. "Die Energiekrise dieses Jahres hat uns aus unserer Selbstzufriedenheit gerissen", sagte er. "Elektrifizierung ist die Antwort."

Die Türkei und Australien wollen die Elektrifizierung in die Abschlusserklärung des Gipfels schreiben, die übergreifende politische Erklärung, die im Konsens ausgehandelt wird. Die EU fordert eine "saubere" Elektrifizierung. Dieser Zusatz könnte den Streit über fossile Brennstoffe wieder öffnen. Cosima Cassel vom Thinktank E3G sagte, das Versprechen sei "recht sorgfältig formuliert" und offen genug, dass "recht viele Länder" mitmachen könnten.

Die Bilanz des Gastgebers

Der eigene Energiemix der Türkei macht das Angebot kompliziert. Das Energieministerium des Landes teilt mit, Kohle sei im vergangenen Jahr mit 33% der Stromerzeugung die größte Quelle gewesen, Solar und Wind hätten fast 23% erreicht. Die Emissionen lagen 2024, dem jüngsten verfügbaren Jahr, bei 584.500.000 Tonnen CO2-Äquivalent, teilt das Türkische Statistikinstitut mit.

Das Kraftwerk Kalyon Karapınar YEKA-1 in Konya hat mehr als 3.000.000 Paneele und deckt rund 0,7% des nationalen Strombedarfs, sagte Direktor Burak Dogru. Duygu Kutluay von der Kampagnengruppe Beyond Fossil Fuels sagte, die Pläne der Türkei für erneuerbare Energien enthielten keinen Fahrplan für den Kohleausstieg. Das hält sie für unvereinbar mit dem Versprechen von Netto-Null-Emissionen bis 2053.

Die Türkei ist der 15. größte Kohlendioxidemittent der Welt, mit rund 400.000.000 bis 500.000.000 Tonnen pro Jahr, berichtete The Conversation.

Wie es weitergeht

Der Abschnitt der Staats- und Regierungschefs am 11. und 12. November ist laut Präsidentschaft der Moment für neue Zusagen. Das Gouverneursamt von Antalya teilte mit, die D-400 "Leaders' Road" werde am 11. November von 7:30 Uhr bis Mittag Ortszeit gesperrt. Sieben Bezirke wechseln an beiden Tagen zum Fernunterricht.

"Das wird nicht die COP sein, die die Welt verändert", sagte Paul Watkinson, früherer Chefunterhändler Frankreichs, und nannte sie "in vielerlei Hinsicht eine Zwischen-COP". Der vom Guardian zitierte Bericht des UN-Umweltprogramms warnt, die Erwärmung erreiche auf dem optimistischsten Pfad mindestens 1,8C, gegenüber der Obergrenze von 1,5C im Pariser Abkommen.

Die Verhandlungen enden am 20. November.

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Quellen

26
  1. 01COP31 summit faces tough test as climate threats mountEN
  2. 02Turkey Closes Key Road for UN Climate SummitEN
  3. 03COP31 faces tough test as climate threats mountEN
  4. 04The Sustainability Leader's Guide to COP31EN
  5. 05Turkey, Australia's joint COP31 leadership raises doubtsEN
  6. 06Turkey's solar boom shines ahead of a UN climate summit but coal and other fossil fuels loom largeEN
  7. 07Turkey's solar boom shines ahead of a UN climate summit but coal and other fossil fuels loom largeEN
  8. 08Turkey to host Cop31 climate conference after Australia drops push to hold it in AdelaideEN
  9. 09Turkey will host the next UN climate summit – here's how it plans to use its moment in the spotlightEN
  10. 10Cop31 host urges wealthy countries to spend 'much more' on climate than defenceEN
  11. 11From Australia to Turkey and, reluctantly, Germany: the tug-of-war over hosting Cop31 - The GuardianEN
  12. 12COP31 still offers Australia and the Pacific a chance to reset global climate ambition - Lowy InstituteEN
  13. 13Turkey freezes Cyprus out of COP31 climate summit preparations - POLITICO.euEN
  14. 14Türkiye to host COP31 after deal with AustraliaEN
  15. 15After Deadly Wildfires and Floods, Can This COP Climate Summit Make a Difference? - Bloomberg.comEN
  16. 16Cop31 will expose the conflicts and contradictions of the world’s fossil fuel relianceEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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