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Überangebot bei Reis lässt Japans Einzelhandelspreise die achte Woche in Folge fallen

Der durchschnittliche Einzelhandelspreis für einen 5-Kilo-Beutel Reis in Japan ist in der Woche bis zum 4. Oktober auf 2.860 Yen gefallen. Das ist der achte Rückgang in Folge, wie Mainichi am 16. Oktober berichtete [6]. Zwei Jahre nach einer landesweiten Knappheit drückt ein Überschuss nun die Erzeugerpreise.

KonjunkturErklärtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20265 Min. LesezeitQuellen 20
Überangebot bei Reis lässt Japans Einzelhandelspreise die achte Woche in Folge fallen

Acht Wochen fallender Preise

Die Erhebung umfasst rund 1.000 Supermärkte im ganzen Land. Der Durchschnitt sank im Wochenvergleich um 66 Yen und blieb damit die vierte Woche in Folge im Bereich von 2.000 Yen, berichtete Mainichi [6]. Derselbe Beutel hatte im Januar noch mehr als 4.400 Yen gekostet, so die Business Times [3].

Die Käufer zahlen deutlich weniger als zu diesem Januarhöchststand [3][6]. Die Erzeuger nicht. Die hohen Preise von 2025 hatten die Landwirte zu mehr Anbau veranlasst. Der daraus entstandene Überschuss drückt jetzt die Erzeugerpreise [2][3]. Zwei Fragen sind offen. Erstens, ob das Ministerium mehr als die bereits zugesagten 210.000 Tonnen aufkauft. Zweitens, wie stark der Septemberregen in diesem Jahr die Ernte verringert hat [5].

Das Angebot bleibt groß. Das Landwirtschaftsministerium rechnet für die Ernte 2026 mit 7.400.000 Tonnen, rund 1 % weniger als die 7.470.000 Tonnen von 2025 [5]. 2025 lag die Produktion erstmals seit vier Jahren über 7.000.000 Tonnen [5].

Ein Ministeriumsvertreter sagte, die tatsächliche Ernte könne niedriger ausfallen, wenn man die Folgen des lang anhaltenden Regens einrechne. Das Angebot werde aber voraussichtlich nicht hinter der Nachfrage zurückbleiben [5].

Wie aus der Knappheit ein Überschuss wurde

Die Knappheit hatte eine physische Ursache. 2023 schädigten ungewöhnliche Hitze und Dürre den Reis während der Kornfüllung. Das verringerte die Menge an hochwertigem Reis, der sich zum Verkauf eignete [2]. Gleichzeitig stieg die Nachfrage. Erst kam der Tourismusboom, dann Hamsterkäufe nach einer Erdbebenwarnung [2][4]. Die privaten Bestände sanken von ihrem üblichen Niveau von rund 2.000.000 Tonnen auf etwa 1.500.000 Tonnen [2]. Mitte 2026 waren sie auf 2.430.000 Tonnen gestiegen, mehr als das alte Normalmaß [2].

Japan gab 2025 erstmals Notreserven frei, seit das System 1995 eingeführt wurde [2].

Im Februar 2025 kündigte Landwirtschaftsminister Taku Eto die Freigabe von 210.000 Tonnen an. Davon sollten zunächst 150.000 Tonnen auf den Markt kommen. Der Rest sollte nach Maßgabe der Vertriebslage folgen, berichtete die Asahi Shimbun [4]. Das Ministerium hatte sich geweigert, die Reserve anzutasten, selbst nach der Erdbebenwarnung. Es hieß, die Preise würden sich mit der neuen Ernte beruhigen [4]. Die Regierung verkaufte schließlich 590.000 Tonnen, etwa den Bedarf eines Monats [3].

Die Preisdaten des Innenministeriums zeigten, dass ein 5-Kilo-Beutel Koshihikari von 2.414 Yen im Juni 2024 auf 3.775 Yen im Dezember desselben Jahres stieg [1].

Der Rückkauf und die Landwirte

Im September beschloss die Regierung, 210.000 Tonnen zu kaufen, um die verbrauchten Reserven wieder aufzufüllen [2][5]. Das entspricht Tonne für Tonne der Menge, die Eto im Februar 2025 freigegeben hatte [4]. Die Preise fielen trotzdem weiter. Erzeuger und Händler verlangten weitere Rückkäufe [5].

Hiroshi Asano, der in Chiba 38 Hektar bewirtschaftet, rechnet 2026 mit einem Verlust [3]. Er befürchtet, dass kleinere Betriebe nicht überleben werden [3].

Asano sagte, JA zahle ihm 2026 weniger als 15.000 Yen je 60 Kilo unverarbeitetem Reis, nach 30.000 Yen im Vorjahr [3]. In Tochigi lieferte Nobuyuki Okada im vergangenen Jahr Reis für bis zu 35.000 Yen je 60 Kilo, etwa das Doppelte des üblichen Preises, wie Mainichi berichtete [6]. In diesem Jahr liegt die Vorauszahlung von JA an ihn bei etwa der Hälfte der 30.000 Yen von 2025 [6].

Okada ist 41 Jahre alt und bewirtschaftet in Sakura in der Präfektur Tochigi 20 Hektar [6]. Mehrere Großhändler teilten ihm um Juni, nach der Aussaat, mit, dass sie in diesem Jahr keinen Reis kaufen könnten [6].

Wetterextreme, darunter Rekordregen in den vergangenen Wochen, steigende Maschinenkosten und niedrigere Preise verschärfen das Problem, berichtete die Business Times [3].

Auch die Zahl der Beschäftigten schrumpft. Die Zahl der Landwirte sank von 2.400.000 im Jahr 2000 auf weniger als eine Million im Jahr 2026, teilt das Landwirtschaftsministerium mit [3]. Etwa 70 % der Menschen, deren Hauptberuf die Landwirtschaft ist, sind über 65 [3].

Der Altersdurchschnitt eines Reisbauern liegt bei 67,7 Jahren. Nur 1,2 % sind unter 30 [2].

Warum der Markt kippte

Die Business Times berichtete, offizielle Prognosen hätten nicht vorhergesehen, wie stark der Verbrauch sinken würde, als die Preise stiegen und sich die Essgewohnheiten änderten [3]. Die Ernte 2025 übertraf die Nachfrage infolgedessen [3]. Die staatlichen Bestände liegen nun weit unter dem optimalen Niveau von rund 1.000.000 Tonnen [5].

Die privaten Reisbestände hatten wegen der Freigaben seit März vergangenen Jahres und der gestiegenen Produktion einen Rekordstand erreicht, berichtete die Japan Times [5].

In Teilen des Marktes wird Reis aus dem Jahr 2025 teurer verkauft als Reis aus 2026, weil Händler Verluste auf zu hohen Preisen eingekauftem Getreide begrenzen wollen, berichtete Mainichi [6].

Die Prognose für 2026 stützte sich auf die tatsächliche Ernte und Kornzählungen zum Stand 25. September, als etwa 60 % der Ernte eingebracht waren [5]. Anhaltender Regen und fehlender Sonnenschein verzögerten die Erhebung in einigen Gebieten [5].

Eine am 25. Oktober veröffentlichte Analyse von Note argumentierte, das Landwirtschaftsministerium habe die Nachfrage falsch eingeschätzt und die Reserven zu spät freigegeben [7]. Sie argumentierte zudem, die Doppelrolle von JA, Landwirte zu unterstützen und zugleich den Referenzpreis für die Anlieferung festzulegen, verschleiere, wie die Preise entstehen [7].

Hitzetolerante Sorten machen höchstens 20 % der Anbauflächen aus. Die Dürre in Westjapan in diesem Jahr wird bereits mit geringeren Erträgen in Verbindung gebracht [2].

Kimio Inagaki vom Mitsubishi Research Institute sagte, die Preise dürften weiter sinken, selbst wenn die Regierung ihre Reserven wieder auffüllt, berichtete die Business Times [3].

Wie es weitergeht

Landwirtschaftsminister Kazuo Yana sagte, die Regierung werde die Reserve wieder aufbauen, "ohne Gelegenheiten zu verpassen und mit sorgfältiger Bewertung der Angebots- und Nachfragelage" [5]. Das Ministerium hat über die 210.000 Tonnen hinaus keinen Termin für weitere Rückkäufe genannt [5]. Die detaillierte Erntezahl zum Stand 25. Oktober soll Mitte November vorliegen [5].

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Quellen

20
  1. 01Massive rice reserves ready for release amid steep price hikesEN
  2. 02Japan went from a rice shortage to a record surplus in two yearsEN
  3. 03Japan veers from rice shortage to glut, dealing blow to farmersEN
  4. 04210,000 tons of government rice to hit stores in late MarchEN
  5. 05Japan's 2026 rice harvest projected to fall 1%EN
  6. 06In reversal of 2025 fortunes, Japan rice farmers face falling prices as new harvest arrivesEN
  7. 07Examining the Reiwa Rice Crisis: Production Adjustment, Subsidies, JA, and Farm ManagementEN
  8. 08Japan's Future Starting from a Single Stalk of RiceEN
  9. 09China wafer prices steady on firm polysilicon amid weak fundamentalsEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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