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Europas Energierechnungen bleiben hoch, neue Daten zu E-Auto-Restwerten und Stromverbrauch

Follow the Money berichtete am 30. September, dass Ursula von der Leyen in ihrer Rede für einen Kongress Europas den Verweis auf "Bürger und Zivilgesellschaft" gestrichen hat. Es ist die jüngste datierte Entwicklung in einer Akte, die sonst von Europas Energiepreisproblemen beherrscht wird.

KonjunkturAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 30. September 20266 Min. LesezeitQuellen 8
Europas Energierechnungen bleiben hoch, neue Daten zu E-Auto-Restwerten und Stromverbrauch

Follow the Money berichtete am 30. September, dass der Satz in von der Leyens Rede zur Lage der Europäischen Union, mit dem ein neuer Kongress Europas angekündigt wurde, nachträglich gestrichen wurde. In der zuerst auf der Website der Kommission veröffentlichten Fassung hieß es, der Kongress werde "Denker und Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler, Bürger und Zivilgesellschaft zusammenbringen". Diese Worte wurden nicht gesprochen und später auch aus dem schriftlichen Text entfernt.

Ein Beamter der Kommission sagte der Redaktion, die Absicht, die Zivilgesellschaft einzubeziehen, sei unverändert. Der Newsletter schreibt, die Auslassung belebe eine alte Beschwerde zivilgesellschaftlicher Gruppen über den Zugang der Wirtschaft zur Kommission neu. Das ist der neueste Punkt in der Akte. Alles andere, was die europäische Industrie und die Energiepreise betrifft, ist auf den 29. oder 30. September datiert.

Die stärksten Zahlen dieser Woche kommen von Transport & Environment, deren Analyse CleanTechnica am 29. September aufgriff. In den vier größten EU-Märkten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zeigt der Gebrauchtwagen-Transaktionsdatensatz für 2025 eine Wertverlustlücke von 12,9 Prozentpunkten zwischen Verbrennern und Elektroautos. T&E zufolge bleiben fünf Variablen in den Berechnungen der Branche außen vor. Rechnet man sie ein, schrumpft die Lücke um 80 Prozent auf 2,6 Prozentpunkte. Subventionen, die den Kaufpreis von E-Autos senken, und Erwerbssteuern, die ihn für Verbrenner erhöhen, machen 5,2 Punkte des Rückgangs aus. Fallende Preise für neue Elektroautos dürften weitere 5,1 Punkte beisteuern.

Stef Cornelis, der bei T&E die Programme für Elektroflotten und Güterverkehr leitet, wird in dem Beitrag zitiert. "Die Branche zeichnet ein allzu simples Bild vom Wertverlust von E-Autos, um den Widerstand gegen die EU-Ziele für die Flottenelektrifizierung zu rechtfertigen", sagte er. T&E fordert von Leasingfirmen längere Laufzeiten und von den Herstellern einheitliche Batteriegesundheitszertifikate. Die Organisation unterstützt die kommende Verordnung über saubere Firmenfahrzeuge.

Zwei Länderdatenpunkte im selben Beitrag laufen der Branchenlinie entgegen. Die Restwerte von Gebrauchten mit Elektroantrieb in Irland stiegen im Juli 2026 im Jahresvergleich fast doppelt so schnell wie die von Benzinern und Dieselautos, wie der größte Online-Automarkt des Landes meldet. Die Verkäufe gebrauchter BEV in Deutschland legten in den ersten sieben Monaten um 64 Prozent im Jahresvergleich zu. Nichts davon klärt, was die Industrie heute für Strom zahlt.

Auf der Angebotsseite teilte Japans Helical Fusion Reportern am Dienstag mit, dass das Unternehmen vorläufige Stromtests am Demonstrationsreaktor Helix HARUKA im Jahr 2027 erwartet, wie The Asahi Shimbun berichtete. Der Bau der ersten Spiralspule am Standort des National Institute for Fusion Science in Toki, Präfektur Gifu, begann Anfang dieses Jahres und ist weitgehend abgeschlossen. Das Unternehmen erklärte, eine zweite Spule und ein Flüssigmetall-Wandblanket würden folgen, bevor die fertige integrierte Anlage um 2030 erstmals unter Strom gesetzt wird.

Geplant ist ein Nachfolger HELIX KANATA mit 50 MW Nettoleistung und vollständigen Investitionen in den 2030er Jahren. CEO Takaya Taguchi sagte, eine kommerzielle Anlage könne bereits in den 2040er Jahren kommen, abhängig von Hürden bei Kosten, Sicherheit und Bautempo. Die japanische Regierung hat die Fusion als einen von 17 strategischen Sektoren eingestuft und plant bis zum Geschäftsjahr 2040 öffentliche und private Mittel von 3,1 Billionen Yen, rund 19,7 Milliarden Dollar.

Auf der Nachfrageseite argumentiert ein am 28. September auf dem Symposium SOSP '26 vorgestelltes Papier, dass das Jagen nach GPU-Auslastung in Inferenzclustern den Energieverbrauch erhöhen kann. Die Autoren, darunter Prasoon Sinha und Neeraja J. Yadwadkar, beschreiben EnerTune. Das System modelliert Leistung und Stromverbrauch je Modell sowie die Last gemeinsam auf denselben GPUs laufender Modelle. Anschließend wählt es mit einem energiebewussten Bin-Packing-Algorithmus Platzierung und Konfiguration aus.

Das Abstract nennt Energieeinsparungen um den Faktor 1,4 bis 2,3 und geringeren Strombedarf um den Faktor 1,3 bis 2,6 gegenüber dem Stand der Technik, während die Leistungs-SLOs weiter erfüllt werden. Es ist ein Forschungsergebnis, kein Einsatz in der Praxis. Aber es ist die Art von Zahl, über die Betreiber von Rechenzentren und ihre Stromlieferanten inzwischen streiten.

"Roboter laufen seit fünfzig Jahren blind", zitiert Tech.eu Inbolt. "Das zu beheben liegt nicht an besserer Hardware. Es geht darum, jedem Roboter"

Tech.eu berichtete am 30. September, dass Inbolt, ein Pariser Unternehmen für Industrierobotik, das 2019 von Rudy Cohen, Albane Dersy und Louis Dumas gegründet wurde, 11 Millionen Euro in einer von Shift4Good angeführten Runde eingesammelt hat, mit Bridges Climate Transition Partners und den bestehenden Investoren BNP Paribas Développement und Ora Global. Die Gesamtfinanzierung liegt nun bei 30 Millionen Euro.

Laut Tech.eu kombiniert die Technologie 3D-Vision mit einer hardwareunabhängigen KI-Schicht, die die Regelkreise der Roboter in Echtzeit anpasst. Sie sei auf mehr als 200 Robotern in über 100 Fabriken auf drei Kontinenten im Einsatz, zu den Kunden zählten Bosch, Beko, Flex, Ford, Stellantis und Toyota. Das Unternehmen zielt auf Rechenzentren und die Elektronikfertigung.

Lenovo wiederum nutzte am 30. September einen bezahlten Beitrag in der South China Morning Post, um "Industrie 5.0" zu bewerben und verwies auf die Definition der Europäischen Kommission von Menschenzentrierung, Nachhaltigkeit und Resilienz. Das Unternehmen behauptet, ein Logistikkunde in Singapur habe die Auftragsabwicklung um bis zu 40 Prozent beschleunigt und den Energieverbrauch um 30 Prozent gesenkt, nachdem KI und autonome Roboter integriert wurden. Es ist Anbietermaterial, und die Zahlen stammen vom Anbieter selbst.

Außerhalb des Industriebereichs teilte das University College Dublin am 30. September mit, dass eine Studie in Nature mit 137 Forschenden aus 64 Ländern im Bat1K-Konsortium 103 Fledermausgenome untersucht hat, darunter 42 neu erstellte Assemblierungen auf Chromosomenebene, sowie 44 fossile Fledermäuse. Das Ergebnis: Fledermäuse entstanden höchstwahrscheinlich in Europa während des späten Paläozäns, vor rund 65 bis 60 Millionen Jahren. Professorin Emma Teeling, eine mitbegründende Direktorin von Bat1K, sagte, das Feld habe nach Jahrzehnten widersprüchlicher Befunde endlich einen Stammbaum.

Was die Woche zeigt und was nicht

Zwei der acht Punkte in der Akte haben nichts mit Energie oder Industrie zu tun, und einer ist ein Designessay. Das lässt sich klar sagen, denn in einer Woche wie dieser lockt die Versuchung, unzusammenhängende Punkte zu einer einzigen These zu verweben.

Die Zahlen von T&E sind für die europäische Industriepolitik am folgenreichsten, weil sie eine Größe angreifen, mit der Leasinggesellschaften ihre Verträge kalkulieren. Ist der Wertverlust um 10 Punkte überzeichnet, sind die Leasingraten falsch, und die Kosten der Umstellung einer Flotte auf Elektro sind mit ihnen überzeichnet. T&E argumentiert, verbindliche EU-Flottenziele schafften die Vorhersehbarkeit, mit der Leasinggeber Restwerte steuern könnten. Mitgliedstaaten mit veralteten Kfz-Steuersystemen würden zu Reformen gedrängt. Das ist ein politisches Argument auf Basis der eigenen Modellierung der Gruppe. Die Branchenrechnung, die sie kritisiert, wurde in der Akte nicht daneben veröffentlicht.

Die Punkte zu Fusion und GPUs liegen weiter weg. Der Test von Helical Fusion 2027 ist ein Meilenstein, kein Kraftwerk, und 70 Jahre Forschung haben keinen kommerziell nutzbaren Reaktor hervorgebracht, wie The Asahi Shimbun anmerkt. Die Einsparungen von EnerTune werden in einem Papier gegen benannte Vergleichswerte gemessen, nicht auf einem laufenden Cluster geprüft.

Marcin Wicharys Essay über modulare Industrie-Dashboards, veröffentlicht am 30. September, erinnert daran, wie der Kontrollraum aussah, bevor all das Software war. Er fotografierte Paneele im Deutschen Museum in München, im Fernmeldemuseum und Straßenbahnmuseum in Stuttgart, in einem Eisenbahnmuseum in Nürnberg, im Warschauer Bahnmuseum und im DASA Museum in Dortmund. "Ich vermute, sie sind inzwischen alle durch Software ersetzt worden", schreibt er und bittet Leser, die mehr wissen, um Kontakt. Die Paneele sind weg. Die Rechnungen sind es nicht.

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Quellen

8
  1. 01What von der Leyen left out of her Congress of Europe pitchEN
  2. 02Second-Hand EVs Retain Their Value Better Than Industry Claims — New StudyEN
  3. 03Japan's fusion energy startup to begin power-on tests at pilot reactor in 2027EN
  4. 04Beyond Utilization: Energy-Conscious GPU Sharing for Inference ServingEN
  5. 05Inbolt raises €11M to bring real-time vision and intelligence to industrial robotsEN
  6. 06How 'Industry 5.0' integrates human expertise with artificial intelligenceEN
  7. 07Bats may have first evolved in Europe 65 million years agoEN
  8. 08Before pixels: Modular industrial dashboardsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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