Europas Touristenzahlen stiegen im Sommer 2026 um 3 Prozent, getragen von kleineren Zielen
Die internationalen Ankünfte in Europa lagen im Sommer 2026 um 3 Prozent über dem gleichen Zeitraum 2025, teilte die European Travel Commission in ihrem Bericht für das dritte Quartal mit. Das entspricht dem Wachstum von 3 Prozent, das UN Tourism für Europa im ersten Halbjahr verzeichnete.

Drei Prozent und eine wachsende Kluft zwischen den Zielen
Die Sommerrate deckt sich mit dem Wachstum von 3 Prozent, das UN Tourism für Europa im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete. Die Hochsaison hat den Trend also weder beschleunigt noch umgekehrt.
Für Reisende bedeutet das laut Bericht spätere Buchungen und mehr Aufmerksamkeit für die Gesamtkosten einer Reise. Für Hoteliers und Destinationen steigen die Ausgaben schneller als die Besucherzahlen.
Rund 80 Prozent der europäischen Ziele meldeten mehr ausländische Besuche. Nordeuropa führte das regionale Wachstum an, mit 6,2 Prozent mehr Ankünften und 7,2 Prozent mehr Übernachtungen.
Malta verzeichnete 18 Prozent mehr Ankünfte, die Slowakei 15 Prozent, Irland 13 Prozent und Polen 11 Prozent. Rumänien und Montenegro legten jeweils um 10 Prozent zu. Diese Zuwächse beruhen nach Angaben der European Travel Commission auf kleineren Ausgangsbases als in Spanien, Frankreich und Italien, wo die Ankünfte um 5 Prozent, 3 Prozent und 1 Prozent stiegen. In Spanien lagen die Ankünfte bis August 2026 um 5,4 Prozent höher, die Übernachtungen um 1,2 Prozent.
Einige Ziele spüren bereits negative Folgen. Zypern meldete 7 Prozent weniger Ankünfte. Die ETC führt das auf Flugausfälle im Zusammenhang mit den Konflikten im Nahen Osten zurück und auf Sicherheitsbedenken nach einem Drohnenzwischenfall. Waldbrände in Spanien und Frankreich sorgten für örtliche Störungen, ohne die nationalen Tourismuszahlen deutlich zu beeinflussen.
Die Kosten bremsen, nicht die Nachfrage
Die Hälfte der Tourismusschaffenden, die die European Travel Commission befragte, nannte steigende Kosten als Hauptsorge. Die allgemeinen Finanzsorgen gingen leicht zurück, von 87 Prozent im zweiten Quartal auf 83 Prozent im dritten.
Die Ausgaben wachsen fast überall schneller als die Ankünfte. Ungarn meldete 20,1 Prozent mehr Ausgaben von Reisenden ins Land bei 2,5 Prozent mehr Ankünften, begünstigt durch eine stärkere Währung. Griechenland, Belgien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Portugal und Italien zeigten dasselbe Muster: Die Ausgaben stiegen schneller als die Besucherzahlen.
Die ETC erwartet, dass das Lohnwachstum im Euroraum leicht unter die Inflation fällt, und die Ersparnisse der Haushalte gehen zurück.
UN Tourism senkt seine globale Prognose
UN Tourism hat seine Prognose für das weltweite Wachstum der internationalen Ankünfte 2026 auf 1 bis 2 Prozent gesenkt, nach 3 bis 4 Prozent, die im Januar erwartet worden waren.
Weltweit stiegen die Ankünfte im ersten Halbjahr 2026 nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf etwa 690.000.000 Touristen, rund 3.000.000 mehr als ein Jahr zuvor. Aus 2 Prozent Wachstum im ersten Quartal wurde ein Rückgang von 1 Prozent im zweiten, und allein der Juni fiel um 3 Prozent. Nach Regionen legte Afrika im ersten Halbjahr um 4 Prozent zu, Europa um 3 Prozent und Amerika um 2 Prozent. Asien und der Pazifik kamen auf 1 Prozent und blieben 11 Prozent unter dem Niveau von 2019, während der Nahe Osten um 22 Prozent fiel, weil der Konflikt die Region traf.
"Der Tourismus hat nicht aufgehört zu wachsen, aber dieses Wachstum ist fragil", sagte Shaikha Al Nuwais, Generalsekretärin von UN Tourism.
Hohe Preise und Unsicherheit dürften Reisende weiter auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten lassen, heißt es im Barometer. Viele werden wohl näher gelegene Ziele oder Reisen im eigenen Land wählen.
Die Europäische Kommission beschließt eine Tourismusstrategie
Die Europäische Kommission hat am 4. November ihre Strategie für nachhaltigen Tourismus verabschiedet. Sie soll Destinationen helfen, Menschenmengen zu steuern und Gäste das ganze Jahr über anzuziehen, und die Einnahmen aus dem Tourismus über mehr Monate und Regionen verteilen. Die Strategie fordert außerdem besseren Datenzugang und Schulungen für Tourismusbetriebe und Destinationsmanager.
Die ETC erwartet, dass sich der Abstand zwischen dem Anteil der Besuche im ruhigsten und im geschäftigsten Quartal Europas 2027 auf 20,4 Prozentpunkte verringert. Zwischen 2010 und 2015 lag er im Schnitt bei 22,5 Punkten. Mittel- und Osteuropa zeigen die deutlichste Verschiebung hin zu Reisen über das ganze Jahr, während mediterrane Ziele das stärkste Wachstum der Winterachfrage melden, von einer niedrigeren Basis aus.
"Eine längere Tourismussaison kann Europa insgesamt ausgewogenere Vorteile bringen und lokale Wirtschaften und Gemeinschaften über den Sommerpeak hinaus stützen", sagte Miguel Sanz, Präsident der European Travel Commission.
Wie es weitergeht
Die ETC rechnet damit, dass höhere Energiepreise und knappere Haushaltsbudgets Reisende im Winter 2026 und bis 2027 preisempfindlicher machen. Das begünstigt nach Einschätzung der ETC Ziele, die leicht zu erreichen sind und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Sie warnt zudem, dass Luftraumbeschränkungen im Nahen Osten längere Flüge und höhere Betriebskosten auf Strecken zwischen Europa und Asien bedeuten könnten.
UN Tourism erklärte, ihre revidierte Prognose hänge davon ab, wie lange der Konflikt dauert und wie er sich auf Ölpreise und Inflation auswirkt.
Quellen
32- 01Malta, Slovakia, and Ireland Led Europe's Summer Tourism GrowthEN
- 02European Tourism Recorded a 3% Increase in International Arrivals over the Summer Of 2026EN
- 03UN Tourism lowers 2026 global international arrivals growth forecast to 1-2 pctEN
- 04Spain tourism sector set to reach USD 300bEN
- 05Which Countries Are Turning Their Backs on U.S. Travel? - StatistaEN
- 06EU’s Entry-Exit System is Causing Three-Hour Delays - ETIAS.comEN
- 07Tourism in Italy surges in 2025: Arrivals up 7.1% - QazinformEN
- 08Nepal records 132,814 foreign visitors in October, up 3.4 percent - The Tourism TimesEN
- 09OpenAI “catalyst” for startups, says European executive, amid startup application layer concernsEN
- 10Chinese AI lab Moonshot turned to Europe for Nvidia Blackwell access amid U.S. China curbs, sources tell CNBCEN
- 11October 2026 good for PV Production in Europe, but South of France and Ukraine missoutEN
- 12How Can Europe Accelerate Electric Trucking?EN
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