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EU-Gericht annulliert Vorschrift zum dauerhaften Entzug der EU-Anerkennung des russischen Schiffsregisters

Das Gericht der Europäischen Union hat am 4. November die Vorschrift annulliert, die Mitgliedstaaten zum Widerruf der EU-Anerkennung des Russischen Maritimen Registers verpflichtete. Die Richter hielten den dauerhaften Entzug für unverhältnismäßig. Die Wirkungen der Vorschrift bleiben für höchstens zwei Monate und zehn Tage in Kraft.

WeltAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 13
EU-Gericht annulliert Vorschrift zum dauerhaften Entzug der EU-Anerkennung des russischen Schiffsregisters

Was das Gericht gekippt hat

Das Gericht der Europäischen Union hat in der Rechtssache T-535/24 die Vorschrift annulliert, die Mitgliedstaaten zum Widerruf der Anerkennung des Registers auf EU-Ebene verpflichtete. Diese Anerkennung erlaubt dem RMRS, Schiffe unter EU-Flagge zu inspizieren und zu zertifizieren. Die Richter befanden, eine Aussetzung der Anerkennung hätte dasselbe Ziel erreicht wie ein dauerhafter Entzug, und die dauerhafte Maßnahme gehe zu weit. Bei einem Wegfall der Sanktionen müsste das RMRS ein völlig neues Zulassungsverfahren durchlaufen, mit ungewissem Ausgang. Das Gericht prüfte die Maßnahme nach der Verordnung 391/2009, den EU-Regeln für Schiffsinspektionsorganisationen.

Das Urteil stellt die europäischen Betriebsrechte des Registers nicht wieder her. Investitionsverbote, Transaktionsverbote und das Verbot für RMRS-zertifizierte Schiffe, EU-Docks und Schleusen anzulaufen, bleiben rechtlich gültig. Das Gericht annullierte nur die Vorschrift zum Entzug der Anerkennung; eine entsprechende Vorschrift in den EU-Sanktionsverordnungen wurde nicht annulliert, wie Splash247 berichtete.

Was bestehen bleibt

Das Gericht wies den Großteil der Klage des RMRS zurück, darunter die Einwände gegen die finanziellen Beschränkungen. Den Versuch, das Verbot für RMRS-zertifizierte Schiffe in EU-Docks und Schleusen zu kippen, wies es als unzulässig ab. EU Perspectives merkte an, dass der Rat in der Außen- und Sicherheitspolitik grundsätzlich über einen weiten Beurteilungsspielraum verfügt und die rechtlichen Hürden für Kläger hoch sind. Das RMRS bleibt eine stark sanktionierte Einrichtung; es hat nur den Mechanismus besiegt, mit dem die EU ihm seinen Regulierungsstatus entzog.

Die Flotte, um die es geht

Nach Angaben des Gerichts hat das RMRS 4.207 Schiffe klassifiziert, davon 3.772 unter russischer Flagge, rund 90 Prozent. Zur zertifizierten Flotte gehören Eisbrecher, Öltanker, Frachtschiffe und Fischereifahrzeuge. Das RMRS ist eine gemeinnützige Einrichtung, die vollständig dem russischen Staat gehört und ihren Sitz in St. Petersburg hat. Die EU-Anerkennung hält es seit 1998.

Wie es weitergeht

Das Gericht ordnete an, dass die Wirkungen der annullierten Vorschrift ab Urteilsdatum höchstens zwei Monate und zehn Tage in Kraft bleiben. Der Rat kann diese Frist nutzen, um den Text neu zu fassen oder beim Europäischen Gerichtshof Rechtsmittel einzulegen. Legt er Rechtsmittel ein, ist die Annullierung bis zur Entscheidung des EuGH ausgesetzt, und die Sanktion bleibt durchgehend in Kraft. Das Gericht verpflichtete den Rat und das RMRS, jeweils ihre eigenen Kosten zu tragen; auch die Europäische Kommission, die den Rat unterstützte, muss ihre Kosten selbst tragen.

EU Perspectives berichtete, dass Siege dieser Art meist kurzlebig sind. Wenn das Gericht eine Sanktion annulliert, hebt der Rat sie selten auf. Meist behebt er die Mängel und verhängt die Maßnahme erneut, indem er die Begründung mit neuen Beweisen neu schreibt oder den Rahmen ändert, um breitere Kategorien zu schaffen. Die Übergangsfrist soll verhindern, dass eine Lücke in der Sanktionsabdeckung entsteht.

Hintergrund

Der Rat weitete sein Russland-Sanktionsregime nach dem groß angelegten Einmarsch in die Ukraine 2022 auf das RMRS aus. Er setzte die Einrichtung auf Listen mit Investitionsverboten und Transaktionsverboten, entzog ihr die Befugnis, Schiffe unter EU-Flagge zu inspizieren und zu zertifizieren, und sperrte von ihr zertifizierte Schiffe aus EU-Docks und Schleusen. Die von den Ministern der EU-Mitgliedstaaten vereinbarten Sanktionen hatten eine dauerhafte Maßnahme gegen die Anerkennung der Einrichtung vorgeschlagen, wie EUobserver berichtete.

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Quellen

13
  1. 01Russia's ship inspector scores partial court win against EU sanctionsEN
  2. 02Russia fails in bid to reverse ban on its ships using Europe's docks and locksEN
  3. 03EU court hands Russian Maritime Register partial sanctions victoryEN
  4. 04The EU Court rejected Russia's attempt to lift sanctions on the use of maritime docks and locksEN
  5. 05EU court does not overturn ban on vessels certified in RussiaEN
  6. 06European Court Blocks Moscow Attempt to Reopen Vital Maritime LocksEN
  7. 07EU ‘quickly preparing sanctions on Russia’ in case Le Pen elected in 2027 - inklEN
  8. 08World Series champion Mark Teixeira wins Texas seat in US House - Mezha.netEN
  9. 09 You don't have to go to the moon to see Earth differently: Artemis II astronaut Victor Glover on what really matters EN
  10. 10Does the Democratic midterm victory spell the end of US AI data centre boom?EN
  11. 11Ukraine’s drone strikes spur hasty Russian plans for underground data centersEN
  12. 12Russian Police Arrest 3 Suspected VasyGrek Hackers, Dismantle Criminal InfrastructureEN
  13. 13Russia-Aligned Gorbag Hackers Exploit WinRAR Flaw to Deploy Data-Stealing MalwareEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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