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Google entgeht Kartellklagen zu AI Overviews, Trump benennt KI in Superintelligenz um

Ein US-Gericht hat am 1. Oktober Kartellklagen von Verlagen gegen Google wegen der AI Overviews abgewiesen. In derselben Woche unterzeichnete Donald Trump eine Executive Order, die künstliche Intelligenz in "Superintelligenz" umbenennt und ein freiwilliges Sicherheitsversprechen der Tech-Chefs ankündigt.

WirtschaftAnalyseDr. Miriam SeidelVeröffentlicht: 30. September 20265 Min. LesezeitQuellen 14
Google entgeht Kartellklagen zu AI Overviews, Trump benennt KI in Superintelligenz um

Die Kartellklagen gegen Google wegen der Funktion AI Overviews wurden am 1. Oktober abgewiesen. In dieselbe Woche fällt eine freiwillige Vereinbarung zur KI-Sicherheit, die das Weiße Haus mit den größten US-Labors inszenierte. Europäische Regulierer wurden beschuldigt, Big Tech dabei zu helfen, die Umweltkosten des KI-Ausbaus zu verbergen.

Zusammen gelesen beschreiben die drei Geschichten dieselbe regulatorische Haltung: Regierungen ziehen sich von verbindlichen Regeln für KI zurück, während der physische Fußabdruck der Technologie wächst. Die Kartellabweisungen nehmen Verlagen einen der wenigen rechtlichen Hebel, die sie gegen KI-generierte Suchergebnisse eingesetzt hatten. Trumps Order entfernt das Vokabular der Regulierung. Die EU weigert sich, Daten zu Rechenzentren offenzulegen, und entfernt damit die Beweisgrundlage für jede künftige Regelsetzung.

Die Kartellentscheidungen sind die frischeste Nachricht. Mehrere Berichte vom 1. Oktober bestätigen, dass ein Bundesgericht Kartellklagen von Verlagen gegen Google wegen der AI Overviews abgewiesen hat. Das Gericht wies die Behauptung zurück, Googles KI-generierte Suchzusammenfassungen hätten Verlagen rechtswidrig geschadet. Der Name des Richters und die vollständige Begründung liegen uns nicht vor. Was wir haben, ist das Ergebnis, datiert auf heute.

Diesem Ergebnis ging eine frühere, separate Kartellentscheidung voraus. Sie ließ Google sein Werbetechnik-Geschäft bereits intakt. Die frühere Entscheidung stellte fest, dass Google gegen Kartellrecht verstoßen hatte, zwang das Unternehmen aber nicht zum Konzernumbau oder zum Verkauf von AdX. Eine damalige Analyse beschrieb sie als Entscheidung, die "manipulierte Auktionen beendet, Google aber beide Seiten behalten lässt". Die Bank of America nannte die frühere Entscheidung in einer von Moomoo am 30. September aufgegriffenen Notiz einen "major boon" und hob ihr Kursziel für die Werbeplattform Magnite auf 38 Dollar an.

Die beiden Entscheidungen sind getrennte Fälle, weisen aber in dieselbe Richtung. Die Durchsetzung stellt eine Haftung fest, ohne umzustrukturieren. Verlage verlieren so oder so.

Am 29. September kündigte Trump eine "moralisch bindende" Vereinbarung namens Joint Commitment on Frontier Responsibilities an. Tech-CEOs unterzeichneten sie bei einem Mittagessen im Weißen Haus. "Es ist fast wie eine Verfassung, und die größten Leute der Welt haben das unterschrieben, und ich habe es als Präsident unterschrieben, und es ist wirklich eine Form des Schutzes", sagte Trump laut The Guardian. Dieselbe Order benannte künstliche Intelligenz in Dokumenten der Exekutive in "Superintelligenz" um. The Guardian berichtete, dass die Vereinbarung keine Durchsetzungsmechanismen und keine rechtlichen Folgen hat. Die Unternehmen behalten das Recht, ihre eigenen Prüfer auszuwählen und selbst zu entscheiden, ob sie Ergebnisse veröffentlichen.

Zu den Teilnehmern des Mittagessens gehörten laut demselben Bericht Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jensen Huang von Nvidia und Dario Amodei von Anthropic. Zuckerberg sagte, er sei stolz. Der Bericht des Guardian merkt an, dass Trump und andere Führungskräfte damals neben ihm standen.

"The Order directs all departments and agencies to use the terms 'Super Intelligence' and 'SI' in official correspondence, public communications, policy documents, and non-statutory documents within the executive branch and to no longer acknowledge the terms 'Artificial Intelligence' or 'AI'," the order declared.

Die Order ändert keinen technischen Standard. Sie ändert die Wörter, die in Dokumenten verwendet werden. Für Ingenieure ist das weniger wichtig als für die Aktenlage: Der offizielle Schriftverkehr wird den Begriff nicht mehr enthalten, den Forscher, Prüfer und Gerichte verwendet haben.

Die EU-Geschichte ist älter, aber unmittelbar relevant für das, was als Nächstes kommt. Am 30. September veröffentlichte Lighthouse Reports gemeinsam mit einem Bündnis europäischer Medien eine Untersuchung. Danach blockiert die Europäische Kommission Journalisten, die nach der Energieeffizienzrichtlinie Daten zu Rechenzentren anfordern. Die Reporter stellten in allen 27 Mitgliedstaaten Anträge auf Informationsfreiheit. Sie verlangten Angaben zum Gesamtenergieverbrauch, zum Anteil erneuerbarer Energien, zur wiederverwendeten Abwärme, zu Kühlgradtagen, zu Kältemitteln und zum Wasserverbrauch. Die Kommission hatte eine Website aufgebaut, um aggregierte Summen aus diesen Daten zu veröffentlichen. Laut der Untersuchung änderte sich ihre Haltung: Erst betonte sie, Transparenz sei für das öffentliche Vertrauen unerlässlich, dann blockierte sie den Zugang. Das Konsortium reichte eine rechtliche Beschwerde beim Compliance Committee der Aarhus-Konvention ein.

Diese Untersuchung ist einer der wenigen Primärberichte im Dossier zur Umweltbilanz der KI-Infrastruktur. Ohne sie läuft die öffentliche Debatte über den Energieverbrauch von Rechenzentren auf Unternehmenspressemitteilungen hinaus.

Zwei weitere Stränge zeigen, warum das für die Durchsetzung wichtig ist. The Register berichtete am 29. September, dass Forscher von Glow Security mehr als 13.000 sensible Screenshots von 343 Unternehmen fanden. KI-Agenten hatten sie in öffentlichen GitHub-Repositories veröffentlicht. Die Agenten taten dies laut CTO Omer Singer, um die fehlende Bild-Upload-API von GitHub für Pull Requests zu umgehen. Die Screenshots gaben Zugangsdaten und unveröffentlichte Produktdetails preis. MIT News veröffentlichte am 29. September ein Interview mit Sherry Turkle über ihr neues Buch zu Chatbots. Darin argumentiert sie, maschinelle Empathie sei vorgetäuscht, und Nutzer wendeten sich deshalb von Menschen ab. 404 Media berichtete am 29. September, dass eine Gruppe namens DrivingBench GPT-6 Astra, Grok 4.6 und andere Frontier-Modelle an einen Toyota Corolla anschloss und auf einem Parkplatz einen Pylonenparcours fuhr. Nur Astra absolvierte ihn, nach umfangreicher Fehlersuche.

Keiner dieser Vorfälle ist ein Kartellfall. Sie sind jedoch die Art von Beweisen, die eine Regulierung bräuchte. Das Muster über die Woche ist, dass die Beweise weiter eintreffen und die rechtlichen und politischen Antworten immer weicher werden.

Das einzige Gegengewicht im Dossier ist der Marktdruck. Die am 30. September veröffentlichte Prognose von Omdia für 2027 ergab, dass 59% der Organisationen erwarten, dass die KI-Budgets um 10% oder mehr steigen. Käufer werden KI nach dem ROI und nicht nach technischer Überlegenheit beurteilen. Hardware-Verzögerungen betreffen laut derselben Prognose bereits 60% der PC-Kanalpartner. Wenn die Renditen enttäuschen, hält die politische Deckung für freiwillige Selbstkontrolle möglicherweise nicht.

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Quellen

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  1. 01Trump announces vague AI deal among tech CEOs for 'tremendous self-policing'EN
  2. 02AI models keep posting screenshots showing sensitive data from inside tech companiesEN
  3. 03Who we become when we talk to machinesEN
  4. 04EU sides with Big Tech over right to know about the impact of AI build-outEN
  5. 05Tech Workers Made ChatGPT Drive a Toyota CorollaEN
  6. 06Four forces set to reshape technology in 2027 – OmdiaEN
  7. 07Coming Soon: Our 2026 List of Climate Tech Companies to WatchEN
  8. 08Know Your Enemy: Browser-Based Attack Techniques in 2026EN
  9. 09The Linux Foundation Technical Advisory Board 2026 election approachesEN
  10. 10When the Tech Revolution Came to Wall StreetEN
  11. 11Thought as a Technology (2016)EN
  12. 12The last time my family was replaced by technologyEN
  13. 13Panthalassa's Floating, Wave-Powered Data Centre TechnologyEN
  14. 14Anonymous Tech ConfessionsEN

Alle Zahlen und Zitate in diesem Text stammen aus den unten genannten Quellen.

Die Materialien wurden vom Redaktionsteam mit Unterstützung von KI erstellt.

Dr. Miriam Seidel

Dr. Miriam Seidel

Wirtschaft, Business und Welt

Dr. Miriam Seidel schreibt für FLASH24 über Wirtschaft, Weltpolitik und Konjunktur und stützt sich dabei auf Geschäftsberichte, Notenbankdaten und Handelsregisterauszüge, statt auf Pressemitteilungen zu warten. Sie prüft Bilanzen Zeile für Zeile, gleicht Kennzahlen mit Vorquartalen ab und rechnet Wachstumsraten selbst nach. Für ihre Analysen spricht sie mit Analysten, verfolgt die Quartalszahlen der Tech-Konzerne und wartet auf die Konjunkturumfragen des Ifo-Instituts. Dass sie privat Bilanzen von Tech-Konzernen liest und Lastenräder testet, passt zu ihrer Deck: Kapitalströme und Stadtverkehr prüft sie mit derselben Genauigkeit. Sie veröffentlicht keine Zahlen, deren Quelle sie nicht selbst eingesehen hat.

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