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Indische Importeure sichern nur noch 49,5 Milliarden Dollar per Termin ab

Indische Importeure haben im Oktober Devisentermingeschäfte über 49,5 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das sind 35 Prozent weniger als im Vormonat und der niedrigste Wert seit Februar. Die Beschränkungen der RBI verteuerten die Absicherung, und die Rupie erholte sich um rund 2 Prozent, wie Moneycontrol am 4. November berichtete.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 6. November 20263 Min. LesezeitQuellen 19
Indische Importeure sichern nur noch 49,5 Milliarden Dollar per Termin ab

Der Oktoberwert liegt unter dem Rekordhoch vom September, wie Daten der Clearingstelle zeigen, die die Business Standard zitiert. Mit Terminkäufen sichern sich Importeure den Wechselkurs für künftige Dollarbeträge. Die Terminverkäufe der Exporteure beliefen sich im vergangenen Monat auf 32,2 Milliarden Dollar, der niedrigste Stand seit Mai, so die Daten. Die durchschnittlichen monatlichen Dollarkäufe der Importeure sind in diesem Jahr auf rund 62 Milliarden Dollar gestiegen, ein Plus von etwa 40 Prozent, berichtet die Business Standard.

RBI-Maßnahmen verteuern die Absicherung

Dem Rückgang vorausgegangen waren Maßnahmen, die die Reserve Bank of India im vergangenen Monat angekündigt hatte, um die Rupie zu stützen, als sie sich ihrem Rekordtief näherte. Dazu gehört eine Devisenrisikoreserve nach chinesischem Vorbild, wie die Business Standard berichtet, sowie strengere Regeln für den Devisenhandel, meldet die Business Times. Die Schritte machten es teurer, Terminpositionen in Dollar aufzubauen.

Die RBI richtete außerdem ein eigenes Dollar-Fenster für Indian Oil Corporation, Bharat Petroleum Corporation und Hindustan Petroleum Corporation ein, wie die Business Times am 13. Oktober berichtete. Auf die drei Raffinerien entfallen rund 56 Prozent der indischen Rohölimporte. Das Fenster nimmt ihre Dollarnachfrage aus dem Spotmarkt. Die RBI liefert diese Dollar aus ihren Devisenreserven. Srijit Dutta, Treasury-Berater bei Eforexindia, sagte, die Fazilität könne 300 Millionen bis 350 Millionen Dollar der täglichen Dollarnachfrage dieser Unternehmen abdecken. Avinash Singh von Emkay Research schätzte, dass sie monatlich 11 Milliarden bis 12 Milliarden Dollar an Dollarnachfrage vom Spotmarkt abziehen könnte. Singh warnte, das Fenster könne den Druck auf die Zahlungsbilanz Indiens verdecken, falls es geschlossen werde, bevor sich die externen Bedingungen bessern.

Analysten der Citigroup erklärten, das Paket werde einen „Kurzschlussreflex“ nach oben bei der Rupie auslösen, gefolgt von einer gewissen Konsolidierung. Den Druck auf die Zahlungsbilanz Indiens werde es kaum lindern, berichtet die Business Times.

Importeure sehen höhere Kosten

Importeure dürften höhere Kosten tragen, weil die neuen Regeln die Währungsabsicherung teurer machen. Vikram Murarka, Chef-Devisenstratege bei Kshitij Consultancy Services, sagte im Bericht der Business Times:

„Die gestiegenen Absicherungskosten treffen die Importeure am stärksten und machen es für sie teurer, sich abzusichern.“

Analysten warnten, strengere Dokumentationspflichten könnten einige Importeure dazu bringen, ihre Absicherungen zu verkürzen oder Geschäfte auf Offshore-Non-Deliverable-Forwards zu verlagern, so die Business Times. Andere könnten die Absicherung aufschieben und Dollar am Spotmarkt kaufen, wenn die Zahlungen fällig werden.

Rupie-Erholung und Zinserhöhung

Die Rupie ist seitdem um rund 2 Prozent gegenüber dem Dollar gestiegen, berichtet die Business Standard, bleibt aber in diesem Jahr eine der schwächeren Währungen Asiens. Die Kosten für eine Absicherung gegen eine Rupie-Schwäche stiegen im vergangenen Monat auf Mehrjahreshöchststände und bleiben hoch, heißt es in demselben Bericht. Die Business World meldete, die RBI habe am 7. Oktober den Reposatz um 25 Basispunkte auf 5,50 Prozent angehoben und ihren Kurs von neutral auf eine kalibrierte Straffung umgestellt. Die Rupie schloss am 8. Oktober bei 96,78 je Dollar, so der Bericht. Die Business Times nennt für den 9. Oktober einen Schlusskurs von 96,73 und für den 13. Oktober rund 95,2, nachdem die Rupie sich von ihrem Rekordtief entfernt hatte.

Ausblick

Dutta erwartet, dass die Rupie kurzfristig zwischen 95 und 96 je Dollar handelt und dann in Richtung 96 bis 97 driftet, falls der externe Druck anhält, berichtet die Business Times. Die RBI hat erklärt, sie strebe geordnete Verhältnisse am Devisenmarkt an und wolle kein bestimmtes Wechselkursniveau verteidigen, meldet die Business World. Notenbankchef Sanjay Malhotra hat die Rupie als unterbewertet bezeichnet und darauf hingewiesen, dass sich Märkte kurzfristig irrational verhalten können.

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Quellen

19
  1. 01RBI's rupee defence works? Importers' dollar purchases plunge 35% to eight-month lowEN
  2. 02India's rupee recovery faces test from oil prices, capital outflowsEN
  3. 03RBI Steps In As Rupee Nears Record Low Amid Oil, Dollar PressuresEN
  4. 04Rupee near record low as oil spike, weak inflows and dollar demand pile pressure on currencyEN
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Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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