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Deutsche Industrieproduktion steigt im August um 2,0 Prozent, stärkster Zuwachs seit März 2025

Die deutsche Industrieproduktion ist im August gegenüber Juli um 2,0 Prozent gestiegen, wie Destatis am 7. Oktober mitteilte. Das ist der stärkste Monatszuwachs seit März 2025 und liegt über dem Plus von 0,5 Prozent, das von Reuters befragte Analysten erwartet hatten.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20264 Min. LesezeitQuellen 33
Deutsche Industrieproduktion steigt im August um 2,0 Prozent, stärkster Zuwachs seit März 2025

Getragen wurde der Anstieg vom Bau. Dort wuchs die Produktion um 9,3 Prozent zum Vormonat, vor allem im Spezialbau und im Ausbaugewerbe, wie Destatis mitteilte. Die Herstellung von Maschinen und Ausrüstung legte um 5,3 Prozent zu. Der Zuwachs kam trotz der Behinderungen der Rheinschifffahrt durch Niedrigwasser zustande, berichtete Reuters.

Ohne Energie und Bau stieg die Industrieproduktion um 0,6 Prozent, gestützt auf den Zuwachs bei Maschinen. Innerhalb dieser 0,6 Prozent erhöhte sich die Produktion von Investitionsgütern um 1,2 Prozent und die von Konsumgütern um 0,6 Prozent, während die Energieproduktion um 0,4 Prozent sank. Gegenüber August 2025 lag die Gesamtproduktion nach Kalenderbereinigung um 2,3 Prozent höher.

Das Statistische Bundesamt revidierte den Rückgang im Juli von vorläufig 1,1 Prozent auf 1,2 Prozent. Kalenderbereinigt lag die Juli-Produktion 1,8 Prozent unter dem Vorjahr. Der weniger schwankungsanfällige Dreimonatsvergleich zeigt für Juni bis August ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber den drei Monaten davor.

Die Autoherstellung sank gegenüber Juli um 5,4 Prozent. Der VDA, der Verband der deutschen Autoindustrie, machte dafür teils saisonale Werksschließungen verantwortlich, die in diesem Jahr im August stärker ausfielen als im gleichen Monat 2025.

Die energieintensiven Branchen drosselten ihre Produktion um 0,5 Prozent zum Vormonat. Von Juni bis August produzierten sie 2,9 Prozent weniger als in den drei Monaten davor, kalenderbereinigt lag die Produktion 2,1 Prozent unter August 2025. Die Industrie ohne Energie und Bau lag auf gleicher Basis 0,4 Prozent unter dem Vorjahr.

Die Auftragseingänge der Industrie, ein separates Maß für die Nachfrage, fielen im August deutlich, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Der Rückgang ging auf Großaufträge wie Flugzeuge und Militärfahrzeuge zurück, die jeweils mehr als 50.000.000 Euro wert sind. Diese Großaufträge waren zuletzt durch mehr staatliche Aufträge für Verteidigungsausrüstung gewachsen.

Seit April hat sich die Produktion überwiegend erholt, weil Unternehmen wegen des Kriegs im Nahen Osten Lagerbestände aufbauten. Die Europäische Zentralbank erhöhte im September zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins, weil sie den Anstieg der Öl- und Gaspreise für zu stark hielt, um ihn zu ignorieren. Brent-Rohöl lag am Tag der Veröffentlichung der Produktionszahlen über 100 Dollar je Barrel. Die Unternehmensstimmung stieg im September auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren, was darauf hindeutet, dass die Firmen die Turbulenzen durch den Krieg abschüttelten.

Ökonomen verweisen auf KI-Nachfrage und eine bescheidene Erholung

Der KfW-Ökonom Sebastian Wanke sagte, die Zahlen zeigten, dass der Boom um KI und Rechenzentren Deutschland erreicht habe, und verwies auf Datenverarbeitungsgeräte und Laser für die Halbleiterfertigung. Der Sprung im Bau könne mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren zusammenhängen, wahrscheinlich gehe es aber auch um die Erneuerung öffentlicher Infrastruktur.

Ralph Solveen von der Commerzbank sagte, die Zahlen machten Hoffnung, dass die Industrie im dritten Quartal nicht geschrumpft sei. Er erwartet nur eine bescheidene Belebung, da strukturelle Probleme, US-Zölle und starker Wettbewerb aus China auf die Produktion drückten.

Thomas Gitzel von der VP Bank nannte den August-Anstieg "eine große Überraschung". Niedrigwasser auf deutschen Flüssen habe die Schifffahrt behindert, ein Rückgang sei daher nicht auszuschließen gewesen, sagte er.

Wie es weitergeht

Gitzel erwartet im September eine Erholung der Autoherstellung. Nachholeffekte könnten die Industrieproduktion wieder ins Plus drücken, und es sei gut möglich, dass das deutsche BIP 2026 um mehr als 1 Prozent wachse.

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Quellen

33
  1. 01Germany's industrial giants push for 40-hour week as labour costs riseEN
  2. 02German industrial output rises more than expected in AugustEN
  3. 03German Industrial Output Rebounds at Strongest Pace Since Early 2025EN
  4. 04Germany's industrial output rises 2% in August 2026EN
  5. 05German industrial output figures disappointEN
  6. 06Lame-duck Congress might actually do something: speed up energy projectsEN
  7. 07How a Blue Wave midterm might reshape the AI industryEN
  8. 08After the midterms, is the AI industry in for a rough two years?EN
  9. 09Chinese PV Industry Brief: JA, Longi, Tongwei report widening lossesEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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