Großbritannien stellt Raumfahrt-Staffel auf, während Solarprojekte in enge Flächen drängen
Die Royal Air Force hat am 26. September auf einer Konferenz in London eine neue Einheit vorgestellt, die No. III Space Effects Squadron. Sie soll die Satelliten schützen, auf die sich Großbritannien bei Kommunikation und Navigation stützt.

Vorgestellt wurde die Einheit auf der ersten UK Space Power Conference in London. Air Chief Marshal Sir Harvey Smyth sagte laut The Register, die Staffel werde die Vorteile sichern, die der Weltraum den Streitkräften bringt. Zugleich solle sie Gegnern diese Vorteile verweigern können.
The Register berichtete am 26. September, die No. III Space Effects Squadron trete neben zwei bestehende Einheiten: die No. I Space Operations Squadron und die No. II Space Warning Squadron. Beide beobachten Bedrohungen im Orbit und melden sie. Der Unterschied: Die neue Staffel kann handeln.
Wie genau, ist nicht öffentlich. Großbritannien hat nur begrenzte Startanlagen und nach Kenntnis von The Register keine Anti-Satelliten-Raketen. Das Verteidigungsministerium erklärt, die Fähigkeit beruhe auf „fortschrittlicher Technologie“, darunter elektronische Kriegführung. Damit sollen feindliche Aktionen „gestört, beeinträchtigt und unterbunden“ werden. Diese Formulierung deutet auf Störsender am Boden hin, nicht auf kinetische Waffen. The Register fragte das Ministerium nach Einzelheiten. Die Antwort: Viel mehr lasse sich nicht sagen, weil die Informationen eingestuft sind.
Eine bewusste Entscheidung gegen Raketen
Großbritannien hat zerstörerische Tests von Anti-Satelliten-Raketen förmlich ausgeschlossen. Stattdessen arbeitet das Land über den UN-Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums. Vier Länder haben nachweislich Anti-Satelliten-Raketen getestet: die USA, Russland, China und Indien. Russland zerstörte 2021 einen eigenen ausgedienten Satelliten und gefährdete damit die Internationale Raumstation. Die ISS musste in jenem Jahr auch manövrieren, um Trümmer eines chinesischen Tests Jahre zuvor zu umgehen. Im Jahr 2022 verabschiedeten die Vereinten Nationen eine von den USA geführte Resolution, die Länder dazu aufrief, auf ähnliche Tests zu verzichten.
Das hat China nicht davon abgehalten, nach anderen Wegen zu suchen, um Objekte im Orbit auszuschalten. The Register merkt an, China habe Laser und Hochleistungsmikrowellen geprüft. Die US Space Force will chinesische Satelliten beobachtet haben, die „Dogfight“-Manöver im Orbit üben. Das Verteidigungsministerium erklärt, die neue Staffel werde offensive und defensive Weltraumoperationen unterstützen und wachsen, sobald neue Fähigkeiten in Dienst gestellt werden.
Satelliten sind entscheidend für nationale Sicherheit und Alltag zugleich: Sie ermöglichen Aufklärung und Raketenwarnung und liefern Telekommunikation und Wettervorhersagen, so das Ministerium.
Rettungsdienste verlassen sich bei Einsätzen auf Satellitennavigation. Energienetze nutzen den präzisen Zeitcode dieser Signale, um Stromnetze zu synchronisieren. Diese Abhängigkeit ist der Grund, warum die RAF eine Einheit will, die mehr kann als beobachten.
Am Boden kämpfen Solarentwickler um Hektar
Am selben Tag, an dem The Register seinen Bericht veröffentlichte, brachte CleanTechnica eine Geschichte über ein anderes Weltraumproblem: Land. Tina Casey schrieb am 27. September über die neue Solaranlage Bowes von Cultivate Power, ein Projekt mit 11 Megawatt (DC) auf einem 22 Acre großen Grundstück in Elgin, Illinois. Das Areal liegt zwischen zwei Wohnsiedlungen und wird von Hochspannungsleitungen und Bahngleisen durchquert. In einer Ecke befindet sich ein Feuchtgebiet.
Cultivate teilte die Anlage in zwei Felder, um in den unregelmäßigen Umriss zu passen und trotzdem die Abstandsauflagen einzuhalten, ohne das Feuchtgebiet zu berühren. Das Unternehmen nutzte ein besonders dichtes Montagesystem von Planted Solar, flach am Boden montiert, und ergänzte einen blickdichten Zaun samt Sichtschutz. So sind die Module von außerhalb des Geländes nicht zu sehen. „Solar auf eingeschränkten Flächen zu entwickeln, ist ein wachsender Schwerpunkt der Branche“, sagte Cultivate letzte Woche per E-Mail zu CleanTechnica. „Es wird wichtiger, weil konkurrierende Landnutzung die Solarenergie auf immer kleinere Grundstücke treibt.“
Die Zahlen erklären den Druck. Planted Solar zufolge brauchen Gemeinschaftssolarprojekte in der Regel 5 bis 7 Acres pro MWp, der theoretischen Höchstleistung unter idealen Bedingungen. Nach dieser üblichen Faustregel würde eine Anlage mit 11 Megawatt nicht auf 22 Acres passen. Das softwaregestützte Montagesystem von Planted braucht etwa 2 Acres pro MWp und kann unregelmäßige Flächen füllen, die eine Standardanlage ungenutzt lässt. Bei dieser Dichte bräuchte ein Gemeinschaftssolarprojekt mit 5 Megawatt etwa 15 Acres statt 40 bis 50.
Eine weitere Faustregel besagt, dass Standorte mit einer Neigung von mehr als 10 Prozent Erdarbeiten erfordern. Das lässt Gemeinschaftssolarprojekte oft an den Kosten scheitern. Der Beitrag von CleanTechnica bricht an dieser Stelle mitten im Satz ab. Deshalb ist nicht überliefert, wie Cultivate in Elgin mit der Neigung umging.
Gemeinnützige Leistungen als Genehmigungswerkzeug
Chronicle Media, zitiert von CleanTechnica, berichtete, die Anlage Bowes werde über den Versorger Commonwealth Edison die Strompreise für die Kunden senken und 580 Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen erfassen. Das Projekt soll Kunden 20 Prozent bei den Energiekosten sparen. Es kommt außerdem drei kleinen Betrieben, zwei Gemeinden und einer Kirche zugute. Nach Angaben von Chronicle-Reporter Bill Dwyer erklären Cultivate-Vertreter, die Abonnenten würden über 40 Jahre 13,9 Millionen Dollar auf ihren ComEd-Rechnungen sparen.
Die Grundsteuereinnahmen des Standorts sollen sich in den nächsten 40 Jahren auf 2,1 Millionen Dollar summieren und dem örtlichen Schulbezirk und anderen Stellen zugutekommen. CleanTechnica merkt an, Cultivate unterstütze auch das Elgin Community College und Food for Greater Elgin, eine Mitgliedsorganisation der Northern Illinois Food Bank, dazu Friends of the Fox River, We Care Solar und die Evolve Foundation. Diese Zahlungen sind nicht nur Wohltätigkeit. Sie sind der Preis für die Zustimmung vor Ort. In dieser Branche begrenzen Widerstand in der Nachbarschaft und Eingriffe von Regierungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zunehmend, wo Projekte entstehen können.
CleanTechnica bezeichnet kleine Solaranlagen als selten nachrichtenwürdig, und das Projekt Bowes wäre normalerweise eine lokale Angelegenheit geblieben. Bemerkenswert ist es, weil es einen Ausweg aus der Flächenknappheit zeigt. Die ist in vielen Märkten inzwischen die eigentliche Grenze, nicht Modulpreise oder Wechselrichter.
Die Frage nach dem KI-Wert, gemessen in stehenden Führungskräften
Abseits der Hardware veröffentlichte THE DECODER am 26. September einen Bericht von Matthias Bastian. Er hält fest, wie schwer Erträge einer weiteren kapitalintensiven Technologie zu belegen sind. Die Debatte um die KI-Blase, schreibt Bastian, läuft auf eine Frage hinaus: Wächst der Umsatz der KI-Labore schnell genug, um den Ausbau der Rechenzentren zu bezahlen?
Azeem Azhar, Gründer der Forschungsgruppe Exponential View, lieferte in einem Podcast mit Nicholas Thompson von The Atlantic eine Anekdote. Vor etwa 160 IT-Vizepräsidenten in Las Vegas fragte Azhar, wer messbare KI-Ergebnisse vorweisen könne. Zwei Drittel blieben stehen, mehr als er erwartet hatte. Dann fragte er, wessen Ergebnisse gut genug seien, um den Sommerurlaub des Vorstandsvorsitzenden zu unterbrechen. Etwa acht Leute blieben auf den Beinen.
Azahars Fazit, so THE DECODER, lautet: Die Unternehmen machen Fortschritte, aber langsam. Ob dieses Tempo die derzeitigen Investitionen rechtfertigt, ist offen. Manche Führungskräfte sagen, die Aufsichtsgremien würden nach frühen Erfolgen ehrgeiziger. Selbst in langsameren Märkten wie Italien hörte Azhar von Vorstandschefs, das Vertrauen wachse und die Budgets stiegen trotz Fehlschlägen. Andere wechseln von teuren Frontier-Modellen zu offenen Gewichten. Das könnte bedeuten, dass die Nutzung wächst, während weniger Geld zurückfließt, um den Ausbau zu finanzieren. Azhar verweist auf eine Umfrage der Boston Consulting Group. Danach sagen etwa 70 Prozent der Vorstandschefs weltweit, KI-Erfolg sei wichtig dafür, wie sie in ihrer Rolle wahrgenommen werden. Das ist ein Anreiz, ein rosigeres Bild zu zeichnen. Er nennt die Lage „fein ausbalanciert“.
Die drei Geschichten folgen einem Muster. In jeder geht es um eine Technologie, deren Wert selbstsicherer behauptet als gemessen wird. Die RAF sagt, ihre neue Staffel werde feindliche Aktionen stören und unterbinden, doch die Fähigkeit ist eingestuft. Cultivate sagt, Abonnenten würden über 40 Jahre 13,9 Millionen Dollar sparen, eine Prognose, auch wenn die 20-prozentige Preissenkung und die 580 Haushalte konkret sind. KI-Führungskräfte sagen, die Erträge kämen; zwei Drittel von 160 IT-Vizepräsidenten können etwas Messbares vorweisen, und rund acht dieser 160 würden dafür einen Vorstandschef wecken.
Die Daten spielen hier eine Rolle. Der Bericht von The Register und der Beitrag von THE DECODER erschienen beide am 26. September, der von CleanTechnica am 27. September. Alle drei sind frisch. Das älteste Stück im Dossier, eine Startseite von Coverage Cat vom 22. September, ist bestenfalls Hintergrund: Sie bewirbt eine zugelassene Versicherungsmaklerfirma für Kalifornien, Florida, New York, Texas und Washington, mit einer API für Vermittler. Sie hat nichts mit Weltraummissionen oder Solarstandorten zu tun und belegt nichts von alledem oben.
Was die RAF-Staffel und die Anlage in Elgin gemeinsam haben: Beide sind Antworten auf Knappheit. Im Orbit ist das knappe Gut der gesicherte Zugang zu Kommunikation und Navigation, und Großbritannien hat sich für Störsender statt Raketen entschieden. Am Boden in Illinois ist das knappe Gut flaches, unbelastetes Land, und Cultivate hat sich für dichtere Montage statt für ein kleineres Projekt entschieden. Keine der beiden Antworten ist kostenlos, und keine wurde im großen Maßstab erprobt. Beide werden an Ergebnissen gemessen, die derzeit entweder eingestuft oder prognostiziert sind.
Quellen
3- 01Space Squeeze Forces Solar Developers To Get CreativeEN
- 02Two-thirds of IT leaders report AI results, but few would interrupt the CEO's vacation over themEN
- 03Launch HN: Coverage Cat (YC S22) - Umbrella insurance via your personal agentEN
Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.
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