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Drax-Standort könnte 1-GW-KI-Rechenzentrum beherbergen, während Fragen zu Stromnetz und Wasser wachsen

Der Eigentümer von Drax hat mit Brookfield und Radiant einen Deal über 20 Milliarden Pfund geschlossen. Auf dem Gelände des schmutzigsten Kraftwerks Großbritanniens soll ein Rechenzentrum mit mehr als 1 Gigawatt entstehen, berichtete der Guardian am 3. November.

KI & ModelleAnalyseKatrin HoffmannVeröffentlicht: 3. November 20263 Min. LesezeitQuellen 6
Drax-Standort könnte 1-GW-KI-Rechenzentrum beherbergen, während Fragen zu Stromnetz und Wasser wachsen

Das Kraftwerk verbrennt Holzpellets aus Biomasse und erzeugt fast 5% des Stroms in Großbritannien. Laut Guardian ist es damit der größte einzelne Kohlendioxid-Emittent des Landes. Diese Emissionen tauchen in der Bilanz der britischen Regierung nicht auf. Drax argumentiert, dass nachwachsende Bäume eine entsprechende Menge Kohlenstoff aufnehmen.

Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf den Deal, der über North Yorkshire hinausreicht. Ein Rechenzentrum auf dem Gelände stünde neben der größten einzelnen Quelle umstrittener Emissionen des Landes. Der Strom, den es bezieht, würde irgendwo verbucht.

Wer zahlt, wer liefert den Strom

In der ersten Phase stellt Drax Land bereit und öffnet über bestehende Anschlüsse den Zugang zum nationalen Stromnetz. Ab dem ersten Quartal 2028 sollen bis zu 100MW Rechenleistung laufen. Ab Anfang der 2030er Jahre will Drax Strom direkt liefern. Nach Angaben des Unternehmens könnte das Projekt mehr als 20 Milliarden Pfund (26.800.000.000 Dollar) an Investitionen anziehen. Vorstandschef Will Gardiner sagte, es werde „helfen, die langfristige Zukunft des Standorts zu sichern und Hunderte Arbeitsplätze zu schützen“. Der Börsenwert des Unternehmens stieg an der London Stock Exchange um fast 9% auf knapp 3 Milliarden Pfund, berichtete der Guardian.

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Minister haben Drax eine „deutlich begrenztere Rolle“ in der Zukunft versprochen. Von 2027 bis 2031 erhält das Unternehmen nur noch die Hälfte seiner derzeitigen Subventionen von 2 Millionen Pfund pro Tag. Ein Mieter für das Rechenzentrum ist eine neue Einnahmequelle für ein Kraftwerk, dessen öffentliche Förderung schrumpft.

Das Stromnetz ist die andere Hälfte der Geschichte

Zwei Tage zuvor hatte der Guardian berichtet, dass National Grid zugestimmt habe, 29,5 Hektar (73 Acres) in Dorman Point auf dem Gelände von Teesworks zu kaufen. Dort soll die größte Umspannanlage Großbritanniens entstehen, die ein geplantes Rechenzentrum von fast 500.000 Quadratmetern versorgt. Ben Houchen, Bürgermeister der Combined Authority des Tees Valley, sagte Sky News, mit bis zu 3,2GW Kapazität könne die Region um Projekte konkurrieren.

„Jeder, der in diesem Land versucht hat, ein Rechenzentrum zu bauen, weiß, dass das größte Problem darin besteht, schnell genug Strom an den Standort zu bekommen“, sagte Houchen Sky News, laut Guardian.

Wasser ist die stillere Einschränkung. Weder Drax noch seine Partner haben eine Zahl für den Kühlbedarf des Projekts veröffentlicht. Diese Lücke ist nicht einzigartig. Schlagzeilen der letzten Zeit drehen sich vor allem um Wasserverbrauch, Widerstand vor Ort und Kühldesign, von den Regeln in Dallas bis zu Anhörungen in Alberta. Diese Punkte lassen sich hier nicht als Tatsache anführen, sie zeigen aber, wo die Prüfung ansetzt.

Die Modellseite der Bilanz

Die Rechenleistung, die entsteht, hat ein Gegenstück in billigerer Inferenz. Die Gartner-Analysten Mark Petty und Raymond Paquet schrieben, neun von zehn Schritten in Agenten-Workflows seien Routine. Open-Weight-Modelle erledigten sie „zu einem Viertel des Preises des billigsten geschlossenen Modells“, schrieben sie. Gegenüber einem Frontier-Modell, das bei jedem Schritt läuft, ist das nur ein Zwanzigstel. Ihre realistische Schätzung liegt bei fünf- bis sechsmal geringeren Kosten pro Aufgabe, berichtete The Register am 3. November. Die Planungsannahme des Unternehmens: Bis 2030 werden 90% der operativen Agenten-Workflow-Schritte in Unternehmen auf Open-Weight-Modellen laufen.

Wenn das zutrifft, hängt die Wirtschaftlichkeit riesiger Rechenzentren an einem einzigen Standort davon ab, wie viel Arbeit auf Frontier-Niveau übrig bleibt. Am 3. November berichtete Tom's Hardware, dass Googles Gemini 4 Carbon im Intelligence Index V5 von Artificial Analysis 59 Punkte erreichte. Das war ein Punkt vor Claude Opus 5.5, bei 7,76 Dollar pro Aufgabe. Dieselbe Benchmark-Suite vergab den besten Halluzinationswert von nur 54 auf einer Skala von -100 bis +100.

Auch die physische Seite der KI wächst. Tutor Intelligence teilte am 2. November mit, in einer Series B unter Führung von Andreessen Horowitz 75 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Bis Ende 2027 erwartet das Unternehmen mehr als 1.000 Roboter unter Vertrag, berichtete The Robot Report. Roboter brauchen keine Kühltürme, aber sie brauchen Fabriken.

Drax braucht noch die Genehmigung der Regulierungsbehörden, um den Standort vor 2031 direkt mit Strom zu versorgen. Bis dahin sind die 20 Milliarden Pfund ein Plan, kein Stromabnahmevertrag.

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Quellen

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  1. 01UK's most polluting power plant could power country's largest AI datacentreEN
  2. 02National Grid to site biggest substation in UK near planned Teesside datacentreEN
  3. 03Open models can do 90% of agentic work at a twentieth of the cost of a frontier LLM: GartnerEN
  4. 04Google reveals new Gemini 4 Carbon AI model, narrowly beating Claude Opus 5.5EN
  5. 05Tutor Intelligence raises Series B to scale model training, robot deploymentsEN
  6. 06Beyond Plausible Prediction: Safety Sufficiency in Web World ModelsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Katrin Hoffmann

Katrin Hoffmann

KI, Modelle und Technik

Katrin Hoffmann schreibt für FLASH24 über Technik, KI und Modelle sowie Medien und Internet und stützt sich dabei auf Primärquellen wie Herstellerangaben, Studien und Protokolle statt auf Pressemitteilungen. Bei Benchmarks prüft sie Messmethoden, Testumgebungen und Reproduzierbarkeit, bevor sie Zahlen übernimmt. Für ihre Artikel spricht sie mit Entwicklern und Forschern, wartet auf Konferenzankündigungen und vergleicht Versionsstände von Modellen und Standards. Privat betreibt sie Selfhosting und Heimnetze und dokumentiert ihre eigene Infrastruktur, was ihrer Redaktionsarbeit zugutekommt. Sie veröffentlicht keine Zahlen ohne nachvollziehbare Quelle.

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