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Chinas Helium-Ausfuhrverbot vom 10. Juli hat kein genanntes Ablaufdatum

China hat am 10. Juli 2026 ein vorübergehendes Ausfuhrverbot für Helium verhängt, ohne ein Ablaufdatum zu nennen. Das Gas kühlt Anlagen zur Chipherstellung, und das Verbot trifft eine weltweite Knappheit.

TechnologieNachrichtKatrin HoffmannVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 36
Chinas Helium-Ausfuhrverbot vom 10. Juli hat kein genanntes Ablaufdatum

Das chinesische Handelsministerium und die Generalzollverwaltung haben am 10. Juli die Bekanntmachung Nr. 29 aus dem Jahr 2026 erlassen. Sie stellt Helium unter der Zolltarifnummer 2.804.290.010 unter ein vorübergehendes Ausfuhrverbot, das am selben Tag ohne Übergangsfrist in Kraft trat. Die Bekanntmachung nennt kein Genehmigungsverfahren, keine Ausnahmen für einzelne Länder und keine Übergangsregelungen für bestehende Verträge. Spätere Anpassungen sollen gesondert bekannt gegeben werden. LawStreet Journal berichtete, die Bekanntmachung sei auf Grundlage des Außenhandelsgesetzes ergangen. Geopolitechs merkte an, der Text stütze sich allein auf dieses Gesetz und nenne weder das Exportkontrollgesetz noch das Zollgesetz oder die Regeln für Dual-Use-Ausfuhren.

Warum Chipfabriken auf Helium achten

BigGo Finance zitierte einen Forschungsbericht der Deutschen Bank, wonach 21 Prozent der weltweiten Heliumnachfrage auf die Halbleiterfertigung entfallen. Die Compressed Gas Association sagte CBS News, die Branche verbrauche ein Fünftel, also 20 Prozent. Garrison Ventures erklärte in einer Mitteilung vom Oktober, die Halbleiterindustrie sei der am schnellsten wachsende Abnehmer von Helium, getrieben von KI-Prozessoren und High-Bandwidth-Memory. In einer Fab kühlt Helium vor allem die Wafer. Beim Plasmaätzen liegt eine dünne Schicht zwischen Wafer und elektrostatischem Chuck und führt die Wärme ab. Driftet die Temperaturkontrolle, kann sich der Wafer verformen und die Ausbeute sinken, berichtete Geopolitechs.

EUV-Anlagen und steigende Mengen

Ein einzelnes EUV-Lithografiesystem verbraucht in der Regel mehr als 10.000 Liter Helium pro Jahr, meldete ESM China. Flüssiges Helium ist das einzige Medium, das seine supraleitenden Magnete und die Optik bei 4.000 Kelvin hält. Schwankt die Temperatur um mehr als 0,1 Grad Celsius, verzerrt sich die Lithografie und ein ganzer Waferstapel wird unbrauchbar. Der Heliumverbrauch pro Wafer steigt mit jeder Prozessgeneration: etwa 24 Liter bei 90 Nanometern und darüber, 40 bis 60 Liter bei 14 bis 28 Nanometern, rund 120 Liter bei 7 Nanometern und mehr als 150 Liter bei 3 Nanometern.

Chinas kleine Produktion, große Handelsrolle

Zahlen des US Geological Survey, die Geopolitechs zitiert, beziffern die weltweite Heliumproduktion im Jahr 2.025 auf etwa 190.000.000 Kubikmeter. Die USA produzierten rund 81.000.000 Kubikmeter, Katar 63.000.000; zusammen kamen sie auf etwa drei Viertel der Weltproduktion. Mydrivers zitierte USGS-Daten mit Stand März 2026, denen zufolge China etwa 3.000.000 Kubikmeter pro Jahr fördert, 1,6 Prozent des Weltangebots, und damit gemeinsam mit Polen auf Rang sechs liegt. LawStreet Journal schätzte, dass 15 bis 20 Prozent des weltweiten Heliums über chinesische Zwischenhändler nach Europa und Südostasien gelangen. BigGo Finance nannte Daten aus dem Jahr 2.024, nach denen die EU, Japan, Frankreich, Südkorea und die USA zu den Märkten gehörten, die Helium aus China kauften.

Die Knappheit, in die das Verbot fiel

Katar ist nach den USA der zweitgrößte Produzent von kommerziellem Helium, berichtete CBS News. Garrison Ventures zufolge entfallen auf Katar normalerweise etwa ein Drittel der Weltversorgung. LawStreet Journal datiert den Krieg der USA und Israels gegen den Iran auf den 28. Februar 2026. CBS News berichtete, die Schließung der Straße von Hormus im Februar habe ein Drittel der weltweiten Heliumversorgung im Persischen Golf eingeschlossen. Iranische Angriffe trafen im März Ras Laffan, Katars Heliumanlage. Die Katarer erklärten, Ras Laffan brauche mindestens drei Jahre, um den Vollbetrieb wieder zu erreichen; die Anlage antwortete nicht auf Anfragen zur Beschädigung ihrer Heliuminfrastruktur. LawStreet Journal berichtete, die Schäden an Katars Anlagen dürften die Heliumexportkapazität um etwa 14 Prozent senken, selbst wenn der Teilbetrieb wieder anläuft. Rich Brooke, den CBS News als früheren Manager von Air Liquide beschrieb, sagte dem Sender, die Spotpreise für Helium hätten sich seit Kriegsbeginn verdreifacht. Garrison Ventures erklärte später, ihr Präsident Richard Brook sei in dem Beitrag aufgetreten. Exportdaten des US Census Bureau, die in dem Bericht zitiert wurden, zeigten einen Anstieg der US-Heliumexporte um 70 Prozent seit Kriegsbeginn. Russland verhängte im April vorübergehende Helium-Ausfuhrkontrollen und verlangt für Ausfuhren außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion bis Ende 2027 eine staatliche Genehmigung, meldete LawStreet Journal. ESM China zufolge überstieg die weltweite Versorgungslücke zeitweise 40 Prozent.

"Wenn Sie mir sagen können, was in den nächsten drei Monaten in der Straße von Hormus passiert, kann ich Ihnen genau sagen, was im Heliumgeschäft passieren wird. Leider können Sie das nicht, und deshalb kann ich es auch nicht", sagte Brooke.

Warum eine Fab nicht einfach wechseln kann

Geopolitechs berichtete, Stickstoff oder Argon können Helium in manchen Prozessen ersetzen, doch ein Gaswechsel auf einer modernen Linie kann Umbauten an den Anlagen, eine Prozessqualifizierung und monatelange Tests erfordern. Große Chiphersteller hielten in der Regel Lagerbestände und schlössen langfristige Verträge ab, sodass eine Knappheit eine Fab nicht über Nacht stilllegt. Sinken die Bestände unter den Mindestbedarf der kritischen Anlagen, können Fabriken die Produktion drosseln, ihre wertvollsten Produkte vorziehen oder einzelne Anlagen abschalten.

Chinas Abhängigkeit von Importen

China importiert mehr als 85 Prozent seines Heliums, vor allem aus Katar und Russland, sagte ESM China. Geopolitechs nannte mehr als 80 Prozent und erklärte, Katar habe in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte der chinesischen Importe geliefert. CBS News berichtete am 18. Oktober, die Industrie spüre die Folgen, ein Ende des Krieges sei nicht absehbar, und Unternehmen in Südkorea, Taiwan und Singapur wendeten sich für Helium an die USA. Wie lange die USA diese Nachfrage decken können, ist unklar.

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Quellen

36
  1. 01China Curbs Helium Exports Amid Global Supply Risks; Critical for EUV and Advanced Chipmaking - TrendForceEN
  2. 02China Imposes Immediate Temporary Export Ban on Helium, Adding Uncertainty to Semiconductor Supply Chain - BigGo FinanceEN
  3. 03Why China banned helium exports - GeopolitechsEN
  4. 04China Bans Helium Exports With Immediate Effect - LawStreet JournalEN
  5. 05Helium, critical for tech, faces supply chain crisisEN
  6. 06Helium is way more important than you might think. And the supply chain is in crisis.EN
  7. 07Garrison Ventures' Richard Brook Featured on CBS News' 60 Minutes Examining Global Helium Supply CrisisEN
  8. 08Helium: What the export ban means - Table.BriefingsEN
  9. 09Chinese AI lab Moonshot turned to Europe for Nvidia Blackwell access amid U.S. China curbs, sources tell CNBCEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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