Zum Inhalt
WeltzeitEU--:--UK--:--USA--:--CN--:--PLDEFRIT中文EN

portal über KI und Technologieereignisse · analysen · interviews · technischer hintergrund

Suche
LIVE
›

BIP-Wachstum im Euroraum verlangsamt sich im dritten Quartal auf 0,4 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt des Euroraums ist im dritten Quartal gegenüber den drei vorangegangenen Monaten um 0,4 Prozent gestiegen. Das zeigte die vorläufige Schätzung von Eurostat am 30. Oktober. Analysten hatten 0,2 Prozent erwartet, im zweiten Quartal waren es noch 0,6 Prozent.

KonjunkturNachrichtDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 7. November 20263 Min. LesezeitQuellen 10
BIP-Wachstum im Euroraum verlangsamt sich im dritten Quartal auf 0,4 Prozent

Investitionen und Konsum stützten das Wachstum

Gegenüber dem Vorjahr stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent, teilte Eurostat mit. Im zweiten Quartal waren es 1,2 Prozent, Analysten hatten 1,1 Prozent erwartet. Laut Sharecast war das der stärkste Jahreszuwachs seit dem zweiten Quartal 2025. Investitionen in künstliche Intelligenz, Verteidigung und Infrastruktur stützten die Wirtschaft, ebenso die Auslandsnachfrage und der Konsum, berichtete Reuters.

Inflation und Finanzierungskosten trüben den Ausblick

In Frankreich und Spanien baute sich Preisdruck auf, während das Wachstum ungleichmäßig blieb. Die Inflationsdaten der deutschen Bundesländer brachten dagegen etwas Entlastung, meldete InvestingLive. Nach Reuters-Schätzungen, die Logos Press zitiert, könnten beschleunigt steigende Preise in den größten Volkswirtschaften des Währungsraums die Gesamtinflation im Euroraum auf 3,9 Prozent oder mehr treiben, deutlich über dem Ziel der EZB von 2 Prozent. Derselbe Bericht nannte Marktteilnehmer, die zunehmend eine weitere Zinserhöhung der EZB bereits im Dezember in Betracht ziehen. Eine am 30. Oktober veröffentlichte EZB-Umfrage zeigte steigende Inflationserwartungen. Sie legte nahe, dass die Inflation erst 2028 wieder das Ziel erreichen könnte.

Weil Europa Energie importiert, treiben steigende Öl- und Gaspreise die Kosten der Unternehmen, drücken die Margen und senken die Kaufkraft der Haushalte. Die Renditen deutscher Staatsanleihen, des Referenzwerts für den Euroraum, stiegen im Oktober auf den höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten. Die französischen Risikoaufschläge weiteten sich wegen Sorgen um die öffentlichen Finanzen aus, berichtete Reuters. Der Arbeitsmarkt hat Zweitrundeneffekte bisher begrenzt: Die Arbeitslosigkeit lag im August bei 6,5 Prozent und damit über dem Rekordtief von 6,2 Prozent Ende 2024.

Irland führt, Frankreich und Italien bleiben zurück

Irland wuchs gegenüber dem Vorquartal um 5,5 Prozent, das schnellste Wachstum im Währungsraum. Eurostat schränkte allerdings ein, dass seine vorläufigen Schätzungen experimentell und revisionsanfällig seien. InvestingLive führte den Zuwachs auf von multinationalen Konzernen geprägte Branchen zurück, darunter Information und Kommunikation sowie das Verarbeitende Gewerbe.

Spanien und die Niederlande wuchsen jeweils um 0,6 Prozent, Estland zog gleich. Deutschland, die größte Volkswirtschaft, legte um 0,2 Prozent zu, nach 0,3 Prozent im zweiten Quartal, wie Destatis-Zahlen zeigten. Italien stagnierte bei 0,0 Prozent, Frankreich schrumpfte um 0,1 Prozent. Litauen fiel um 1 Prozent, der stärkste Rückgang in der Veröffentlichung, meldete Sharecast.

Auf Jahresbasis wuchs Spanien um 2,7 Prozent, Portugal um 2,4 Prozent und Litauen um 2,3 Prozent. Frankreich war mit einem Minus von 0,1 Prozent am schwächsten, Österreich und Belgien legten um 0,6 Prozent und 0,7 Prozent zu. Irlands Jahreswachstum betrug 3,6 Prozent. Destatis teilte mit, der Konsum der deutschen Haushalte sei im dritten Quartal leicht gestiegen, während die Investitionen zurückgingen und das Exportwachstum spürbar langsamer ausfiel als in der ersten Jahreshälfte. Das deutsche BIP stieg preis- und kalenderbereinigt um 1,2 Prozent, nach 1 Prozent im Vorquartal.

Wie es weitergeht

Eurostat will am 13. November 2026 eine zweite Schätzung für das dritte Quartal veröffentlichen, Anfang Dezember folgt eine umfassendere Veröffentlichung. Bis dahin ist der Quartalswert von 0,4 Prozent vorläufig und kann revidiert werden.

Kommentare 0

Quellen

10
  1. 01Eurozone economy grew by 0.4% in the third quarter — CNBCEN
  2. 02Eurozone GDP growth accelerates more than expectedEN
  3. 03Eurozone Q3 GDP beats expectations but the growth surprise comes with a catchEN
  4. 04The eurozone economy is growing faster than forecast, but risks are mountingEN
  5. 05Cyprus sovereign rating upgraded to A by Fitch, outlook stableEN
  6. 06UChicago Receives $10M Grant to Build Open-Source AI Weather Forecasting PlatformEN
  7. 07Spectrum overhauls operating model in bid to reignite growthEN
  8. 08From views to subscriptions: SquashTV’s streaming growth story with DailymotionEN
  9. 09AMD Q3 2026 Earnings Data Center Growth Drives Record QuarterEN
  10. 10Can battery swapping and energy storage power CATL’s next phase of growth?EN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

Redaktion →

Kommentare

0
  1. Noch keine Kommentare — seien Sie der Erste.

Kommentar schreiben

Kommentare sind öffentlich sichtbar. Wir veröffentlichen keine Beleidigungen, Werbung oder Spam.